Gabriele Bunk vom gleichnamigen Reiseladen in Maisach muss momentan viel Aufklärungsarbeit zum Thema Urlaub leisten. 	foto: weber
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Gabriele Bunk vom gleichnamigen Reiseladen in Maisach muss momentan viel Aufklärungsarbeit zum Thema Urlaub leisten.

Landkreis Fürstenfeldbruck

Zwischen Reise-Fieber und Corona-Angst

  • Lisa Fischer
    vonLisa Fischer
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Die Reisebüros im Landkreis stehen in den Startlöchern. Noch geht es dort wegen der Corona-Pandemie eher ruhig zu. Ein paar Kunden schlagen allerdings bereits zu und buchen ihren Urlaub – trotz der Ungewissheit.

Fürstenfeldbruck – „Eine Reise auf die Malediven geht zur Zeit immer gut“, sagt Petra Högenauer vom Reisebüro Weltenbummler in Türkenfeld. Auch im Herbst, während des „Lockdown light“ und dem folgenden harten Lockdown im Dezember hätten viele Kunden eine Reise auf die tropische Insel gebucht. „Wahrscheinlich, weil man als Urlauber dort aktuell sehr viel Privatsphäre genießt“, vermutet Högenauer.

Die Inseln hätten keine 100-prozentige Auslastung. Touristen hätten kaum Kontakte. „In den Bungalows hat man sozusagen fast einen Privat-Butler“, sagt die Reiseverkehrskauffrau. Das Personal auf der Insel trage zwar Maske, wohingegen die Urlauber den kompletten Aufenthalt lang auf einen Mund-Nasen-Schutz verzichten dürfen – dank eines Corona-Tests vor dem Abflug.

Gesundheit wird zum vorherrschenden Thema

Hygienemaßnahmen, Maskenpflicht, Corona-Tests und Quarantäne: Diese Themen sind neu in den Beratungsgesprächen der Reiseexperten. „Teilweise wird über dieses Thema fast stärker nachgefragt, als über das tatsächliche Urlaubsziel“, sagt die 46-jährige Petra Högenauer. Das sei für sie und ihre Kollegen ganz neu.

Einen veränderten Beratungsbedarf bemerkt auch Gabriele Bunk, Inhaberin des Reiseladen Bunk in Maisach. „Die Kunden sind verunsichert und fragen uns, wie es mit den Quarantäneregeln vor Ort aussieht oder wenn sie wieder in ihrer Heimat landen“, berichtet die 59-jährige Reiseverkehrskauffrau. Die Beratung sowie die Abwicklung von Reise-Anfragen ist hierbei kostenlos. „Wir verdienen erst etwas, wenn der Urlauber tatsächlich seine Reise antritt“, erklärt Bunk. Wird der Urlaub storniert oder verschoben, verdiene das Reisebüro an der Sache nichts.

Heimische Ziel favorisiert

„Aktuell erreichen uns fünf bis zehn Prozent der üblichen Nachfragen“, sagt Gabriele Bunk. Meist seien Ziele in der heimischen Ecke favorisiert oder solche, die mit dem Auto erreichbar sind. Die Beratung läuft im Büro Bunk mittlerweile digital ab. „Über ein Programm sprechen wir per Video mit den Kunden“, sagt Bunk, die eine weitere Filiale in Karlsfeld (Landkreis Dachau) betreibt. Das Online-Angebot werde gut angenommen, es sei für die Kunden bequemer, von Zuhause aus an einem Termin teilzunehmen. „Wir werden das auf jeden Fall zukünftig beibehalten, auch ohne Corona“, sagt Gabriele Bunk.

Bei Weltenbummler möchte man ebenfalls zukünftig digital durchstarten. „Aktuell können wir die ruhige Zeit nutzen, um somit den Kunden intensiver zu beraten und mehr auf ihn einzugehen“, erzählt Petra Högenauer. Mit Blick auf die zahlreichen flexiblen Urlaubsangebote meint die Adelshofenerin: „Unserer Meinung nach kann man sich jetzt schon trauen und sich einen Urlaub sichern.“ Die sogenannten Flexi-Pakete aus der Reisebranche würden wegen Corona meist eine Stornierung von bis zu 14 Tage vor Urlaubsbeginn akzeptieren.

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