Konversionsausschuss

Fursty-Umwandlung reizt Bayerns Planer

Fürstenfeldbruck - Eine kostenlose Beratung von ausgewiesenen Fachleuten – wer wünscht sich das nicht? Für die Stadt könnte dieser Service Wirklichkeit werden: Der Werkbund Bayern will bei der Konversion des Fliegerhorstes mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Man sei gleich hellhörig geworden, als man von dem Projekt Konversion gehört habe, sagte Christian Böhm, der Vorsitzende des Werkbundes Bayern, welcher mit einigen seiner Kollegen zu Gast im Konversionsausschuss war. Der Werkbund ist eine ehrenamtliche Vereinigung von Architekten, Stadtplanern, Unternehmern und Künstlern. Er ist auf die Aufgabe, den Fliegerhorst in einen neuen Stadtteil zu verwandeln, aufmerksam geworden: „Das ist ein Thema, das uns sehr reizen würde.“

Für die Umwälzungen in der Gesellschaft, wie sie zurzeit auf vielen Ebenen stattfinden, möchte der Werkbund mit zukunftsfähigen Lösungen aufwarten. „Wie müssen zeitgemäße urbane Wohnformen ausschauen?“, sei ein Beispiel für eine solche Fragestellung, führte Böhm aus. Man habe natürlich aber auch eigene Interessen im Hinterkopf – auf der Fläche könnte eine Werkbund-Siedlung, eine experimentelle Wohnsiedlung, entstehen.

Was könnte der Werkbund nun während des Konversions-Prozesses konkret für die Stadt leisten? Die Vereinigung könne grundsätzlich Ideen geben, Fach-Diskussionen anregen und begleiten, andere Beispiele für Konversionen suchen und erfahrene Mitglieder als Berater in Gremien entsenden. Das Schöne an diesem Angebot: Für die Stadt würde dies alles überhaupt nichts kosten. „Wir wollen keinen Auftrag von ihnen“, sagte Böhm.

Sollte der Stadtrat sich entscheiden, mit dem Werkbund zusammenarbeiten, dann arbeite man eben zusammen. Beschlossen wurde beim ersten gegenseitigen Kennenlernen zwischen Kommunalpolitik und Experten auch noch nichts – es war eine erste Annäherung, der weitere Schritte folgen sollen.

Die meisten Stadträte nahmen das Angebot einer Zusammenarbeit aber schon einmal wohlwollend auf. „Wenn schon so erfahrene Leute ihre Mitwirkung anbieten, dann sollten wir darauf zurückgreifen“, meinte Bürgermeister Erich Raff (CSU).

Klaus Wollenberg (FDP) war aber skeptisch, ob die Vorstellungen der Experten nicht zu sehr großstädtisch geprägt seien, da die meisten aus München kommen. „Die Kleinstadt Fürstenfeldbruck ist nicht geeignet, im Siedlungssumpf um München unterzugehen“, mahnte Wollenberg.

Die Werkbündler beruhigten: Man dringe nicht mit einem kosmopolitischen Hintergrund ein, zum Teil sei man selbst auch frustriert von Erfahrungen in der Landeshauptstadt und wolle es anders machen.

Unter den ersten Gedanken, die sich der Werkbund zur Fursty-Fläche gemacht hatte und die Werner Frosch nun im Ausschuss präsentierte, waren viele, die auch in Bruck schon besprochen worden waren: Erhaltung alter Gebäude und der Orts-Geschichte, gemischte Wohnstrukturen und Bürgerbeteiligung sind Schlagworte, die bei größeren städtebaulichen Projekten sowieso Konsens sind. Frosch meinte nun auch: „Wenn eine Vision da ist, dann laufen die Planungen viel leichter.“

Diese Aussage nahmen auch mehrere Stadträte auf und forderten, ein Gesamt-Konzept für die endgültige Entwicklung auf den Weg zu bringen – und zwar zügig. „Wir müssen in die Hufe kommen, das ist das Schwerpunktthema in der nächsten Zeit“, forderte etwa Hans Schilling (CSU).

von Fabian Dilger

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