Optische Täuschungen: Der Brucker Künstler Roland Helmer zeigt im Kunsthaus Werke, die den Eindruck von Wölbungen vermitteln.
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Optische Täuschungen: Der Brucker Künstler Roland Helmer zeigt im Kunsthaus Werke, die den Eindruck von Wölbungen vermitteln.

Neue Ausstellung

Fürstenfeldbrucker Kunsthaus zeigt „Farbe im System“

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Das Leben kehrt zurück ins Brucker Kunsthaus. Zu sehen ist ab sofort eine Ausstellung, die bereits im November eingezogen ist. Damals war sie jedoch noch vor der Eröffnung dem zweiten Lockdown zum Opfer gefallen.

Fürstenfeldbruck – „Farbe im System“ heißt die Werkschau und zeigt ab diesem Freitag einen Querschnitt durch das Künstlerleben des Bruckers Roland Helmer. Der 81-Jährige zählt zu den führenden Vertretern der konkreten Kunst.

Seine Werke stellen nichts Gegenständliches dar, nichts Abstraktes und nichts Emotionales. Sie entstehen auf der Grundlage von Mathematik und Geometrie. Helmer geht es um Fläche, Linie, Farbe und Form, ihr Zusammenspiel und ihre zuweilen verblüffende Wirkung auf das menschliche Auge.

Die neue Ausstellung konzentriert sich auf drucktechnische Arbeiten, deren Urform der Künstler zum Teil noch mit Zirkel und Tuschfeder geschaffen hat. Da gibt es Kreisvariationen und Bilder, in denen Helmer Kreise und Quadrate wie Zwillinge kombiniert und zusammen neue Formen bilden lässt. In dreifarbigen Drucken zeigt er Gelb, Orange oder Grün vor weißem und schwarzem Hintergrund und demonstriert auf diese Weise, wie sich ein- und dieselbe bunte Farbe völlig verschieden darstellen lässt.

Ein „Seitenweg“ mit zwölf Metern Länge

Eine Serie von Siebdrucken mit dem Titel „Jalousie“ spielt mit optischen Täuschungen, indem sie den Eindruck von Wölbungen und Bewegung schafft. Die Werke umspannen einen Zeitraum von rund 50 Jahren.

Gezeigt wird auch etwas, das Helmer selbst als „Seitenweg“ bezeichnet – ein zehnteiliges, sich kontinuierlich verschmälerndes Werk, das hier erstmals zusammenhängend auf einer zwölf Meter langen Ausstellungswand zu sehen ist.

„In zehn Schritten“, so der Titel, entstand durch das Spritzen von Farbe auf die am Boden liegende Leinwand. So hat Helmer ein Universum aus bunten Punkten geschaffen. „Die Größe der Punkte ist bestimmbar durch die Größe des Pinsels und den Abstand zur Leinwand“, erklärt der Künstler.

Mit 18 Jahren – nachdem er auf den amerikanischen Actionpainter Jackson Pollock gestoßen war – hat er zum ersten Mal den Keller seiner Mutter auf diese Weise vollgetüpfelt. Obwohl das nicht ganz in ihrem Sinne war, stellte sie dem Sohn den Keller auch später noch als Arbeitsraum zur Verfügung.

Inzwischen hat Helmer ein Atelier in Eichenau. Dort verbringt er nach wie vor viel Zeit – wenn er sich nicht gerade in Bruck um den heimischen Garten kümmert oder seiner anderen Leidenschaft nachgeht – dem Kochen.

Die Ausstellung

„Farbe im System“ ist vom 26. März bis 25. April jeweils von Mittwoch bis Sonntag (13 bis 17 Uhr) im Kunsthaus Fürstenfeldbruck zu sehen. Bei einer Corona-Inzidenz zwischen 50 und 100 ist eine Terminbuchung unter Telefon (0 81 41) 61 13 13 erforderlich. Es dürfen jeweils 20 Personen gleichzeitig in die Ausstellungsräume.

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