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Nach der Kommunalwahl

Wer wird Vize-Landrat? Das sind die aussichtsreichsten Kandidaten

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Nach der Kommunalwahl stehen auch im Kreistag weitere Wahlen an: nämlich unter anderem die der durchaus nicht bedeutlungslosen Vize-Landräte. Im Hintergrund laufen derzeit Gespräche über Personen und Konstellationen. Zeit, etwas zu spekulieren.

Fürstenfeldbruck–  Derzeit gibt es drei Vize-Landräte, die Amtschef Thomas Karmasin (CSU) in dessen Abwesenheit vertreten können. In Zukunft sollen es nur noch zwei sein, finden jedenfalls die Freien Wähler (FW). Das müsse reichen, sagt Fraktionschef Gottfried Obermair auf Tagblatt-Nachfrage. Die Freien Wähler stellen seit vielen Jahren Vize-Landräte, zuletzt den zweiten Vize.

Allerdings haben sich mit der Kommunalwahl im März einige Neuerungen ergeben, die zu Gedankenspielen einladen. Denn nunmehr sind die Grünen hinter der CSU zweitstärkste Kraft im Gremium und nicht mehr die SPD, die jetzt immerhin den dritten Vize stellt. Wird die Ökopartei also einen Posten für sich beanspruchen oder bekommen?

Grüne gehen wohl leer aus

Die Grünen geben sich hier im Moment eher bedeckt. Ohne Partner (und selbst mit) können sie sich freilich auch nicht durchsetzen. Täten sich die Grünen mit der SPD, der UBV, der ÖDP und dem einen Linken-Kreisrat zusammen, käme diese Front auf 30 Stimmen, denen 36 aus dem konservativen Lager (CSU, FW, FDP) gegenüber stünden und zusätzlich wahrscheinlich die drei von der AfD – die Grünen wären also auf Schützenhilfe von FW oder CSU angewiesen.

Michael Schanderl

Die eher Konservativen könnten praktisch alles unter sich ausmachen, denn mit 36 Stimmen (FDP, FW, CSU plus die des Landrats) haben sie in dem 70-köpfigen Gremium knapp die Nase vorn. CSU und FW haben zusammen mit dem Landrat genau 35 Stimmen – die Hälfte im Gremium also. Ohne Partner können die beiden Parteien, die ja auch im Landtag zusammen arbeiten, nicht regieren. Damit wird die FDP in gewisser Weise zum Zünglein an der Wage – mit deren Stimmen reicht es zur Mehrheit im Gesamtgremium, wobei natürlich eher selten wirklich alle Kreisräte an den Sitzungen teilnehmen (können).

Die beiden Kandidaten

Martina Drechsler

Wie man hört, möchte die CSU wieder Martina Drechsler als (erste) Vize-Landrätin ins Rennen schicken. Die Freien Wähler wollen Emmerings scheidenden Bürgermeister und langjährigen Kreisrat Michael Schanderl als weiteren, also zweiten, Vize aufbieten. Beide Personalien müssen als durchsetzbar und mehrheitsfähig gelten, wobei der Ausgang einer Wahl (zumal sie geheim ist) natürlich nie prognostiziert werden kann. Spannend wird des weiteren noch die Frage, ob es nicht vielleicht doch wieder einen dritten Vize geben wird (eher unwahrscheinlich) und wenn ja, wer das dann sein wird.

Michael Schanderl selbst bestätigte auf Tagblatt-Nachfrage sein Interesse an dem Amt und seine Bereitschaft dafür. Der Weg dahin sei aber keine „gmahde Wiesen“, sagte der Bio-Landwirt. Insgesamt gehe es ihm darum, das im Kreistag doch immer wieder auftretende Lager-Denken zwischen den Gruppen zu überwinden. Wenn jeder einen Schritt auf den anderen zugehe, dann müsse das möglich sein. Inhaltliche Zusammenarbeit hänge nicht von der Besetzung von Posten ab. 

Mehr zur Kommunalwahl finden Sie hier.

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