Susanne Adelhoch: Die Galeristin und Kunstexpertin organisierte noch im März eine Ausstellung. repro: akk

Nachruf 

Galeristin lagen Künstler und Kunden am Herzen

Fürstenfeldbruck/Inning – In jungen Jahren arbeitete sie als Konditoreifachverkäuferin, als Dekorateurin, später als Krankenschwester. Danach widmete sie ihr privates und berufliches Leben der Kunst: Susanne Adelhoch machte ihre Leidenschaft zum Beruf und wurde so im Laufe ihres Lebens zur Kunstexpertin.

Gemeinsam mit ihrem Mann Paul und den Kindern Marcus und Simone eröffnete sie Galerien am Kloster Fürstenfeld, in München, auf Sylt und zuletzt in Inning. Nun musste ihre Familie Abschied nehmen: Susanne Adelhoch erlag mit 72 Jahren einem Lungenleiden.

„Meine Mama kam nur durch einen Zufall nach Fürstenfeldbruck, denn sie besuchte hier ihre Schwester“, erzählt der Sohn der Verstorbenen, Marcus Adelhoch. Kurze Zeit später wurde die Amperstadt für die Berlinerin zur Wahlheimat. Ihren Mann Paul lernte sie 1964 vor dem Brucker Klinikum kennen. „Mama war eine schicke junge Berlinerin mit frecher Frisur und schön gekleidet – mein Vater sprach sie sofort an und lud sie zum Tanz ins Jungbräu ein.“

Fünf Jahre später heirateten die beiden und bekamen zwei Kinder. Der gelernte Drucker Paul Adelhoch arbeitete beim Bruckmann Verlag und lernte den Maler Oskar Kokoschka persönlich kennen. „Dieser riet ihm, sich doch mehr mit Kunst zu beschäftigen“, erzählt der Sohn. Die künstlerische Leidenschaft des Paares war geweckt: Sie kauften alte Standuhren und Klaviere – Susanne Adelhoch entdeckte ihr Geschick in der Restauration der alten Stücke.

„Schnell wurde ihre Wohnung zu klein und meine Eltern mieteten die Eisdiele in der Augsburger Straße, die damals über die Wintermonate geschlossen hatte“, erinnert der Sohn an die Anfänge. Mit dem Ankauf von Bildern renommierter Künstler war der erste Schritt in Richtung Galerie getan: „Meiner Mama gelang es durch ihre sympathische und natürliche Art, die Enkelin des berühmten Malers Paul Thiem zum Verkauf einiger Gemälde zu bewegen, obwohl viele Händler damals den Nachlass haben wollten.“ 1976 eröffnete das Ehepaar Adelhoch die Klostergalerie. Es folgten über 100 Ausstellungen.

„2012 mussten wir aus der Klostergalerie ausziehen, um einer Stiftung Platz zu machen; das traf meine Mama hart, doch wir fanden Ende 2013 schließlich neue Räumlichkeiten in Inning“, berichtet Marcus Adelhoch. Die letzte Ausstellung unter der Regie von Susanne Adelhoch fand heuer im März statt. „Die Künstler fühlten sich einfach wohl bei ihr und sie wussten ihre Werke in der Galerie Adelhoch gut aufgehoben und präsentiert“, sagt der Sohn nicht ohne Stolz. Es habe ihr aber immer auch am Herzen gelegen, dass ein Käufer mit dem ausgewählten Bild glücklich wird.

von Angi kiener

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