10 Jahre Rauchverbot in Kneipen und Restaurants
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Seit zehn Jahren gilt das Rauchverbot.

Fürstenfeldbruck

Zehn Jahre Rauchverbot: Das sagen Wirte dazu

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Zehn Jahre ist es her, dass ein Volksentscheid die Raucherwelt erschütterte. Von da an hieß es: Rauchverbot in Gaststätten. Was zunächst für einen Aufschrei sorgte, ist heute aber zur Normalität geworden, wie Gastwirte aus dem Landkreis bestätigen.

Fürstenfeldbruck „Am Anfang war es schon hart“, sagt Christine Haid, die am Jahresende scheidende Wirtin des Wirtshauses am Hölzl in Emmering. Viele Gäste hätten angekündigt, dass sie dann eben nicht mehr weggehen würden. „Aber ausgerechnet, die, die das angedroht hatten, rauchen jetzt gar nicht mehr“, erzählt Haid und muss darüber ein wenig schmunzeln.

Grundsätzlich hat sie beobachtet, dass es weniger Raucher inzwischen gebe. „Und wer noch raucht, geht einfach raus“, sagt sie. Bei den meisten hätte sich die Einsicht durchgesetzt, dass die Luft im Wirtshaus einfach besser sei, wenn der Glimmstengel drinnen aus bleibt. Nur ein Klientel trifft das Verbot nach wie vor: „Die Kartenspieler wollen einfach rauchen“, sagt Haid. Die Konsequenz: „Sie spielen halt jetzt draußen im Wirtsgarten.“

Über anfängliche Tricksereien berichtet Josef Hartl jun. vom Unterwirt in Türkenfeld: „Da wollten die Leute das Verbot noch mit geschlossenen Gesellschaften umgehen.“ In seinem Gasthaus bissen die Raucher damit aber auf Granit. „Inzwischen ist das Rauchverbot in den Köpfen der Leute angekommen“, sagt Hartl.

Sein gesamtes Gasthaus sei drinnen rauchfrei. Nur im Biergarten darf gequalmt werden. Diskussionen gebe es deswegen keine mehr. „Nicht einmal bei Veranstaltungen wie Faschingsfeiern“, sagt Hartl.

Der Daxerhof

Ähnliche Erfahrungen hat auch Peter Helfer vom Daxerhof in Olching gemacht. „Die Raucher gehen alle brav raus.“ Noch nicht einmal bei geschlossenen Gesellschaften würden die Leute drinnen rauchen wollen. „Es schimpft auch keiner mehr darüber, dass er raus muss“, sagt Helfer. Im Sommer sei das ohnehin kein Problem, da dann der Biergarten geöffnet habe. „Bloß im Winter ist es halt ein bisserl unangenehm für die Raucher.“

Der Gastronom Antonio Di Gorga vom Fürstenfeldbrucker Gasthaus Brunello hat auch für diesen Fall vorgesorgt: „Wir haben draußen ein kleines Raucherabteil mit einem Heizstrahler und Windschutz“, erzählt der Wirt. Seine Gäste nutzen diesen völlig freiwillig. „Die Menschen haben das Rauchverbot akzeptiert“, sagt Di Gorga. Der Respekt gegenüber Nichtrauchern sei inzwischen groß. „Die Leute wissen um die Gefahren des Passivrauchens.“

Lediglich bei geschlossenen Gesellschaften fragen ab und an mal ein oder zwei Gäste, ob sie rauchen dürften. Der Brunello-Wirt lässt das aber nicht zu. „Wenn nicht geraucht wird, ist die Luft im Lokal einfach besser“, sagt er. Außerdem setze sich Zigarettengeruch schnell fest. „Wenn sich einer in einem geschlossenen Raum eine Zigarette ansteckt, reicht es nicht, wenn man einfach das Fenster kippt.“ Die Leute würden das verstehen.

Im Klosterstüberl

Pioniere beim Rauchverbot waren indessen Birgit und Martin Peter vom Klosterstüberl in Bruck. „Wir waren so mutig, und haben unser Lokal schon vier Jahre vor der offiziellen Einführung rauchfrei gemacht“, erzählt Birgit Peter. 2004 wurde bereits der erste Versuch gestartet – mit getrennten Räumen für Nichtraucher und Raucher. „Wir haben dann festgestellt, dass viele Raucher auch bei den Nichtrauchern saßen“, berichtet die Wirtin.

Das ließ bei ihr und ihrem Mann den Entschluss reifen, das Rauchen im Inneren gleich komplett zu verbieten. 2006 wurde das schließlich umgesetzt – vier Jahre vor dem Volksentscheid. Das Ehepaar Peter war von der Reaktion der Gäste selbst etwas überrascht – im positiven Sinn: „Die Beschwerden konnte man an einer Hand abzählen.“ Letztlich sei es auch von den Rauchern begrüßt worden, dass sie ihr Essen in dem Speiselokal rauchfrei genießen konnten.

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