Die Abiturfeiern werden sich in diesem Jahr komplett von den gewohnten Zeremonien unterscheiden.

Fürstenfeldbruck

Wegen Corona: So viele Abi-Feiern wie nie

Das Abitur ist ein Meilenstein im Leben junger Menschen. Die Verleihung der Zeugnisse und das Ende der Schulzeit werden groß gefeiert. Heuer ist wegen der Corona-Pandemie aber alles anders. Die Schulen wollen ihren Schülern trotzdem einen würdigen Abschied ermöglichen. Seit Wochen wird an den Konzepten gefeilt.

Fürstenfeldbruck –Das Carl-Spitzweg-Gymnasium (CSG) in Germering will die Abiturfeiern mit Übergabe der Zeugnisse wie bisher an einem Tag durchführen. Der Ablauf ist allerdings etwas anders als gewohnt.

Gruppenweise feiern

Schulleiterin Rita Bovenz erklärt, dass die Feiern gruppenweise in der Aula und einem weiteren großen Raum über die Bühne gehen werden. Man eruiere, wie viele Gruppen man bilden müsse, um die Hygienevorschriften einzuhalten. Die 130 Abiturienten dürfen nur die engsten Verwandten einladen.

Am Tag der Zeugnisverleihung wird es wie gewohnt Reden der Schulleitung, der Eltern und der Abiturienten geben. Auch auf eine musikalische Umrahmung müssen die Schüler nicht verzichten – allerdings werden sich die Feiern über den ganzen Tag hinziehen.

Sieben Schichten

Das Max-Born-Gymnasium (MBG) hat sich für einen ähnlichen Ablauf entschieden. Die Feiern werden in sieben Schichten in der großen und einer der kleinen Turnhallen durchgeführt. Schulleiter Robert Christoph wird an vier davon die Ansprache halten, sein Stellvertreter Bernhard Sauermann an drei. Am MBG haben rund 140 Schüler ihr Abitur gemacht.

Zwei Varianten

Am Rhabanus-Maurus Gymnasium in St. Ottilien haben sich die Schüler Gedanken gemacht, wie sie trotz Pandemie feiern können. Unterstützt wurden sie vom Elternbeirat und einem Schülervater, der Jurist ist. Herausgekommen sind zwei Varianten – eine für schlechtes und eine für gutes Wetter.

Bei beiden findet am Nachmittag ein Gottesdienst in der Klosterkirche statt, erklärt Direktor Michael Häußinger. Wegen der Hygienevorschriften können aber nur die Abiturienten anwesend sein. Sollte das Wetter schlecht sein, werden auch die Zeugnisse in der Kirche überreicht. Eltern, Freunde und Bekannte können per Live-Stream dabei sein. „Die dafür notwendige Infrastruktur ist ja eh in der Klosterkirche vorhanden“, so Häußiger. Bei gutem Wetter findet im Anschluss an den Gottesdienst ein Grillfest auf dem Abteigelände statt. „Dann bekommen die Schüler im Freien ihre Zeugnisse – und die Eltern können dabei sein“, erklärt Häußinger.

Ein Marathon

Der Gröbenzeller Direktor Boris Hackl muss sich auf einen wahren Verabschiedungs-Marathon einstellen. Die 124 Abiturienten werden in sechs Veranstaltungen gefeiert. „Es ist schon ein Aufwand, aber uns war wichtig, dass auch dieser Jahrgang würdig abgehen kann. Das hat er verdient“, erklärt der Schulleiter. Für ihn selbst bedeutet das: sechs Mal die gleiche, wenn auch deutlich verkürzte Rede halten. Etwa eine halbe Stunde bleibt pro Feier. Empfang und Gottesdienst gibt es nicht.

Tüfteln am Konzept

Auch in Olching tüftelt man gerade an einem Konzept, die Feier in Abschnitten zu zelebrieren. „Die Schüler freuen sich, dass überhaupt etwas stattfindet“, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Sabine Ratberger. Trotz Corona-Pandemie. Geplant ist derzeit, dass man kursweise vier Mal feiert. Mit zwei Familienangehörigen wären so immer 75 Leute in der Turnhalle des Gymnasiums. Es gab deshalb auch schon die Idee, draußen eine Leinwand aufzubauen, damit alle Lieben an der Feier teilhaben können – wenn auch mit etwas Entfernung. „Die Schüler wünschen sich aber schon, dass die Eltern direkt dabei sind“, erklärt Ratberger.

