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Verkehrspolitik

Wieder ein Nein zur B2-Umwidmung in Fürstenfeldbruck

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Nein bleibt Nein bleibt Nein bleibt Nein: Das ist verkürzt gesagt das Ergebnis eines neuerlichen Schriftverkehrs zwischen der Stadt Fürstenfeldbruck und dem Verkehrsministerium in Sachen B2-Umwidmung.

Fürstenfeldbruck Am 5. Dezember wandte sich OB Erich Raff auf Drängen mehrerer Fraktionen im Stadtrat an das Bayerische Verkehrsministerium. Bei einem früheren Schriftwechsel war Raff vorgeworfen worden, er habe den Brief voreingenommen formuliert und die ablehnende Haltung der Verantwortlichen praktisch heraufbeschworen. Im neuen Schreiben übernahm Raff den von BBV, SPD und Grünen entworfenen Wortlaut – er unterschrieb den Brief also nur.

Erneuter Antrag auf Herabstufung

Der OB beantragte damit die Herabstufung der B 2 im Stadtgebiet zur Gemeindestraße und zugleich die nominelle Verlegung der B 2 auf die A 99 und die A 8. Auf diese Weise sollte eine Verringerung der Verkehrsbelastung in der Stadt erreicht werden.

Jetzt liegt im Rathaus die Antwort vor. Das Bayerische Verkehrsministerium verweist in dem Brief, der mehreren Stadträten vorliegt, auf ein Schreiben vom Mai 2016 aus dem Bundesverkehrministerium. Dieses habe erläutert, warum die Voraussetzung für eine abschnittsweise Herabstufung der B 2 aufgrund der Verkehrsnetzbetrachtung nicht gegeben sei und eine Abstufung nach den gesetzlichen Bestimmungen nicht möglich sei.

Das bayerische Verkehrsministerium weist in seinem Schreiben jetzt ergänzend darauf hin, dass Umstufungen von Straßen nur dann vorzunehmen seien, wenn sich die Verkehrsbedeutung geändert habe. Neben der Verkehrszusammensetzung komme es entscheidend darauf an, welche Funktion die Straße im Gesamtnetz aufweise. Die Verkehrsbelastung indes sei nicht ausschlaggebend.

In dem Brief an das Ministerium war allerdings auch die Rede von neueren Untersuchungen. Diese stellten die These, dass sich die Verkehrsbedeutung nicht geändert habe, in Frage. Dem Ministerium lägen diese Untersuchungen nicht vor, heißt es in der Antwort. „Gerne würden wir Ihre Einschätzung prüfen. Dazu bitten wir Sie, uns diese Untersuchungen zur Verfügung zu stellen.“

Die neueren Untersuchungen

Weiterhin verweist das Ministerium auf eine Besprechung vom 23. Oktober 2017. Die damals ins Gespräch gebrachte mögliche Verlegung der B 2 auf Teilstrecken der Landsberger Straße sei im Nachhinein von der Stadt abgelehnt worden. Ein weiter südlicher Verlauf der B2 über die Schöngeisinger Straße zur B471 sei aufgrund der großen Umwege nicht zielführend, heißt es in dem Schreiben weiter.

Mit den neuen Untersuchungen ist der Verkehrsentwicklungsplan gemeint, der derzeit entsteht. Dieser hatte in Sachen B2 allerdings wenig Neues ergeben, wie auf einer Versammlung im November berichtet wurde. Die Zahlen (19 000 Fahrbewegungen, ein Viertel davon Durchgangsverkehr) seien seit zehn Jahren einigermaßen stabil, hieß es damals bei einem öffentlichen Workshop.

Green City Experience

Wie aus einem etwas umfangreicheren Papier hervorgeht, geht man mittlerweile davon aus, dass 61 Prozent des Verkehrs in Fürstenfeldbruck Ziel- und Quellverkehr sind. 19 Prozent sind Binnenverkehr, nur 20 Prozent echter Durchgangsverkehr. Dabei werden aber auch Fahrten zum Beispiel von Germering zum Fliegerhorst als Zielverkehr gewertet – als Quellverkehr gilt auch eine Fahrt vom Landratsamt nach Mammendorf.

Laut der Untersuchung kommen am Tag 23 000 Fahrzeuge über den Münchner Berg in Bruck an. Im weiteren Verlauf verteilen sich die Fahrten innerhalb der Stadt auf verschiedene Routen – etwa auf die Oskar-von-Miller-Straße, in Richtung Emmering oder sie bleiben auf der B 2. In Richtung Westen (Mammendorf) fahren am Tag 14 000 Kraftfahrzeuge, über die Amperbrücke in der Innenstadt rollen 19 000 Kfz am Tag. Insgesamt hat sich nach dieser Einschätzung der Wert des echten Durchgangsverkehrs gegenüber früheren Annahmen sogar noch verringert, was Beobachter aber bereits in Zweifel ziehen. 

Die Verkehrsuntersuchung ist Teil des Projektes „Entwicklung eines Verkehrsentwicklungsplans für die Große Kreisstadt Fürstenfeldbruck“. Sie wurde vom Ingenieurbüro gevas humberg & partner GmbH durchgeführt. Der Verkehrsentwicklungsplan Fürstenfeldbruck wird von einem Projektteam erarbeitet. Dieses besteht aus dem Ingenieurbüro gevas humberg & partner GmbH, dem Beratungsbüro AASV Wulfhorst – Agentur für Standort- und Verkehrsentwicklung sowie aus der Projektagentur Green City Experience

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