Glosse

Black Friday war fürn Goidbeitl

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In unserer Lokalspitze „Ganz nebenbei“ geht es heute um den zu Ende gegangenen Freitag, überschwappendes Brauchtum, Sprachgepflogenheiten und das liebe Geld

Halloween hatten wir schon, Santa Claus kommt erst noch. Damit der Import amerikanischer Umtriebe auch in der staaden Zeit floriert und bairische Brauchtumspfleger rot sehen, war jetzt Black Friday. Der hat auf den ersten Blick zwar nichts mit dem Börsencrash anno 1929 zu tun (der tatsächlich auf einen Donnerstag fiel, wegen der Zeitverschiebung aber erst freitags bei uns ankam). Doch genauer betrachtet ist Money, Money, Money am Schwarzen Freitag auch heute noch für die Börse interessant. Zumindest dann, wenn Börse mit Goidbeitl (Geldbeutel) definiert wird. So war’s auch jetzt, als der holden Gattin beim Bummel durch die bunte Einkaufswelt im Brucker Westen das pechschwarze „Sale 20%“-Schild ins Auge stach.

Ja, is denn heit scho Schlussverkauf? Nicht ganz, aber so ähnlich. Denn drüberhalb vom großen Teich wird der Brückentag nach dem Thanksgiving-Fest (warum können die Amis nicht auch dafür Erntedank verwenden, wenn sie sich schon das Kindergarten-Wort aus dem Deutschen einverleibt haben?) traditionell für erste Weihnachtseinkäufe genutzt. Um höchste Umsätze zu erzielen, gibt’s satte Prozente. Diesen einkaufspolitisch historischen Hintergrund hat die Göttergattin bislang zwar nicht ge-, aber der hiesige Markt strategisch rasch erkannt.
Ob in der Mall oder im Einkaufszentrum: Die Reaktion hauptsächlich der weiblichen Bevölkerung ist völkerverbindend und -übergreifend. Flugs werden zwei Blusen, Strümpfe und anderer Schnickschnack geschnäppchelt (plus zwei Bürohemden für den Herrn der Schöpfung). Thanksgiving war gestern, Christmas is mor(g)n-ing.

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