Rund 250 Luzienhäuschen wurden von den Mädchen und Buben im vergangenen Jahr in die Amper gesetzt.
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Rund 250 Luzienhäuschen wurden von den Mädchen und Buben im vergangenen Jahr in die Amper gesetzt.

Beliebte Tradition fällt Corona zum Opfer

Luzienhäuschen-Schwimmen entfällt - Stadt passt Veranstaltungskalender für die Corona-Pandemie an

  • Thomas Benedikt
    vonThomas Benedikt
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Die Corona-Pandemie wirbelt den Brucker Event-Kalender gehörig durcheinander. Betroffen sind beliebte Traditionsveranstaltungen. Sie können nicht wie gewohnt stattfinden.

  • Die Corona-Regeln machen viele Großveranstaltungen unmöglich.
  • Die Stadt Fürstenfeldbruck passt ihren Veranstaltungskalender den schwierigen Bedingungen an.
  • Beliebte Events wie das Luzienhäuschen-Schwimmen können nicht wie gewohnt stattfinden.

Fürstenfeldbruck - In einer Pressemitteilung erläutert die Stadt, wie die noch ausstehenden Veranstaltungen im verbleibenden Jahr organisiert werden sollen. Vor allem hinter dem allseits beliebten Luzienhäuschenschwimmen stehen aber noch viele Fragezeichen.

Luzienhäuschen-Schwimmen entfällt

In enger Abstimmung mit OB Raff, Birgitta Klemenz und Pfarrer Gäng wurde entschieden, dass das Luzienhäuschen-Schwimmen heuer in der gewohnten Form nicht stattfinden kann. Eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung der bestehenden Hygieneregeln kann nicht gewährleistet werden. Die Sparkasse hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass bis Ende des Jahres in der Innenstadt-Geschäftsstelle keine Ausstellungen erfolgen werden. Dies hätte auch die Häuserl betroffen. Am Luziatag, den 13. Dezember, wird es zumindest den Gottesdienst in der Kirche St. Magdalena geben, um das Gelöbnis aus dem Jahr 1785 einzuhalten.

Damals suchte ein großes Hochwasser Bruck heim. Daraufhin gelobten die Gemeindebürger, jeweils am 13. Dezember einen Gottesdienst zu feiern. Dabei wurden von vielen Bruckern Nachbildungen ihrer Häuser zum Gottesdienst mitgebracht und danach in der Amper eingesetzt. Irgendwann ist der Brauch dann eingeschlafen und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Brucker Lehrer Georg Kachelriß wieder belebt.

Die Leonhardifahrt kann nicht stattfinden

Die Leonhardifahrt, also der Umzug durch die Innenstadt, wird dieses Jahr nicht stattfinden können. In Abstimmung mit Oberbürgermeister Erich Raff, Brauchtumsreferentin Birgitta Klemenz und Pfarrer Otto Gäng, Leiter der Pfarrverbandes Fürstenfeld, wird jedoch in der Klosterkirche am 24. Oktober um 13.30 Uhr das Votivamt zelebriert.

Dieses geht zurück auf das Jahr 1743. Damals gelobten die Brucker Bürger bei einer Viehseuche für die Zukunft einen feierlichen Gottesdienst am Leonhardstag. Ein Ritt ist übrigens nicht überliefert. Später gab es wohl einen Ritt durch die Leonhardikirche, wie die ursprünglich größeren und später kleiner gemauerten Portale vermuten lassen. Die erste Leonhardifahrt im heutigen Sinne fand 1921 statt, seit 1966 wird sie alljährlich veranstaltet. In der Klosterkirche finden 130 Besucher unter Einhaltung der Abstandsregeln Platz.

Ersatzveranstaltung für den Herbstmarkt

Der Herbstmarkt muss als Großveranstaltung aufgrund des Bund-/Länderbeschlusses vom 17. Juni ausfallen. Stattdessen wird zur Stärkung des regionalen Gewerbes am Samstag, 24. Oktober, einen Shopping-Aktionstag geben. Ausgehend von einer Umfrage beim Einzelhandel wurde aus den Ideen und Anregungen von der Verwaltung ein Konzept erarbeitet, das mit der derzeit gebotenen Vorsicht zum lokalen Einkauf und Verweilen in der Innenstadt beziehungsweise am Geschwister-Scholl-Platz einlädt.

Unter anderem wird die Hauptstraße zur Fußgängerzone, auf den umliegenden Plätzen finden kleine Aktionen statt: Auf dem Volksfestplatz und dem Geschwister-Scholl-Platz gibt es Fahrgeschäfte und kleine Leckereien, am Niederbronnerplatz ist die Kulturkuppel des Bezirks Oberbayern mit ihrer audio-visuellen Performance „Kosmos Oberbayern“ zu Gast.

Christinkindlmarkt wird verlegt

Die Gedenkfeier zum Volkstrauertag findet am 15. November wie gewohnt um 11.30 Uhr am Leonhardplatz statt. Der vorangehende Gottesdienst wird im Freien zelebriert. Vom Viehmarktplatz auf den Volksfestplatz verlegt wird der Christkindlmarkt. Dort steht ausreichend Platz zur Verfügung, um ein Hygienekonzept mit Höchstbesucherzahl, Abstandregeln und Maskenpflicht sinnvoll umzusetzen.

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