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Ein Reh vom einem Flieger in Fursty.

Kreistag Fürstenfeldbruck

Fursty-Zukunft: Empörung über Grüne

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Die Grünen geraten mit ihrer Kritik am Vorgehen der Fursty-Anrainer bei der Nachnutzung des Fliegerhorstes selbst in die Schusslinie. Die zuständigen Bürgermeister wollen weiter gemeinsam vorgehen.

Fürstenfeldbruck – Die Grünen geraten mit ihrer Kritik am Vorgehen der Fursty-Anrainer bei der Nachnutzung des Fliegerhorstes selbst in die Schusslinie. Die zuständigen Bürgermeister wollen weiter gemeinsam vorgehen.

Harter Angriff von der SPD

„Hätten wir den Rat der Grünen als hilfreich erachtet, hätten wir ihn vielleicht eingeholt“, sagte Emmerings Bürgermeister Michael Schanderl (FW) jetzt im Kreistag. Hier hatte Martin Runge (Grüne) seine Kritik wiederholt. Runge hält den geplanten Zweckverband, den die vier betroffenen Kommunen zur Entwicklung des 2023 wohl frei werdenden Luftwaffengeländes gründen wollen, für die falsche Rechtsform. Er schlägt stattdessen eine „Arbeitsgemeinschaft“ vor. Runge warf den Bürgermeistern vor, ihren Gemeinde- und Stadträten „etwas überstülpen zu wollen, um lange Debatten zu vermeiden“. Runge erntete damit fast schon empörte Reaktionen. Er höre sich gerne reden. Diese Lust teile aber nicht jeder, meinte etwa Uli Schmetz (SPD)

Die Zukunftsaufgabe schlechthin 

Landrat Karmasin bezeichnete die Fliegerhorst-Entwicklung als die Zukunftsaufgabe überhaupt. Wichtig sei, dass in Maisach, Bruck, Olching und Emmering der Konsens herrsche, gemeinsam vorgehen zu wollen.

Maisachs Bürgermeister Hans Seidl forderte Runge auf, den Weg nicht schon zu zerstören, bevor er beschritten wurde. Sein Gröbenzeller Kollege Martin Schäfer (UBV) erinnerte daran, dass die Fursty-Entwicklung Auswirkungen weit über die genannten Kommunen hinaus haben werde. Er zeigte sich davon überzeugt, dass die vier Bürgermeister wissen, was sie tun, bat aber auch um Informationen.

Es geht auch um Arbeitsplätze

Insgesamt wurde in der Debatte klar, dass es den vier Fursty-Kommunen nicht nur darum geht, auf dem riesigen Gelände Wohnbau zu ermöglichen, sondern vor allem auch darum, Firmen anzusiedeln. Angesichts tausender Auspendler wäre es doch ein großer Qualitätsgewinn für die Menschen der Region, wenn sie vor Ort Arbeitsplätze finden könnten, meinte etwa Hans Seidl. Die Kommunen, das wurde in der Sitzung auch deutlich, wollen das Gelände kaufen.

Trabrennbahn definitiv Geschichte

Wie am Rande außerdem klar wurde, muss die einst auf Maisacher Flur geplante Trabrennbahn definitiv als gestorben betrachtet werden. Der Rechtsanspruch der Traber jedenfalls sei seit Ende 2018 definitiv erloschen, berichtete Hans Seidl. Die Brucker CSU warnt unterdessen davor, dass Runge seine Argumentation der BBV im Stadtrat diktieren werde.

Auch interessant: Die Kommunalwahl 2020 im Kreis Fürstenfeldbruck

Kommentar:

Irgendwann kommt die Zeit, in der man davor warnen muss, dass der Schwanz mit dem Hund zu wedeln beginnen könnte. Martin Runges Rundumschlag gegen das insgesamt nur zu begrüßende Vorgehen der Fursty-Anrainer jedenfalls ist unverständlich und darf auf keinen Fall ernsthafte Auswirkungen auf das Tun der Bürgermeister und der Gremien haben. 

Der Vorwurf des Überstülpens ist hanebüchen, denn natürlich wären die Delegierten in einem Zweckverband an die Voten aus ihren Gemeinde- oder Stadträten gebunden. Es kann schon sein, dass Runge jeden Busch in Fursty kennt, wie Martin Schäfer erzählte. Die Kenntnis einiger Sträucher verleiht aber nicht die Kompetenz zu weitreichender, konstruktiver Planung bei einem Jahrhundertprojekt. Darum aber geht es nun: Um gemeinsame Entwicklung bei großer Verantwortung, nicht um wahlkämpfendes Lautgeschrei.

 Die Entwicklung des Areals, wenn die Bundeswehr denn wirklich geht, bietet ungeheure Chancen. Dem Projekt wohnt aber auch die Gefahr des Scheiterns inne. Es ist also zu wichtig, als dass man darüber in fragmentarisch informierten, manchmal freilich auch lustigen Debattenrunden sprechen sollte. Politische Destruktivität, natürlich das heilige Vorrecht der Grünen per-se-Dauer-Oppositon, ist hier einfach fehl am Platze. (st)

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