Herwig Bahner verlässt die Christsozialen nach 34 Jahren.

Brucker CSU-Stadtrat wechselt zur FDP

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Der Fürstenfeldbrucker Stadtrat Herwig Bahner (CSU) hat eine neue politische Heimat gefunden. Der 57-Jährige will der FDP beitreten.

Fürstenfeldbruck – Herwig Bahner will sich im Fürstenfeldbrucker Stadtrat mit dem bisher einzigen Liberalen Klaus Wollenberg zusammentun. Das hat der Volkswirt und Jurist auf Tagblatt-Nachfrage mitgeteilt. Bahner hatte erst am Sonntag seinen Austritt aus der CSU öffentlich gemacht. Als Grund nannte er die Bundespolitik der Christsozialen unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel.

Die FDP stehe ihm schon immer relativ nahe, vor allem wirtschaftspolitisch, sagt Bahner am Montag, dessen Frau ebenfalls FDP-Mitglied ist. Als eines seiner politischen Vorbilder nennt er Otto Graf Lambsdorff, ehemaliger FDP-Bundeswirtschaftsminister. Im vergangenen Bundestagswahlkampf habe ihn vor allem der FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner überzeugt. Nun wolle er den Kreisvorsitzenden Hendrik Grallert bitten, ihm einen Aufnahmeantrag zu schicken.

Bahner will im Brucker Stadtrat mit Klaus Wollenberg ein liberales Lager bilden. Beide kennen sich persönlich seit Jahrzehnten gut. Wollenberg lobt Bahner in höchsten Tönen. „Aufgrund seiner Erfahrung und Ausbildung ist er einer der brillantesten Köpfe im Stadtrat.“ Er selbst könne menschlich sehr gut mit dem 57-Jährigen. Auch politisch sei man großteils auf einer Wellenlänge. „Es passt kein Blatt Papier zwischen uns.“

Die Brucker CSU wird wohl nicht alle bisherigen Sitze behalten können

Die CSU verliert dagegen einen Kommunalpolitiker mit jahrzehntelanger Erfahrung. Bahner hat seine alten Fraktionskollegen per Mail seine Entscheidung mitgeteilt. Diese habe allein politische Gründe. „Ich habe kein Problem mit den Leuten.“ CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Lohde bedauert Bahners Austritt am Montag, nennt dessen Schritt aber „für ihn logisch“. Lohde betonte: „Wir gehen nicht im Streit auseinander.“ Man werde weiterhin gut zusammenarbeiten. Bahner bleibe dem bürgerlichen Lager im Stadtrat mit seiner Kompetenz erhalten.

Wie sich die Ausschusssitze nun auf die einzelnen Fraktionen verteilen, war am Montag noch unklar. Die CSU wird aber wohl ihre bisherigen Sitze nicht alle behalten können.

Landrat und CSU-Kreisvorsitzender Thomas Karmasin sagte zu Bahners Parteiwechsel: „Es ist schade, weil er ein CSU-Urgestein war.“ Er glaube nicht, dass andere Christsoziale aus dem Landkreis Bahner nun nachfolgen werden. Dass seit der Bundestagswahl weiter Christsoziale ihre Partei den Rücken gekehrt haben, sei ihm nicht bekannt. Gleichwohl habe die „Ungerührtheit der Kanzlerin“ am Wahlabend für Unmut bei den Mitgliedern gesorgt. „Man müsste deutlich machen, dass man den Denkzettel verstanden hat.“

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