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Der so genannte Loop war der Favorit der Bürger auf dem Viehmarktplatz, ist aber nicht wirtschaftlich. Auch die Suche nach Investoren hat ergeben, dass niemand diesen bauen möchte.

Stadt verhandelt mit Interessenten

Viehmarkt: Investoren wollen höher bauen

Nach dem Aus für die Pläne am Viehmarktplatz versucht die Stadt, einen Investor zu finden. Dieser soll auf dem nördlichen Teil ein Gebäude bauen. Es gibt durchaus Interessenten. Doch fast alle fordern mindestens ein zusätzliches Stockwerk.

FürstenfeldbruckZwei Gutachten hatten das Projekt mit Bürgerbeteiligung zu Fall gebracht. Sowohl die Markthalle – Favorit der Stadträte – als auch ein von den Bürgern favorisiertes gebogenes Gebäude, Loop genannt, seien nicht wirtschaftlich, hieß es. Daraufhin wurde Wirtschaftsförderin Aliki Bornheim beauftragt, einen Investor zu suchen.

Die Gespräche laufen noch. Eine Tendenz ist aber klar: „Viele Brucker Firmen und auch Investoren von auswärts können sich vorstellen, auf dem Viehmarktplatz etwas zu machen“, berichtete OB Erich Raff (CSU) bei einem Pressegespräch. „Aber nicht mit dem bestehenden Konzept.“ Alle fordern mehr Verkaufsfläche und auch eine bessere Anordnung kleinerer Ladeneinheiten – ohne frei bleibende Nischen, wie sie bei der Markthalle mit zwölf Ständen entstanden wären.

Wenn der Gutachter Nein sagt, will Raff kein Geld in die Hand nehmen

Die Bandbreite der Angebote reicht von Märkten aus dem Lebensmittelbereich bis zu Erlebnisgastronomie mit kleinen Ständen, wie es Raff bezeichnete. Also Bäcker oder Metzger, denen man bei der Arbeit zuschauen kann. Die meisten fordern zudem mindestens ein weiteres Obergeschoss – und das wollte der Stadtrat bislang nicht. Vorgeschlagen sind ein Ärztezentrum, auch Wohnungen stehen hoch im Kurs.

Der Stadtrat wird also entscheiden müssen, ob er den Kompromiss eingeht, und im oberen Bereich doch Wohnungen zulässt. Auch die Markthalle sei sehr hoch geplant, sagt Vize-Bürgermeister Christian Götz (BBV). Auch Kämmerin Susanne Moroff muss noch Zahlen vorlegen. Denn die Stadträte wollen das Grundstück nicht verkaufen, sondern in Erbpacht vermieten. Hier müssen Parameter für das Gebäude, Vertragslaufzeit und Zins berechnet werden.

Für Götz hat das Gebäude nur eine nachgeordnete Bedeutung. „Die Bürger wünschen sich einen großen schönen Viehmarktplatz, auf dem man sich aufhalten kann.“ Und das will die Stadt auch umsetzen. Raff stellt aber klar: „Wenn ein Gutachter Nein sagt, nehme ich kein Geld in die Hand und stelle da was hin.“

Doch bevor man den Platz gestalten kann, müsste erst einmal die Tiefgarage gebaut werden (siehe Kasten). Hier könnte sich eine Kooperation mit dem Besitzer des benachbarten Hardy’s anbieten. Denn dieser möchte sein Fitnessstudio auch neu bauen. Laut Raff bietet sich dann an, gemeinsam eine Tiefgarage zu bauen. Denn unter dem nördlichen Teil soll ohnehin eine Garage mit 145 Stellplätzen entstehen. Die könne man teilweise auch unter den südlichen Viehmarkt legen, umvon Synergieeffekten zu profitieren. Doch dazu muss erstmal die Planung stehen. Darüber will Raff mit dem Besitzer in den nächsten Wochen sprechen.

Wie geht es weiter mit den Tiefgaragen unter dem Viehmarktplatz?

Mit dem Bau der Tiefgarage unter dem Viehmarktplatz müssen sich die Stadträte auch Gedanken über die Parkraumbewirtschaftung machen. Denn die Autofahrer nutzen die Garage nur, wenn das Parken an der Straße teurer ist. Möglicherweise müsse man dann auch über den Erhalt der Semmeltaste, mit der im Zentrum für kurze Zeit umsonst geparkt werden darf, nachdenken, sagte OB Erich Raff (CSU).

Raffs Vorgänger Klaus Pleil (BBV) träumte von einem unterirdischen Garagen-System westlich und östlich des Marktplatzes, um den Parkverkehr aus der Hauptstraße zu verbannen. Diese Garagen hätten in Kooperation mit anderen Grundstücksbesitzern realisiert werden sollen. Doch das bleibt vorerst nur ein Traum. Denn Pläne für weitere Garagen ruhen derzeit.

Der Wunsch, gemeinsam mit den Besitzern des Hotels Post eine gemeinsame Garage zu bauen, ist nach wie vor ein Wunsch. Denn die Hotelchefs sorgen sich um die Zufahrt. Zwischenzeitlich hätten sie auch überlegt, den Hotelanbau auf Stelzen zu errichten und die Stellplätze darunter nachzuweisen. Doch dieser Plan ist laut Raff offenbar wieder vom Tisch.

Zu teuer ist eine Erweiterung der Tiefgarage unter dem CityPoint auf dem Uhl-Grundstück nach Osten zum Hardy’s. Raff denkt in eine andere Richtung: Die Stadt besitze hinter dem Bexenhaus ein Grundstück. „Warum sollen wir dort nicht ein Parkhaus bauen?“ Problematisch wäre allerdings die Zufahrt über die Ludwigstraße. Klar ist: Zunächst muss die Planung für den Viehmarkt stehen, dann kann die Stadt am Parkkonzept weitertüfteln.

von Ingrid Zeilinger

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