Jamie-Lynn ist gesund und voller Selbstvertrauen. Ihre Haare sollen einem anderen Kind helfen, sich auch wieder so wohl zu fühlen.

Fürstenfeldbruck

Haare ab für einen guten Zweck: Krebskrankes Kind bekommt Perücke

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Wenn junge Mädchen zum Friseur gehen, dann meist aus modischen Gründen. Es gibt aber auch Ausnahmen. Eine junge Fürstenfeldbruckerin trennte sich von ihrem schönen langen Zopf, um Gleichaltrigen in einer schweren Zeit zu helfen.

Fürstenfeldbruck – Jamie-Lyn ist ein lebensfrohes junges Mädchen aus Fürstenfeldbruck. Besonders stolz war die neunjährige Schülerin immer auf ihre langen Haare. Bis zur Hüfte reichten sie Jamie-Lynn. Beim jüngsten Friseurbesuch hat sich die Neunjährige allerdings für einen deutlich kürzeren Haarschnitt entschieden. Das abgeschnittene Haar landete aber nicht einfach im Mülleimer des Salons. Jamie-Lynn hat es gespendet. Ihre Haare gehen an eine gemeinnützige Organisation. Daraus entsteht jetzt eine Perücke für ein krebskrankes Kind.

Das Selbstvertrauen leidet

„Bevor ich meine Haare wegschmeiße, spende ich sie lieber“, sagt die aufgeweckte Neunjährige. Auf die Idee kam sie durch ein Video auf der Internet-Plattform Youtube. In dem kleinen Film ging es um Perücken für krebskranke Kinder. Als würden Chemo- und Strahlentherapie die Buben und Mädchen nicht schon genug belasten, verlieren die Kranken durch die Behandlung meist auch noch ihre Haare. Darunter leidet das Selbstvertrauen der Kinder oft noch mehr, als das bei betroffenen Erwachsenen der Fall ist.

Anderen Mut machen

Eine Perücke kann da helfen, wieder ein ganz neues Lebensgefühl zu entwickeln. Das wünscht sich auch Jamie-Lynn: „Ich will damit anderen Kindern Mut machen“, sagt sie. Immer wieder fragte ihre Mutter, ob sich die Neunjährige das wirklich gut überlegt hatte. Doch die junge Fürstenfeldbruckerin ließ sich nicht abbringen. Sie wollte die Sache durchziehen – und ging schnurstracks zum Friseur.

In Friseurmeisterin Ebru Rauh vom Haarstudio Ajnisha fand sie eine Unterstützerin. Als diese von dem Wunsch ihrer jungen Kundin erfuhr, bot sie kurzerhand an, den Haarschnitt kostenlos zu machen. „So etwas Positives, dazu noch von einer Neunjährigen, wollten wir unterstützen“, sagt sie. Es sei das erste Mal gewesen, dass sich jemand in ihrem Salon mit dieser Bitte gemeldet hat.

Gewisse Mindestlänge notwendig

Aber nicht jedes Haar ist auch geeignet, um für eine Perücke verwendet zu werden. „Es sollte kräftiges Haar sein, mindestens 15 Zentimeter lang“, erklärt Rauh. Noch besser seien Längen um die 30 Zentimeter, so wie bei Jamie-Lynn. Denn beim Perückenmachen gehen einige Zentimeter verloren. Damit die krebskranken Kinder dann trotzdem eine schulterlange Frisur tragen können, ist eben eine gewisse Mindestlänge nötig. Jamie-Lynn ist derweil mit ihrer neuen Frisur rundum glücklich: „Es ist jetzt viel leichter als vorher und beim Sport schwitze ich nicht mehr so.“ Auch wenn das Mädchen jetzt erst einmal eine Zeit lang ihren neuen Schnitt genießen will, kann sie sich durchaus vorstellen, dass sie noch einmal ihre Haarpracht ganz lang wachsen lässt, um sie wieder für eine Perücke zu spenden: „Ich würde mich schon freuen, das noch einmal zu machen.“

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