Ein butes Sortiment auf 700 Quardatmetern: Die neue Woolworth-Filiale im City Point verspricht zur Eröffnung am 29. Oktober auch Aktionen und Angebote. Foto: lst
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Ein butes Sortiment auf 700 Quardatmetern: Die neue Woolworth-Filiale im City Point verspricht zur Eröffnung am 29. Oktober auch Aktionen und Angebote.

Fürstenfeldbruck

Woolworth füllt den Leerstand im City Point

  • vonStefan Reich
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Die Mieter im Einkaufszentrum City Point in der Schöngeisinger Straße bekommen einen neuen Nachbarn. Die Warenhauskette Woolworth hat auf ihrem Expansionszug Fürstenfeldbruck erreicht.

Fürstenfeldbruck – Es war ein ehrgeiziges Ziel, das die neuen Eigentümer nur ein Jahr nach der Insolvenz im Jahr 2009 ausgerufen hatten. Man wollte das Woolworth-Filialnetz von 160 verblieben Läden erheblich ausweiten. In Städten ab 30 000 Einwohnern sollen mittelfristig 800 Geschäfte entstehen. 400 gibt es inzwischen und alleine in den kommenden zwei Wochen sind bundesweit sechs Neueröffnungen geplant – eine davon in Fürstenfeldbruck am nächsten Donnerstag.

Der rote Woolworth-Schriftzug über dem Eingang ist bereits angebracht. Warentische und Regale stehen auch schon auf den 700 Quadratmetern Verkaufsfläche im City-Point-Obergeschoss an der Schöngeisinger Straße, die die Drogeriemarktkette Rossmann Mitte vergangenen Jahres geräumt hatte. Ein Blick durch die Glastüren am Eingang vermittelt auch bereits einen Eindruck vom Warenangebot. Das beschreibt die Woolworth Deutschland GmbH für ihre Kaufhäuser so: „Wir bieten unseren Kunden ein breites Sortiment an Artikeln für den täglichen Bedarf. zum Beispiel Heimtextilien, Haushaltsartikel, Mode für Damen, Herren und Kinder, Deko- und Drogerieartikel, Schreib- und Kurzwaren sowie eine bunte Auswahl an Geschenkartikeln.“

Woolworth war eine der ersten Warenhausketten überhaupt. Frank Woolworth, Besitzer eines Haushaltswarenladens im US-Bundesstaat Pennsylvania präsentierte 1879 ein damals völlig neues Ladenkonzept. Für kleine Preise – fünf oder zehn Cent – wurden Waren offen auf Warentischen angeboten. 1929 eröffnete das erste deutsche Woolworth-Kaufhaus in Bremen. Achtzig Jahre später meldete der inzwischen vom Mutterkonzern unabhängige deutsche Woolworth-Ableger mit seinen 330 Häusern Insolvenz an.

Woolworth bewegt sich auch heute noch eher im unteren Preissegment. Nach der Insolvenz wollten die neuen Eigentümer ab 2010 aber weg vom Image des Ramsch-Kaufhauses. Das Sortiment wurde von 25 000 auf 6000 Artikel verschlankt. „Woolworth ist nicht mehr so wie früher, das Ladenkonzept ist ganz anständig gemacht“, sagt auch Udo Klotz. Er ist Geschäftsführer des AEZ, das im Erdgeschoss des City Point einen seiner zwölf Lebensmittelmärkte hat. „Konkurrenz zu uns sind sie mit ihrem Sortiment auch nicht. Und alles ist besser als Leerstand.“ Bei der Stadt ist man ebenfalls froh, dass der Leerstand in dem zentral gelegenen Einkaufszentrum Geschichte ist. „Wir wollen die Innenstadt als Einzelhandelsstandort“, sagt Stadtbaumeister Martin Kornacher. Was Frequenz bringe, sei gut. Ein Urteil über den neuen Mieter will er aber nicht abgeben.

Auf der Fläche neben Woolworth war im vergangenen Jahr Tedi eingezogen. Die Ein-Euro-Ladenkette gehört in Teilen der Woolworth-Eigentümerin B.H. Holding der Familie Heinig. Stefan Heinig ist auch KiK-Gründer. Alle drei Marken sind – nicht erst, seit mit der Corona-Pandemie vielerorts die Einzelhandelsmieten fielen – auf einem strammen Expansionskurs.

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