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Das Buch der Namen: Rasso-Schüler betrachten in der Gedenkstätte Auschwitz die Auflistung der dort Ermordeten. Zu ihnen gehören auch die Eltern und die Schwester von Max Mannheimer

In Fürstenfeldbruck

Gedenkstein für Max Mannheimer: Seine Botschaft darf nicht verhallen

Bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2016 berichtete der Holocaust-Überlebende Max Mannheimer an Schulen von seinem Leidensweg. Am Graf-Rasso-Gymnasium halten Schüler die Erinnerung an Mannheimer lebendig – im Geschichtsunterricht und demnächst auch mit einem selbst entworfenen Gedenkstein.

Fürstenfeldbruck – Max Mannheimer war am Graf-Rasso-Gymnasium ein gern gesehener Gast. Regelmäßig berichtete er den Schülern der neunten Klassen von seinen schlimmen Erfahrungen mit den Nationalsozialisten. „Er war ein sehr weiser, charmanter und humorvoller Mensch“, sagt Elke Schußmann. Die Geschichts- und Englischlehrerin hat Mannheimer zu den Terminen an der Schule abgeholt und auch wieder heimgefahren. „Es war immer ein nettes Miteinander.“ Auch bei den Schülern hat Mannheimer Eindruck hinterlassen. Es habe unzählige Anmeldungen gegeben für das P-Seminar Geschichte, das sie in diesem Schuljahr dem Thema „Auf den Spuren von Max Mannheimer“ gewidmet hat, sagt Schußmann.

„Es ist schon beeindruckend, wie viel Energie, Freizeit und Herzblut die Schüler in das Projekt gesteckt haben“, sagt die Lehrerin, die das P-Seminar als ihr „allerbestes“ bislang bezeichnet. Selbst die Bedingung, zur Vorbereitung Mannheimers Bücher zu lesen – normalerweise ein natürliches Ausschlusskriterium unter Schülern – ließ das große Interesse am Kurs nicht weniger werden. Textstellen aus seinen Büchern lasen die Seminarteilnehmer vor Ort beim Besuch der Gedenkstätte in Auschwitz, wo Mannheimer inhaftiert war.

Dieser Besuch ist auch Jonas Vogl (19), Schülersprecher und Seminar-Teilnehmer, besonders im Gedächtnis geblieben. „Um diese Situation zu beschreiben, gibt es eigentlich kein Adjektiv.“ Vogl wollte in dem Seminar unbedingt dabei sein. „Ich habe quasi bei der Lehrerin darum gebettelt.“ Weil er im Technik-Team der Schule war, das Veranstaltungen begleitet, habe er Max Mannheimer mehrere Jahre lang bei seinen Besuchen an der Schule erleben dürfen. Nach dem zweiten Mal, erzählt der 19-Jährige, habe der ihn dann immer erkannt. Als Schülersprecher war er auf der Beerdigung Mannheimers, der 2016 mit 96 Jahren starb.

Neben Auschwitz besuchten die Seminar-Teilnehmer auch die KZ-Gedenkstätte in Dachau, wo Mannheimer ebenfalls inhaftiert war. Bei einem Konzert zum Gedenken an Mannheimer an der Schule spielte der international ausgezeichnete Geiger und P-Seminar-Teilnehmer Tassilo Probst zusammen mit Pianist Jakob Aumiller im Beisein von Mannheimers Tochter Eva Faessler. Zur Erinnerung an Mannheimer und damit verbunden für das Nicht-Vergessen soll es ein Folge-Seminar geben.

Und bei der Präsentation der Ergebnisse des aktuellen Seminars am 28. Januar wird nun eine Gedenkstelle eingeweiht. Zwischen Pausenhof und Schulgebäude findet der Gedenkstein seinen Platz, den die Seminar-Teilnehmer entworfen haben. Es soll ein dauerhafter Erinnerungsort an das bewegte Leben von Max Mannheimer entstehen, wenngleich an der Schule schon jetzt einmal im Jahr eine Gedenkveranstaltung stattfindet.

Im April soll die Stele, die mit einem kurzen Text und einem Bild von Max Mannheimer versehen wird, noch mit einem weißen Rosenbusch verziert werden. Neben der Symbolik der weißen Rose hat das auch einen weiteren Hintergrund, sagt Schußmann: „Unserer Schulleiterin Doris Hübler hat Max immer weiße Rosen mitgebracht.“ (seo)

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