Windräder sind ein Baustein bei der Energiewende.
+
Windräder sind ein Baustein bei der Energiewende.

Energiewende

Fürstenfeldbruck will bis 2035 klimaneutral werden

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
    schließen

Die Stadt Fürstenfeldbruck soll bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden. Dieses hehre Ziel hat sich der Umweltausschuss am Dienstag gesetzt. Erreichen will man es über viele Klimaschutz-Projekte. Als Basis dienen die Anregungen des Umweltbeirats, Stadtjugendrats, und der Ortsgruppe von Fridays for Future.

Fürstenfeldbruck – Im Juli hatte der Umweltausschuss die Eindämmung der Klimakrise und ihrer Folgen als ein Ziel höchster Priorität anerkannt. Nun folgte der nächste Schritt: ein Maßnahmenkatalog und der Plan, bis 2035 bilanziell klimaneutral zu werden. Das bedeutet: Jeder CO2-Ausstoß muss dann mit anderen Aktionen kompensiert werden.

Dass sich der Ausschuss schon jetzt dazu bekannte, kam selbst für die Klimaschutzreferentin Alexa Zierl (ÖDP), die den Antrag gestellt hatte, überraschend. „Traut ihr euch?“, fragte sie in die Runde. Denn der Rathaus-Klimaschutzbeauftragte Thomas Müller hatte vorgeschlagen, dafür erst noch Aktionen zu entwickeln. „Ein Ziel zu haben ist wichtig“, meinte dagegen Jan Halbauer (Grüne). „Es wäre auch ein Zeichen für den Landkreis.“ Martin Kellerer (CSU) dagegen bezweifelte, dass die Stadt in 15 Jahren klimaneutral sein könne. „Wir sollten uns Ziele stecken, die man erreichen kann.“ So ein Vorhaben habe finanzielle Auswirkungen auf die Stadt und die Bürger. Bilanziell klimaneutral heiße ja nicht, dass man kein CO2 mehr ausstoßen dürfte, warf Christian Götz (BBV) ein. „Bitte keine allzu große Angst vor dem Ziel.“

Gegen eine Stimme legte sich der Ausschuss auf das Jahr 2035 fest. Das letzte Wort hat hier aber noch der Stadtrat.

Bruck klimaneutral: erste Ideen

Erste Ideen, wie man diesen Weg bestreiten will, sollen im März vorliegen. Bis dahin will eine Arbeitsgruppe aus Verwaltungsmitarbeitern, Umwelt- und Klimaschutzreferenten sowie Vertretern der Beiräte und Jugend erste Vorschläge erarbeiten. Die Grundlage bildet das Positionspapier, das der Umweltbeirat mit dem Stadtjugendrat erarbeitet hatte, und ein weiteres von Fridays for Future.

Diese Liste hatte der städtische Klimaschutzbeauftragte Thomas Müller in Oberziele, Unterziele und Maßnahmen aufgegliedert. Dazu gehören große Brocken wie die Sicherung von Flächen für den Klimaschutz oder die Förderung der E-Mobilität, aber auch kleine Projekte wie der Einsatz von Recyclingpapier oder weniger Außenbeleuchtung. „Wir hätten nicht im Traum zu hoffen gewagt, dass es in der Verwaltung so viel Resonanz erhält“, sagte Umweltbeiratsvorsitzender Georg Tscharke. Nicht alles sei genauso umgesetzt wie gewünscht. Aber man sei zuversichtlich, weiter gut zusammen zu arbeiten.

Klausur oder Arbeitsgruppe

Erstmal geht es nun darum, diese Liste weiter zu ordnen. Zierl schlug eine Klausur vor. Eine Arbeitsgruppe reiche doch auch, entgegnete Halbauer. Dafür seien die Referenten da. Das Papier müsse laufend fortgeschrieben werden, forderte Markus Droth (FW). Und man müsse auch überlegen, wie man mit den Stadtwerken hier arbeiten könne.

Zierl wollte gleich einige Projekte anstoßen, etwas das Förderprogramm für energetische Gebäudesanierung überarbeiten, oder den CO2-Ausstoß von Dienstreisen kompensieren und auf Recyclingpapier umstellen. Doch OB Erich Raff pfiff sie zurück. Das wolle man doch gemeinsam erarbeiten. Adrian Best (Linke) meinte noch, man solle die Beiräte dabei nicht vergessen.

Gegen eine Stimme beschloss der Umweltausschuss, im März über einen aktualisierten Aktionsplan zu sprechen. Raff nahm den Umweltbeirat, Stadtjugendrat und Fridays for Future in die Pflicht. „Ich hoffe, dass sie in den Planungen weiter dabei sind und das Thema nicht der Politik alleine überlassen.“

Kommentar

2035 wollen wir klimaneutral sein. An diesen Worten werden die Brucker Poliker nun gemessen werden. Denn sie haben sich ganz klar zum Klimaschutz bekannt. Die erste Vorarbeit ist gemacht. Von der Verwaltung, aber auch von Beiräten und Jugendlichen. Wie es auch Jan Halbauer sagte: Dass sie sich ehrenamtlich so einbringen, ist nicht selbstverständlich.

Nun aber müssen Taten folgen. Die Politiker sind am Zug. Sie müssen den Klimaschutz in allen Entscheidungen im Hinterkopf behalten und das Papier zum Leben erwecken. Vieles ist leicht umsetzbar, etwa recyceltes Papier zu kaufen oder öffentliche Gebäude weniger anzustrahlen. Aber der Klimaschutz wird ins Geld gehen. Und hier wird sich zeigen, ob es bei hehren Worten bleibt, oder man wirklich investiert, um den Klimawandel noch aufzuhalten. (Ingrid Zeilinger)

Auch interessant

Kommentare