Einen Triumph, wie es ihn beim SCF noch nie gab, feierten (hinten v.l.) Philip Gmell, Mert Yildiz, Ilias Stergiou, Marcel Kemmerer, Arman Shahidi Asl, Emmanuel Ojo, Maximilian Herrmann, Verbandsjugendleiter Karl-Heinz Wilhelm, die Trainer Thomas Hartl und (vorne v.l.) Wolfgang Schießl sowie Alexander Rupp, Mert Sahin, Johannes Lang, Marvin Appiah-Ko rang und Niels Finkenthei.  

In Bruck

Fußballjunioren schreiben Futsalgeschichte

Das hat es in der Vereinsgeschichte des SC Fürstenfeldbruck noch nie gegeben: Der Verein kann deutscher Meister werden. Zu verdanken ist es den Futsal-Künstlern aus dem U17-Talentschuppen von Thomas Hartl.

Fürstenfeldbruck – Es ist ein Triumph, den es in dieser Dimension beim SCF noch nie gegeben hat: Bei den Futsal-Meisterschaften in Nördlingen haben sich Hartls Schützlinge mit einem 3:1-Finalsieg über den ASV Neumarkt die süddeutsche Hallenkrone aufgesetzt. Die Krönung folgt nun vom 24. bis 26. März, wenn die Brucker um die deutsche Meisterschaft in Gevelsberg (Nordrhein-Westfalen) kämpfen.

„Ich bin sehr stolz auf die Jungs“, freute sich Hartl zusammen mit seinem Co-Trainer Wolfgang Schießl. Die Mannschaft habe konditionell den stärksten Eindruck gemacht und vor allem auch den größeren Willen gezeigt. Und dann verrät Hartl ein noch unglaublicheres Geheimnis: Nicht ein einziges Mal habe seine Mannschaft die spezielle Form des Hallen-Futsal trainiert. „Wir haben uns die ganze Zeit über unter freiem Himmel auf die Punktspiele vorbereitet.“ Noch am Tag vor dem Turnier in Nördlingen absolvierte der Landesliga-Zweite daheim das Pflichtspiel zur Eröffnung der Frühjahrs-Punktrunde just gegen den TSV Nördlingen und siegte 3:1.

Tags darauf waren die SCF-Talente dann in Nördlingens Halle unterwegs und trafen gleich zum Auftakt auf die unangenehmen Schwaben vom VfB Eppingen, die aus einer kompakten Defensive blitzartige Konter zu ihrem 3:1-Sieg einleiteten. Damit war der Turnierauftakt für die jungen Blau-Gelben gründlich missglückt. Keiner rechnete mehr mit dem späteren Coup. Doch bereits gegen Viktoria Fulda wurde die Sache umgebogen und in der Schlussphase der 18-minütigen Begegnung das goldene 1:0 geschafft. Womit das Halbfinale erreicht war.

Es wartete kein Geringerer als der amtierende süddeutsche Futsalmeister aus Radolfzell. Gegen den Titelverteidiger stand nach einer 2:0-Führung die Tür zum Finale bereits sperrangelweit offen. Doch der Nachwuchs vom Bodensee erzwang mit einem Doppelschlag noch den Ausgleich und damit das fällige Sechs-Meter-Schießen. Während Arman Shahidi und Mert Yildiz beim SCF die Nerven behielten, scheiterte Radolfzell, als der beim Futsal sprungreduzierte Ball an die Querlatte krachte.

Das Endspiel war dann eine Neuauflage des Bayern-Finales, dass die Brucker zwei Wochen zuvor ebenfalls nach einem Entscheidungs-Schießen mit 3:1 gegen Neumarkt gewonnen hatten. Bei der Revanche in Nördlingen gingen die Oberpfälzer früh in Führung. Doch die hochkonzentriert und diszipliniert spielenden Kreisstädter glichen durch einen Freistoß von Yildiz aus und hatten danach Pech, als der Ball quasi mit der Schlusssirene nur an die Latte prallte.

So ging es in eine fünfminütige Verlängerung. Gleich zu Beginn traf Sahin zum 2:1. Die knappe Führung hielt zunächst Keeper Marcel Kemmerer fest, als er einen Penalty-Freistoß parierte. Einen weiteren Freistoß verwandelte Arman Shahidi zur Entscheidung. Der Triumph war perfekt.

Nun setzen die Junioren ihren langen Meisterweg fort, der bei zwei Nordgruppen-Vorrunden begonnen hatte und über Zugspitz-, oberbayerischer und bayerischer bis auf süddeutsche Ebene führte. Thomas Hartl: „Unser Ziel war es stets, bis ins Halbfinale vorzudringen. Alles weitere haben wir als Zugabe betrachtet.“ Ein Sondertraining, um Vereinsgeschichte zu schreiben, scheint nicht nötig. (dm)

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