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An Abstand ist hier nicht zu denken: Pendler in der S 4 am Mittwoch.

Fürstenfeldbruck

Wieder Streit um S 4: Pendler dicht gedrängt

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Wer gehofft hatte, jetzt einen viergleisigen Ausbau der S 4 bis Fürstenfeldbruck erreichen zu können, sieht sich enttäuscht: Der Verkehrsausschuss des Landtags hat entsprechende Bestrebungen abgelehnt. Gleichzeitig sind trotz Corona sardinenbüchsen-artige Szenen in der S 4 zu beobachten.

Fürstenfeldbruck– Die Berichte über überfüllte S-Bahnen häufen sich. Ein besonders krasser Fall wurde jetzt in einer S 4 ab Eichenau in Richtung Pasing dokumentiert: Die Pendler stehen dich an dicht. Von dem in Zeiten von Corona geforderten Mindestabstand ist nichts zu sehen.

Das zeigte sich wieder am Mittwochmorgen in der S 4 Richtung München. Ein defektes Fahrzeug behinderte den Schienenverkehr auf der Strecke, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn erklärt. Die Folgen der Störung waren Verspätungen und Zugausfälle. Die Pendler drängten sich deshalb in die verfügbaren Bahnen. An Abstand halten, war da nicht mehr zu denken, wie das Foto einer Leserin belegt. In solchen Fällen appelliert die Bahn an die Eigenverantwortung der Fahrgäste. Dazu zählen das Tragen von Masken sowie die üblichen Hygieneregeln. Gegebenenfalls könne man auf den Außenästen auch Busse nutzen, die ergänzend zu den S-Bahnen fahren. Dieses Angebot wird bis Ende Mai verlängert. Ab Montag soll außerdem wieder der normale S-Bahn-Plan gelten – nicht die abgespeckte Samstags-Variante, nach der derzeit gefahren wird. Szenen wie am Mittwochmorgen sollen so möglichst der Vergangenheit angehören

Njet: Das sagt der Verkehrsausschuss des Landtags 

Dem Verkehrsausschuss des Landtags lagen in Sachen S 4 unabhängig von der Corona-Krise zwei Anträge und zwei Petitionen vor. Am Ende bleibt nun aber im Wesentliche alles bei den bisherigen Planungen: nämlich einem dreigleisigen Ausbau der Strecke bis Eichenau. Allerdings soll der Gedanke der Aufwärtskompatibilität stärker in den Fokus gerückt werden – sprich die Hoffnung, dass man die dreigleisige Planung (gerade bei den Brückenbauwerken) so gestalten kann, dass später die Erweiterung um ein viertes Gleis möglich wird. Eine Studie hierzu soll Ende 2020 vorliegen, was der Landtagsabgeordnete Hans Friedl (FW) grundsätzlich begrüßt. Manchmal bedürfe es der Politik der kleinen Schritte, merkte Friedl an, der sich weiter für einen Ausbau der Strecke mit vier Gleisen ausspricht.

Grüne sauer

Die Grünen und der Bund Naturschutz indes verurteilen scharf, dass dem Bestreben nach einer sofortigen Umplanung nicht statt gegeben wurde. Die Grünen wollten einen sofortigen Stopp der Drei-Gleis-Planung bis Eichenau erreichen und durchsetzen, dass wieder vier Gleise bis Fürstenfeldbruck das Ziel sind. Der Ablehnung durch CSU und FW stehe in krassem Widerspruch zu den Aussagen im Kommunalwahlkampf, so der Landtagsabgeordnete Martin Runge. Die Stückelung der Baumaßnahmen werde immens höhere Kosten mit sich bringen und außerdem die Arbeiten endlos hinziehen – mit doppeltem Baulärm und Problemen des Baustellenverkehrs.

Die Befürworter der jetzt weiter geltenden Planungslösung indes fühlen sich gebunden an eine ein paar Jahre alte Untersuchung, die einen Ausbau der S 4 bis Bruck nur für knapp wirtschaftlich darstellbar hielt, die also kurz gesagt die Notwendigkeit von vier Gleisen bis Bruck in arge Zweifel zieht. Die neue Studie, so hoffen die Befürworter dieser Lösung, könnte neue Erkenntnisse mit sich bringen. Der Bund Naturschutz zeigt sich vom Votum des Verkehrsausschusses maximal enttäuscht. Wenn die Strecke erst einmal dreigleisig gebaut sei, werde auf Jahre hinaus nichts mehr passieren, heißt es etwa in einer Stellungnahme.

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