Alle Löschversuche kommen zu spät. Und der Täter hat sich längst aus dem Staub gemacht

Kommissar Ignatius auf der Jagd nach dem Brandstifter - Folge 1

Das Geheimnis des Feuerteufels - ein Brucker Regio-Krimi

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Viele werden sich noch daran erinnern: Vor einigen Jahren trieb ein Feuerteufel in Bruck sein Unwesen. Im zweiten Fürstenfeldbruck-Krimi führt der Autor jetzt durch seine ganz eigene Version der Ereignisse. Und verrät am Ende, warum die Autos brannten, zumindest in der Krimi-Welt. Heute: Folge 1.

Die Flammen züngelten unter dem Radkasten des Wagens erst ganz langsam hervor, dann aber breiteten sie sich schnell immer weiter aus. Der Reifen fing Feuer, dann die Plastikverkleidungen, dann der Motorraum – bis das ganz Auto schließlich lichterloh brannte, die Scheiben explosiansartig zerbarsten und die Flammen krachend in die Höhe schlugen, Hauswände streifend, schwärzend. 

Die Augenzeugen 

Nachbarn waren wach geworden und liefen herbei, versuchten zu löschen, was nicht mehr zu löschen war. Als die Sirenen der Feuerwehr hektisch durch die Stadt hallten und die Polizei durch die Straßen jagte, hatte Dragomir die Amper aber längst überquert und war am anderen Ende Brucks in seiner billigen Unterkunft angekommen. 

Der Täter 

Er stellte seinen Rucksack mit den Grillanzündern ab, startete seinen Rechner und logte sich unter einem frei erfundenen Namen in die sozialen Netzwerke ein. Die ersten Panik-Posts („Schon wieder Feueralarm – was da los“?) tauchten auf und die ersten Witzworte wechselten sich mit ersten Anti-Neugier-Beschimpfungen ab. Dragomir nahm seine Rasta-Perücke ab und lächelte. Das Spiel hatte begonnen. 

Die Fahnder 

Die Brandfahnder der Kriminalpolizei rückten in aller Frühe an, um das völlig zerstörte Auto in Augenschein zu nehmen. Sie rätselten ob der Ursache. Wegen der enormen Zerstörung, die das Feuer angerichtet hatte, würde es schwer werden, einen Grund zu finden, meinte einer. Vielleicht nur ein technischer Defekt? Möglich. Sogar wahrscheinlich. Anwohner wurden befragt, gesehen hatte niemand etwas. 

Der Redakteur 

Kommissar Ignatius stöhnte in seinem Büro – natürlich hatte die Presse längst Wind bekommen und wollte wissen, was es mit dem Feuer auf sich hatte. Der Theorie des technischen Defekts wollte der Redakteur am anderen Ende der Leitung nicht so recht Glauben schenken, schließlich war es der zweite Brand dieser Art innerhalb kurzer Zeit. Am Ende blieb ihm aber nichts anderes übrig, als der Aussage des Kommissar zu vertrauen und entsprechend zu berichten. 

Die Demonstranten 

Auf dem Weg zum Mittagessen begegnete Ignatius in der Innenstadt einer Gruppe aus Männern eher schon mittleren Alters. Sie trugen offensichtlich selbst gebastelte Alu-Hüte und machten sich einen Spaß daraus, Globuli an Passanten zu verteilen. Das verstanden sie als satirischen Protest gegen geltende Regelungen im deutschen Gesundheitssystem, erfuhr Ignatius von einem bärtigen Mann aus der Gruppe, den er glaubte, als einen Wortführer in einer Facebook-Gruppe erkennen zu können. Ob diese Demo wohl angemeldet war, grinste Ignatius in sich hinein. Vielleicht würde er am Nachmittag mal beim Ordnungsamt nachfragen. Ignatius lachte vor sich hin: Ein saftiges Ordnungsgeld würde den Alu-Hut-Trägern die Globuli-Gaudi schon verhageln. 

Traum und Wirklichkeit

 In der Nacht darauf träumte Kommissar Ignatius von einem bärtigen Mann, der in einem Fahrschulauto billige Zuckerbällchen mit angeblich heilender Wirkung ausfuhr und zu horrenden Preisen an Abnehmer verkaufte. In seinem Traum hörte er Sirenen, die das Auto verfolgten und immer näher kamen – bis er aufwachte und feststellte, dass die Sirenen echt waren. Die Feuerwehr und die Streifenpolizei rücken aus, das war Ignastius nun klar. „Die haben die Lage schon im Griff“, dachte er sich und schlief wieder ein. Doch hatten sie das wirklich? Nein, das hatten sie nicht. (Fortsetzung folgt - hier gehts zur Folge 2)

Das war der erste Brucker Regio Krimi

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