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„Wir machen Bläsermusik, keine Blasmusik“: Der Unterschied ist den Mitgliedern des Posaunenchors wichtig.

Zehnjähriges Jubiläum 

Posaunenchor mit Pop-Einfluss

Posaunenchöre haben in der evangelischen Kirche eine lange Tradition, nicht nur in Fürstenfeldbruck. Der Chor der Erlöserkirche zählt zu einem der größten in Oberbayern. Heuer feiert dessen Ableger, der Posaunenchor der Gnadenkirche, zehnjähriges Bestehen und ist inzwischen eine feste Institution im Brucker Westen.

Fürstenfeldbruck – Es ist Mittwochabend und die Räume der Gnadenkirche im Brucker Westen sind spärlich beleuchtet. Wer die Eingangstüren durchschreitet, den empfangen die Klänge von Hörnern, Trompeten und Posaunen. Das alte Gospelstück „Oh when the Saints go marching in“ wird angestimmt.

Der Posaunenchor der Gnadenkirche trifft sich zu seinem wöchentlichen Übungsabend. Ursprünglich gab es in Bruck nur einen Chor, und zwar den in der Erlöserkirche. Der zog immer mehr Musiker an. Dies führte nicht nur zu Platz- und Zeitproblemen, sondern vor allem zu Erfahrungsdefiziten. Jungbläser, die gerade erst eingestiegen waren, hatten Probleme, mit den erfahren Musikern mitzuhalten.

2007 gründete der Biburger Trompetenspieler Günther Dietrich mit einigen Mitmusikern einen neuen Chor, der anfangs lediglich ein Ableger der Hauptgruppe war. Doch da es langsam eng wurde in den Räumen am Stockmeierweg, wechselten die Chormitglieder an die Gnadenkirche und konnten damit auch Musiker aus dem Brucker Westen zur Teilnahme motivieren.

Fürstenfeldbrucker Posaunenchor spielt auch auch Pop- und Filmmusik

Die Posaunenchöre nehmen eine wichtige Rolle in der evangelischen Tradition ein. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts folgen sie dem Satz im Psalm 150 „Lobet ihn (Gott) mit Posaunen“. Doch wer glaubt, es werden nur Choräle und klassische Stücke gespielt, irrt sich. Sehr zur Freude des jüngsten Mitglieds Julian Müller (19) übt der Chor auch Jazz- und Popmusik sowie Filmmusik. Und besonders eines ist für Dietrich essenziell, der bereits seit 65 Jahren Trompete spielt: „Wir machen keine Blasmusik, sondern Bläsermusik. Der Unterschied ist wichtig.“

Von Anfang an gab es auch schon Kurse für Jungbläser. „Damit ist nicht das Alter gemeint“, erklärt Dietrich, „sondern der Erfahrungsgrad. Also finden sich in dem Kurs Kinder und Jugendliche, aber auch Neueinsteiger und Wiederkehrer.“ Erfahrene Ausbilder bringen dem Nachwuchs im Einzel- und Gruppenunterricht den Umgang mit den Blechblasinstrumenten bei.

„Die Instrumente können bei uns auch kostenlos geliehen werden, so muss zum Einstieg kein teures Instrument angeschafft werden“, erläutert der 77-jährige Biburger. Pfarrerin Ursula Leitz-Zeilinger fügt hinzu: „Das ermöglicht es auch sozial schwächeren Familien, bei uns mitzumachen und ein Instrument zu erlernen.“ Außerdem ist es nicht notwendig, Mitglied der evangelischen Kirche zu sein, sagt Leitz-Zeilinger.

Heute umfasst der Chor an der Gnadenkirche zwölf Bläser. „Angestrebt sind 16, damit wir im Idealfall jedes Instrument vierfach besetzt haben“, sagt der 77-Jährige. Inzwischen ist die Gruppe um Dietrich und dem seit 2015 neueingestiegenen Chorleiter Christoph Hanelt ein fester Bestandteil des Kirchenprogramms. „Wir sind zum Beispiel bei Waldgottesdiensten der Orgelersatz“, erzählt Dietrich. Aber auch bei Auftritten der Stadt, kam der Chor schon zum Einsatz.

Neueinsteigerkurs beim Fürstenfeldbrucker Posaunenchor

Für alle Interessenten und Neueinsteiger findet immer freitags von 19.30 bis 21.30 Uhr unter der Leitung von Christoph Hanelt der Neueinsteigerkurs statt. Die Teilnahme ist kostenlos und Leihinstrumente stehen zur Verfügung. Weitere Informationen bei Kantor Christoph Hanelt unter Telefon (0 81 41) 52 94 00 oder per Mail an Christoph.Hanelt@elkb.de.

von Tom Eldersch

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