In der Martha Pizzarei in Fürstenfeldbruck sollen die Gäste gerade zu Coronazeiten auch in der kälteren Saison draußen sitzen können. Decken und Schafspelze sollen sie warm halten.
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In der Martha Pizzarei in Fürstenfeldbruck sollen die Gäste gerade zu Coronazeiten auch in der kälteren Saison draußen sitzen können. Decken und Schafspelze sollen sie warm halten.

Fürstenfeldbruck

Wirte setzen auf Decken statt Heizpilze

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Viele Menschen wollen in der Corona-Krise bei ihrem Restaurant-Besuch lieber draußen sitzen. Zahlreiche Wirtschaften rüsten sich deshalb für den Herbst, damit ihre Gäste in den Wirtsgärten nicht frieren müssen. Decken und Schaf-Felle sind das Mittel der Wahl – Heizpilze dagegen eher nicht.

Fürstenfeldbruck – Heizpilze, egal ob gas- oder strombetrieben, gelten als extrem klimaschädlich. Sie sind deshalb in vielen bayerischen Kommunen verboten – jedoch nicht im Landkreis. Brucks OB Erich Raff betonte jüngst im Hauptausschuss , dass Gastronomen die umstrittenen Wärmespender einsetzen dürfen. Auch in Germering und Olching könnten sie aufgestellt werden.

„Wir gehen davon aus, dass die Gäste heuer wegen Corona die Möglichkeit, draußen zu sitzen, verstärkt annehmen“, sagt die stellvertretende Mahavi-Geschäftsleiterin Nadin Fischer. Dennoch sind die klimaschädlichen Heizpilze bei den Brucker Gastronomen verpönt. „Wir betreiben alle unsere Läden nachhaltig, setzen auf Ökostrom und Regionalität“, sagt Geschäftsführer Markus Bauer. „Da passen Heizpilze einfach nicht dazu.“

Gleichwohl will man die Außenbereiche von vier Gastro-Betrieben – Parkcafé, Bottles’n’Burgers, Martha Pizzarei und Marthabräu – so lange wie möglich für die Gäste geöffnet lassen. „Wir haben ohnehin viele Decken oder Felle ausliegen“, sagt Nadin Fischer.

Außerdem haben die Brucker Gastronomen auch über ein Infrarot-System nachgedacht, das für Wärme sorgen soll. Doch daraus wird kurzfristig nichts mehr. „Die Lieferzeiten liegen bei bis zu zwölf Wochen“, sagt Bauer. Wenn es draußen also doch zu kalt wird, müssen die Gäste in die Innenräume. Dort arbeitet die Mahavi Group coronakonform mit Stellwänden und neuen Lüftungssystemen.

Das sagt der Fürstenfelder

Auch Gerhard Kohlfürst, Chef des Fürstenfelder, hält von Heizpilzen nichts. „Wir sollten wegen Corona nicht unsere Klimaziele über den Haufen werfen“, sagt er. Umstimmen lässt er sich auch nicht vom Gaststättenverband, der sich – ebenso wie zuletzt der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger – für eine Aussetzung der Heizpilzverbote in vielen Städten und Gemeinden ausspricht. Auch im Biergarten des Fürstenfelder werden sich die Gäste mit Decken warm halten müssen. „Außerdem werden wir Glühwein verkaufen und vielleicht zusätzliche Schaf-Felle auslegen, um es gemütlicher zu machen“, sagt Kohlfürst.

Für Peter Helfer vom Olchinger Daxerhof sind neben Decken auch Heizpilze eine Option. Allerdings glaubt Helfer nicht, dass das ein Renner wird. „Ab einer gewissen Temperatur will doch keiner mehr draußen sitzen“, vermutet er. Der Gastronom setzt im Herbst und Winter deshalb wieder verstärkt auf seinen Abholservice.

Es gibt aber auch heuer Wirte, die ihre Gärten demnächst schlicht schließen. Gäste des griechischen Restaurants Mondo in Germering müssen dann rein. „Wir legen keine Decken oder Ähnliches aus, der Außenbereich bleibt zu“, kündigt Inhaber Christos Lakos an.

Ähnlich hält es Monika Schwarz vom Gasthaus Drexler in Aich. Sie denkt dabei in erster Linie an ihr Personal. „Die Bedienungen sind oft verschwitzt und müssten dann raus ins Freie“, sagt sie. Die Gastronomin fürchtet um die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen. Außerdem ist der Außenbereich relativ groß: „So viele Heizpilze könnte man gar nicht aufstellen, dass es da warm wird.“

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