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Start in Bruck: ( v.l.) Sebastian Klaß (l.) ist der neue Radbeauftragte des Landratsamts. Mit ihm radelten gestern Helmut Hareiner, Andreas Ampßler, Claudia Gessner, Alexander Bertram und Christian Gerhard.

Konzept wird erarbeitet

Brucks neuer Radl-Beauftragter geht an den Start

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Unterbrochene Wege, Gefahrenstellen, Hindernisse, Stellplatz-Mangel – Radeln im Kreis Fürstenfeldbruck ist mitunter nervig. Das will Sebastian Klaß (26), neuer Radverkehrsbeauftragter des Landratsamts, ändern.

Fürstenfeldbruck – Wenn Helmut Hareiner vom Brucker Radlclub ADFC mit seinem Drahtesel im Landkreis unterwegs ist, ärgert er sich regelmäßig. „Die Radverbindungen zwischen den Gemeinden und Städten haben immer wieder Lücken“, sagt er. Seiner Ansicht nach wird alles getan, damit die Autoströme fließen – Radfahrer jedoch würden vielerorts nicht in den Straßenverkehr integriert. „Da muss sich einiges ändern“, findet Hareiner.

An dieser Stelle kommt Sebastian Klaß ins Spiel. Seit Juli ist der 26-Jährige im Landratsamt auch für die Radwege im Landkreis zuständig. „Ich möchte sie weiterentwickeln, ausbauen und auch die Beschilderung verbessern“, sagt der Türkenfelder. Eine Mammutaufgabe für den studierten Bauingenieur, der zuvor zwei Jahre lang beim Straßenbauamt München gearbeitet hat.

Probleme für Fahrradfahrer gibt es im ganzen Landkreis Fürstenfeldbruck

Die Planungen für das integrierte Radwegekonzept für den Landkreis sind aber bereits in vollem Gange. Seit Juni radeln Andreas Ampßler und Alexander Bertram von der Allgäuer Firma Topplan rund 650 Kilometer Radwege im Landkreis ab. „Wir notieren alles – Beschilderungen, Gefahrenstellen und Hindernisse – sodass das Konzept spätestens im Juni 2018 fertig ist“, sagt Ampßler.

Seine Firma entwickelt fast ausschließlich Radweg-Planungen. Bei einer Tour durch Bruck zeigt Ampßler zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten auf. „Sie stehen für Probleme, die wir landkreisweit entdecken“, sagt er. „An der Münchner Straße etwa gibt es viel Verkehr und parkende Autos und die Amperbrücke verengen die Straße.“ Von Seiten der Stadt gibt es dazu schon einen Entwurf für einen Umbau, sagt die Brucker Radbeauftragte Claudia Gessner. „2019 oder 2020 wird die Münchner Straße laut Staatlichem Bauamt umgebaut.“ Ihrer Ansicht nach eine dringende Maßnahme, denn nur durch verbesserte Radl-Infrastrukturen würden mehr Bürger auf ihren Drahtesel umsteigen. Gessner wünscht sich zum Beispiel durchgängige so genannte Schutzstreifen – also Radl-Bahnen am Straßenrand, die durch gestrichelte weiße Linien gekennzeichnet sind.

Stellplätze in Fürstenfeldbruck sogar in der Urlaubszeit fast voll

„Bei den Radwegen kann mit relativ wenig Geld ziemlich viel verbessert werden“, sagte Ampßler. Die Brücke an der Emmeringer Straße etwa ist schlecht einsehbar. Dort müssten einfach die Sträucher zurechtgeschnitten werden. Etwas mehr Geld müsste die Stadt für die Radl-Stellplätze am Bahnhof in die Hand nehmen. „Sogar jetzt in der Urlaubszeit sind sie fast voll besetzt“, so Ampßler.

Das gilt auch für die Radl-Parkplätze am Landratsamt. „Bislang bin ich nur selten ins Büro geradelt, aber das ändert sich jetzt“, sagt Sebastian Klaß. Einige Routen würden Radler übersehen, weil keine Schilder darauf hinweisen. „Also werde ich jetzt selbst die fehlenden Tafeln anbringen.“

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