Das Denkmal am Fliegerhorst

Vor dem Brucker Fliegerhorst

Gedenken zum Olympia-Attentat

Der Landkreis gedenkt auch in diesem Jahr der Opfer des Olympia-Attentats aus dem Jahr 1972. Die Bevölkerung ist zu dem Treffen am Dienstag, 5. September, um 11 Uhr an der Gedenkstätte vor dem Haupttor des Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck eingeladen.

Fürstenfeldbruck – Die öffentliche Veranstaltung dauert rund 30 Minuten, findet im Freien, im Stehen und bei jedem Wetter statt. Erstmals wird es heuer Personenkontrollen vor dem Gedenkort geben. Wer teilnehmen will, wird daher gebeten, sich rechtzeitig auf den Weg zu machen. „Es ist mir eine besondere Ehre, dass sich die Angehörigen der Opfer aus Israel entschieden haben, erneut an unserem jährlich stattfindenden Gedenken teilzunehmen“, so Landrat Thomas Karmasin. Der Besuch stehe in Zusammenhang mit der Einladung der Angehörigen der Opfer aus Israel durch den Freistaat Bayern zur feierlichen Eröffnung des neuen „Erinnerungsortes Olympia-Attentat von 1972“ am Kolehmainenweg im Olympiapark in München, die einen Tag später stattfinden wird.

In Fürstenfeldbruck beginnt die Gedenkveranstaltung mit einleitenden Worten von Landrat Thomas Karmasin und dem Verlesen der Namen der Opfer. Worte des Gedenkens und Erinnerns richten dann die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, und ein Vertreter des Generalkonsulates des Staates Israel in München an die Gäste. Es folgen Gebete von Geistlichen. Nach der Schweigeminute besteht die Möglichkeit, entsprechend dem jüdischen Brauch Steine und auch Blumen niederzulegen.

Während der XX. Olympischen Sommerspiele 1972 in München erlangte Fürstenfeldbruck traurige Berühmtheit, woran das Landratsamt in einer Mitteilung nochmal erinnert:  Anhänger der Terrororganisation „Schwarzer September“ überfielen in den Morgenstunden des 5. Septembers das Quartier der israelischen Mannschaft in der Conollystr. 31 im Olympischen Dorf. Sie ermordeten dabei den Trainer Moshe Muni Weinberg und den Gewichtheber Yossef Romano. Neun weitere Sportler brachten sie in ihre Gewalt. Da man die Geiselnahme in München nicht beenden konnte, wurden die acht Terroristen mit ihren Gefangenen am späten Abend auf den Fliegerhorst Fürstenfeldbruck ausgeflogen. Dort sollten alle Geiseln befreit werden. Die Aktion scheiterte. Alle israelischen Sportler, Trainer und Kampfrichter wurden ermordet: David Berger, Ze´ev Friedman, Eliezer Halfin, Amitzur Shapira, Kehat Schor, Mark Slavin, Andrei Spitzer, Yakov Springer und Yossef Gutfreund. Auch der deutsche Polizeibeamte Anton Fliegerbauer kam bei dem Einsatz zu Tode. Fünf der acht Terroristen bezahlten die Gewalttat mit ihrem Leben.

1997 fand auf dem Rollfeld, dem authentischen Ort des Geschehens, die erste der inzwischen schon traditionellen Gedenkveranstaltungen in Fürstenfeldbruck statt. Mit einer bewegenden Rede vor genau 20 Jahren sei es Charlotte Knobloch gelungen, die bis dahin aus unterschiedlichen Gründen immer wieder ins Stocken geratenen Bemühungen zur Errichtung einer Gedenkstätte erneut in Gang zu setzen.

Zur Erinnerung an die Geschehnisse von 1972 schuf der Bildhauer Hannes L. Götz, dessen Entwurf die Jury 1998 überzeugt hatte, im Auftrag des Landkreises Fürstenfeldbruck mit finanzieller Beteiligung des Freistaates Bayern und des Nationalen Olympischen Komitees Deutschland eine Gedenkstätte. Diese wurde öffentlich zugänglich vor dem Kasernengelände 1999 in einer feierlichen Zeremonie seiner Bestimmung übergeben. Die Skulptur setzt sich aus drei Hauptkomponenten zusammen: dem Grundaufbau, einem gefassten Granit und den darüberstehenden zwölf schmiedeeisernen Flammenstrahlen. Nach den Vorstellungen des in Gröbenzell wohnenden Künstlers symbolisieren die zwölf Flammen die zwölf Söhne Jakobs und die daraus erwachsenen zwölf Stämme Israels. Zwölf gebündelte Flammenstrahlen erinnern aber auch an die zwölf Ermordeten vom September 1972. Schließlich verweisen die Flammenstrahlen auch auf die Olympische Flamme. Der gefasste Granit wird ergänzt durch eine Bodenplatte mit den eingravierten Namen der Opfer. Zum Kunstwerk gehört eine Tafel mit Erklärungen der Ereignisse vom 5. auf den 6. September 1972.

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