Kampfflugzeug bei Madrid abgestürzt

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Parken im Halteverbot ist in der Höhenringstraße an der Tagesordnung.

In der Höhenringstraße 

Zwei-Klassen-Gesellschaft bei Knöllchen?

Bei den Anwohnern der Höhenringstraße herrscht dicke Luft. Aus ihrer Sicht verteilen die Parkplatzkontrolleure vom Ordnungsamt der Stadt Bruck willkürlich Knöllchen – und das, obwohl die Parkplatzsituation in der dicht besiedelten Straße mehr als schwierig ist.

Fürstenfeldbruck – Als Manuel Kaiser (Name geändert) eines Morgens zu seinem Auto in der Höhenringstraße geht und in die Arbeit fahren will, sieht er schon von Weitem den kleinen, weißen Zettel unter seinem Scheibenwischer. Das Ordnungsamt hat zugeschlagen und ein Knöllchen verteilt. Sein WG-Mitbewohner, der zur selben Zeit das Haus verlässt und auf der gegenüberliegenden Seite geparkt hat, scheint den Kontrolleuren wohl nicht aufgefallen zu sein. Er hat keinen Strafzettel bekommen. Misst hier jemand mit zweierlei Maß?

Bei seinem letzten Strafzettel hat Kaiser mehrere ungewöhnliche Dinge bemerkt: Zum einen haben sowohl er als auch sein Mitbewohner teilweise im Halteverbot geparkt. Doch nur er, dessen Auto ein Außendienstfahrzeug und in Hessen gemeldet ist, wurde verwarnt. Das Auto seines WG-Kumpels mit dem Brucker Kennzeichen entging der Strafe. Ein weiterer Freund von Kaiser, der ein polnisches Nummernschild hat, erhielt ebenfalls ein Knöllchen. „Das ist doch schon sehr auffällig, wenn nur die Nicht-Brucker einen Strafzettel bekommen“, sagt der wütende Außendienstmitarbeiter. Die Stadt jedoch betont auf Nachfrage, dass nicht zwischen ansässigen und ortsfremden Autos beziehungsweise Kennzeichen unterschieden wird.

Die Höhenringstraße ist zentral in Bruck gelegen und ausschließlich von Wohnhäusern umgeben. Am Ende mündet sie in eine Sackgasse, welche direkt an die Grund- und Mittelschule Fürstenfeldbruck Nord anschließt. Im hinteren Bereich der Straße stehen Mehrfamilienhäuser mit schätzungsweise mehr als hundert Parteien. Die Tiefgaragen, welche die Parkplatzsituation etwas entspannen sollen, sind heillos überfüllt – und dazu noch sehr teuer. Daher sind sie für viele finanzschwächere Familien keine Option. „Man hat sich, soweit es geht, miteinander arrangiert und parkt teilweise neben- oder hintereinander. Aber natürlich nur mit Absprache des Nachbarn“, sagt Manuel Kaiser. Dass diese Arrangements teilweise die Grenze des Legalen überschreiten, ist auch ihm klar. Doch er wundert sich schon sehr über die seit Kurzem auftretende Häufung der Knöllchen.

Kaiser findet auch die Uhrzeit ungewöhnlich, in der die Verwarnung ausgestellt wurden. Auf einem Ticket stand 5.40 Uhr. „Ich denke, die Stadt hat irgendwann mal festgestellt, dass so früh noch alle Anwohner auf der Straße parken und hier am Meisten zu holen ist. Vor allem, da sie vor Kurzem erst einen Bordstein abgesenkt und zu einer Feuerwehreinfahrt gemacht hat, was wieder drei Parkplätze gekostet hat“, sagt Kaiser.

Bei der Stadt bestätigt man, dass einer der fünf Verkehrsüberwacher des Ordnungsamts bereits sehr früh anfängt und ein anderer spät abends kontrolliert.

Das ist auch der Grund, weshalb Kaiser erneut ein Knöllchen bekommen hat, und zwar um 19:30 Uhr. Verärgert rief er im Rathaus an. Er wollte eine Erklärung für die seiner Meinung nach einseitige Kontrolle. Man habe ihn abgewiegelt, sagt er. Er habe schließlich im Halteverbot geparkt und damit sei die Sache erledigt. „Ich wohne seit zehn Jahren hier und ich habe bis letztes Jahr nie einen Strafzettel bekommen, doch dieses Jahr waren es bereits zwei. Ich vermute stark, dass die Stadt hier eine willkommene Einnahmequelle gefunden hat und seither hier vermehrt kontrolliert“, spekuliert Kaiser. Gleichwohl sieht sich das Ordnungsamt als verlängerter Arm des Bürgers und verweist auf die Bürgerversammlung, wo Besucher eine verstärkte Kontrolle der Außenbezirke gefordert hatten.

Für die Anwohner der Höhenringstraße gibt es keine Alternativen – außer weit weg von zu Hause in einer anderen Seitenstraße einen Parkplatz zu suchen. Das ist allerdings für viele Familien und ältere Menschen keine Option, die beispielsweise ihre Einkäufe nach Hause transportieren müssen. Unglücklich ist, dass am Ende der Sackgasse ein großer Parkplatz angelegt wurde. Doch der ist lediglich für die Besitzer von Eigentumswohnungen aus der Nachbarstraße.

„Ich verstehe natürlich, dass zum Beispiel Feuerwehreinfahrten nicht zugeparkt werden dürfen, doch manche Parkverbotsbereiche sehen mir sehr willkürlich aus und das erschwert die Situation für viele meiner Nachbarn stark“, sagt Kaiser. Er appelliert an die Verwaltung, sich die Gegebenheiten noch einmal genauer anschauen. „Und etwas zu unternehmen, anstatt einfach nur abzukassieren.“

Von Tom Eldersch

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