Live-Übertragung

Für dieses Problem hat man in Puchheim eine Lösung gefunden. Direktor Georg Baptist spielt dabei in die Karten, dass es heuer „nur“ 51 Abiturienten gibt. Zudem hilft, dass man zuletzt viel in die technische Ausstattung der Schule investiert hat. Die 51 Absolventen dürfen am 17. Juli mit viel Abstand in der Aula Platz nehmen. Dort werden die Reden gehalten und die Zeugnisse überreicht.

Eltern und andere Angehörige werden in 26 Klassenzimmern untergebracht und verfolgen via Bildschirm live die Feier. Sobald ihr Kind das Zeugnis bekommt, dürfen sie auch kurz in die Aula. Aus Sicherheitsgründen sitzen immer nur zwei Familienverbände in einem Klassenzimmer. Zudem sind noch ein Gottesdienst und eventuell ein Sektempfang angedacht.

Noch nicht spruchreif

Am Brucker Graf-Rasso-Gymnasium ist man sich noch unschlüssig, wie man mit dem Thema verfahren will. „Wir haben uns in den vergangenen Wochen natürlich sehr viele Gedanken dazu gemacht“, sagt Schulleiterin Doris Hübler. Spruchreif sei davon aber noch nichts.

Schule wird geräumt

Anders sieht es am Viscardi-Gymnasium aus. Dort plant man coronabedingt mit einem regelrechten Verleihungs-Marathon, um den über 120 Abiturienten einen würdigen Abschluss zu bereiten. In zehn Schichten sollen bis zu 13 Schülern die Zeugnisse überreicht werden. Die übrigen der bis zu 50 erlaubten Plätze sind für Eltern und den engsten Familienkreis vorgesehen. „Zumindest die sollten dabei sein“, sagt Viscardi-Schulleiter Walter Zellmeier. Etwa eine halbe Stunde Zeit hat jede der Gruppen für die Zeugnis-Übergabe. Nicht viel, um die passenden Worte zu finden und Erinnerungsfotos zu schießen. „Ich werde mich bei meiner Ansprache kurz halten“, verspricht Zellmeier. Er blickt mit Respekt auf den Tag der Verleihung. „Das wird eine lange Angelegenheit.“ Für die Schüler sei es den Aufwand aber wert. Um Ansammlungen zu vermeiden, wird während der Feiern das Schulhaus geräumt. (tog,kg,gar,es,zag)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jetzt steht es fest: Auch die FFB-Schau ist gestrichen
Ganz offensichtlich haben die Beteiligten noch hart an Möglichkeiten gearbeitet, nun steht es aber fest: Die Regionalmesse FFB-Schau 2020 in Olching ist gecancelt. 
Jetzt steht es fest: Auch die FFB-Schau ist gestrichen
Eine Vollblut-Wirtin geht in den Ruhestand
Im „Wirtshaus am Hölzl“ endet eine Ära: Christa Haid, die Wirtin und gute Seele des Vereinsheims des FC Emmering, geht Ende des Jahres in den Ruhestand. 15 Jahre lang …
Eine Vollblut-Wirtin geht in den Ruhestand
Corona-Effekt: In Sozialkaufhäusern stapeln sich die Spenden
Ein Zufluss an Spenden, der wochenlang nicht abreißt. Lager die aus allen Nähten platzen – so sieht es aktuell in den Sozialkaufhäusern und Secondhand-Läden im Landkreis …
Corona-Effekt: In Sozialkaufhäusern stapeln sich die Spenden
Rosella aus Fürstenfeldbruck
Über die Geburt ihres ersten Kindes freuen sich Awinda El Muhammad und Yilmaz Ali. Ihre Tochter Rosella kam jetzt im Brucker Klinikum zur Welt. Das kleine Mädchen wog …
Rosella aus Fürstenfeldbruck

Kommentare