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Zu groß, steil und schwierig zu fahren: Nico Frank und die Stadtjugendräte Thomas Heiß und Julian Pelloth finden, dass Möglichkeiten für Anfänger im Skatepark fehlen.

Forderung des Stadtjugendrats

Brucker sollen auf jedem Niveau skaten können

Reicht der Brucker Skatepark noch aus? Der Stadtjugendrat hat zu viele Besucher auf der Anlage und zu hohe Anforderungen für junge Fahrer ausgemacht. Die Idee der Jugend-Vertreter zur Entschärfung der Probleme: Ein Anbau am selben Gelände.

Fürstenfeldbruck – Manchmal kann zu hohe Qualität auch zum Nachteil gereichen. Diesen Schluss zieht jedenfalls der Stadtjugendrat in Hinsicht auf den Brucker Skatepark neben der Feuerwache. „Der Skatepark ist oftmals überfüllt“, konstatieren die Stadtjugendräte. Der Park werde seit der Eröffnung im Jahr 2010 von der Brucker Jugend, aber auch älteren Semestern sehr gut angenommen. Von sechs bis 40 Jahren reiche die Bandbreite der Altersklassen. Mittlerweile fahren dort Skateboarder, Inline-Skater sowie Scooter-, Roller- und BMX-Fahrer.

Prinzipiell ist das alles erfreulich. Doch der Skatepark läuft zu gut. Er ist überfüllt. Ein Nebeneffekt des Gedränges und Durcheinanders: „Bei hohen Besucherzahlen und der Nutzung insbesondere durch Kinder, welche oftmals dazu tendieren, wenig um sich zu sehen, kommt es hier des Öfteren zu Unfällen“, stellt der Stadtjugendrat fest.

Ist der Skatepark Fürstenfeldbruck für Fortgeschrittene ausgelegt?

Doch Stürze, Schrammen und Verletzungen drohen nicht nur wegen zu hoher Frequentierung der Anlage. Auch die Konzeption des Skateparks trage dazu einen Teil bei, meinen die jungen Politiker: „Der Skatepark ist für sehr fortgeschrittene Nutzer ausgelegt. Für viele Anfänger und Nutzer sind die vorhandenen Elemente des Skateparks zu groß, zu steil oder generell zu schwierig zu bewältigen.“ Möglichkeiten für die Anfänger, an einfachen Elementen sich erst einmal auszuprobieren, würden fehlen.

Der Brucker Skateboarder Nico Frank sagt beim Ortstermin mit dem Tagblatt: „Ich fahre seit zehn Jahren Skateboard und kann an den hohen Wänden vielleicht vier Tricks machen.“ Dies sei auch kontraproduktiv für Kinder, die noch gar nicht wissen, welche Art von Rollsport sie eigentlich dauerhaft betreiben wollen.

Stadtjugendrat fordert eine Erweiterung des Skateparks

Wegen dieser Probleme hat der Stadtjugendrat in dieser Woche einen Antrag im Rathaus eingereicht: Dort schlägt das Gremium die Erweiterung des Skateparks vor. Damit ließen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Besucher würden sich auf dem größeren Gelände verteilen, außerdem könnte man bei der Erweiterung einfachere Elemente bauen, sodass für Unerfahrene der Einstieg erleichtert wird.

Die lokale Skater-Szene hat dazu mit dem Stadtjugendrat und nach Rücksprache mit dem Bauamt bereits Optionen erarbeitet. Man präferiert dabei eine Erweiterung am bestehenden Standort auf den freien Flächen neben der Anlage. Dabei gäbe es eine große, bevorzugte Variante mit insgesamt 730 Quadratmetern oder kleinere Gelände-Erweiterungen mit knapp 500 Quadratmetern. Der neue Teil des Skater-Anlage soll aber nicht separat für sich stehen, sondern an den bestehenden Park anschließen. Dort sollten ebene Flächen und kniehohe Elemente für Anfänger gebaut werden.

Möglicher neuer Skatepark-Standort im Brucker Westpark

Option Nummer zwei wäre ein komplett neuer Standort im Westpark. Dem steht der Stadtrat und auch die Skater-Szene aber im Sinne des Mottos „Eine Skate-Szene – eine Skate-Anlage“ eher reserviert gegenüber.

In ihrem Antrag gehen die Jugendlichen auch auf Skateparks in Bayern ein, die in den letzten Jahren gebaut wurden: Bei diesen beliefen sich die Baukosten zwischen 90 000 und 140 000 Euro, jeweils ohne die Erdarbeiten, die aber laut Stadtjugendrat in Fürstenfeldbruck auch nicht notwendig sind.

von Fabian Dilger

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