+
Wünschen sich einen thailändischen Pavillon für ihren Japangarten: Katja Scheid und ihr Mann Mario Steinbach aus Königsbrunn.

Fürstenfelder Gartentage 2017

Wo Gartenträume wahr werden

  • schließen

In eine grüne Oase hat sich das Kloster verwandelt. „Pflanz dich glücklich“ lautet das Thema der 16. Fürstenfelder Gartentage, doch es geht um mehr. Pools und asiatische Pavillons sind gefragt.

Fürstenfeldbruck – Es sind zwei Welten, die bei den Fürstenfelder Gartentagen aufeinandertreffen. Im Hintergrund das prächtige Barockkloster Fürstenfeld vor bayerisch-weiß-blauem Himmel. Auf der Wiese davor reihen sich exotische Bambus-Pavillons aneinander. „So ein Sala würde gut in unseren Japangarten passen“, sagt Mario Steinbach (44), während er einen der Pavillons begutachtet. Seine Frau Katja Scheid (35) hat es sich auf der Matratze darin bereits bequem gemacht.

250 Aussteller bei den 16. Fürstenfelder Gartentagen 

Ungefähr 30 000 Euro kostet ein Meerwasser-Pool. Rudolf Stahl (l.) hat ihn begutachtet.

Dass der Wunsch von der grünen Oase wahr werden kann, zeigen die 16. Fürstenfelder Gartentage eindrucksvoll. Etwa 250 Aussteller präsentieren neben unterschiedlichen Pflanzen auch Kunsthandwerk, Gartenmöbel und Wohnideen. Einer, der die neuesten Trends kennt, ist Gartenplaner Uwe Kienzler aus Gilching. Viele seiner Kunden möchten sich in ihrem Garten in angenehmem Ambiente erholen.

„Salzwasserpools sind sehr gefragt“, sagt er. Das Becken am Klostergelände – etwa drei Meter breit und sieben Meter lang – kostet rund 30 000 Euro. „Leer wiegt der Pool zweieinhalb Tonnen. Er passt auf einen Tieflader“, sagt Kienzler. Am Beckenrand sitzt unterdessen Rudolf Stahl (66) aus Karlsfeld im Kreis Dachau. „Der Pool ist schön, aber dafür muss ich zuerst im Lotto gewinnen“, sagt der Rentner und schmunzelt.

Zehntausende Besucher tummeln sich am Kloster Fürstenfeld

Die getöpferten Schneckenlichter von Katja Scheid leuchten innen mit Blattgold.

Mehrere zehntausend Besucher locken die Gartentage jedes Jahr nach Fürstenfeld. Manche Aussteller und Besucher nehmen weite Wege auf sich. Alexandra Frey etwa ist eigens vom Bodensee gekommen, um ihre Schneckenlichter zu zeigen. Die getöpferten Schalen ziert an der Außenseite ein Schneckenmuster. Innen veredelt Alexandra Frey sie mit Blattgold oder Platin. „Meine Mutter findet, dass die Schalen deswegen leuchten – daher der Name“, sagt sie. Die größte hat einen Durchmesser von fast 45 Zentimetern und wiegt etwa 12 Kilogramm. „Ich bin zum zweiten Mal bei den Gartentagen“, sagt Frey. Sie schätzt die hohe Qualität der Ausstellungsstücke.

Kaufmann Franz-Xaver Hauber hat eine Passion für Kunstwerke aus dem fernen Osten.

Seit 14 Jahren ist Franz-Xaver Hauber (68) aus Oberfranken bei den Gartentagen mit dabei. Vier Monate im Jahr lebt der Kaufmann in Bali und Thailand. „Ich kaufe dort Kunstwerke und verkaufe sie hier zum Teil wieder“, sagt er. Sorgfältig geflochtene Körbe, farbenfrohe handgewebte Tücher, Buddha-Figuren – die Auswahl an seinem Stand ist riesig. „Es sind alles Unikate“, sagt Hauber. Bevor er die Waren ausführt, lässt er sie prüfen und für religiöse Gegenstände beantragt er eine Ausfuhrgenehmigung. Der Kunstsammler sagt: „Es ist die besondere Qualität, die mich an asiatischer Kunst fasziniert.“

Thailändischer Sala als Highlight im Japangarten

Vor wenigen Jahren haben Mario Steinbach und Katja Scheid, die in Königsbrunn (Landkreis Augsburg) wohnen, in einem Supermarkt einen Bonsai gekauft. Dass sich daraus eine Sammelleidenschaft für die asiatischen Mini-Bäume entwickeln würde, ahnte Katja Scheid damals nicht. „Mittlerweile haben wir 35 Bonsais im Garten“, sagt sie. Und inzwischen kaufen sie auch teurere Exemplare. Mindestens genauso stolz wie auf ihre Baum-Sammlung sind sie auf ihren Teich – auch wenn sich darin keine Koi-Karpfen tummeln.

Fotostrecke

Das Highlight ihres fernöstlichen Gartentraums soll nun ein Sala, ein Pavillon aus Thailand, werden. Am besten gefällt ihnen ein Exemplar, das sich von einer Sitzecke in eine gemütliche Liege umwandeln lässt. Preis: Rund 2800 Euro. „Einige Nachbarn halten uns für bekloppt“, sagt die 35-Jährige und lacht. „Aber wir lieben Asien.“ In den fernen Osten gereist sind sie noch nicht. Bis es soweit ist, erfüllen sie sich ihren exotischen Traum im Kleinen.

Die Fürstenfelder Gartentage 2017

sind noch am Samstag und Sonntag, 27. und 28. Mai, jeweils von 9.30 bis 19 Uhr geöffnet. Ein Tagesticket kostet neun, eine Dauerkarte 18 Euro. Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Weitere Infos unter www.fuerstenfelder-gartentage.de.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jesus-Figur zerbrochen: War es der Sturm?
Bei Langwied in Moorenweis ist eine Jesus-Figur von einem Kreuz gefallen und zerbrochen. Die Polizei ermittelt.
Jesus-Figur zerbrochen: War es der Sturm?
Riesiger Bovist
Erst beim zweiten Hinsehen erkannte Jörg Lohfink aus Wenigmünchen, welchen Fund er da beim Gassigehen mit seinem Hund gemacht hatte:
Riesiger Bovist
Schnelles Internet für Allings Ortsteile
Schnelles Internet bekommen nun auch die Allinger Ortsteile Biburg, Holzhausen und Wagelsried.
Schnelles Internet für Allings Ortsteile
Dorfweiher vom  Schlamm befreit
 Ganz schön trüb war zuletzt der Löschweiher im Allinger Ortsteil Holzhausen. Sogar die Wasserversorgung aus dem Teich war nicht mehr gewährleistet. 
Dorfweiher vom  Schlamm befreit

Kommentare