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Früher wurde Klärschlamm oft auf Feldern ausgebracht. Das soll der Vergangenheit angehören.

Geiselbullach

Gemeinsame Anlage zur Verbrennung von Klärschlamm: Gelingt die Gründung eines Verbands? 

  • Thomas Steinhardt
    vonThomas Steinhardt
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Wenn das Abwasser gereinigt ist, bleibt Klärschlamm übrig. Früher wurde dieser auf Feldern als Dünger ausgebracht – das wird aber wegen neuer Gesetze schwieriger beziehungsweise fast schon unmöglich. Also muss eine Alternative her.

Fürstenfeldbruck – Thomas König, Chef der Müllverbrennungsanlage in Geiselbullach (GfA), schlägt vor, dass sich die Kommunen der Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck zu einem Zweckverband zusammenschließen. Dieser könnte auf dem GfA-Gelände eine Verbrennungsanlage für Klärschlamm errichten. Man könnte die Abwärme nutzen. Die GfA versorgt bereits diverse Einrichtungen mit Fernwärme. Gleichzeitig könnte langfristig – die Technik ist noch nicht verfügbar – eine Anlage zur Rückgewinnung von Phosphor gebaut werden. Die Asche aus der Verbrennung würde einfach so lange aufbewahrt, bis die Technik parat steht.

Mit diesem Ziel im Blick wurde vor einiger Zeit eine Studie in Auftrag gegeben. Eine Art Faktencheck: Wie viele Kläranlagen gibt es, wie groß wären die anfallenden Schlamm-Mengen und wie wären die rechtlichen Umstände? Die Gemeinden und Städte aus beiden Landkreisen haben sich beteiligt, erzählt König – das allein sei schon eine gewisse Leistung. Nun aber drängt er auf Beschlüsse: Bis Mitte des Jahres sollten die Gremien Entscheidungen getroffen haben –trotz Corona und Wahl.

Die Gemeinde Petershausen (Kreis Dachau) gab schon grünes Licht. Auch der Amperverband, der weite Teile des Landkreises entsorgt, habe Zustimmung signalisiert. Ob der Zweckverband zustande kommt, hängt nun vor allem an den Städten Fürstenfeldbruck und Dachau. Nur mit deren Schlamm-Mengen könne man die Masse erreichen, mit der sich eine Investition rentiere. Kommen dann noch andere, kleinere Kläranlagen-Betreiber dazu, wäre das umso besser.

König räumt ein, dass die Kosten für die Verbrennungsanlage derzeit nicht auf Euro und Cent geschätzt werden könnten. Die Ausgaben würden sich aber innerhalb der üblichen Markt-Preise bewegen und wären dann je entsorgter Tonne auch nicht wesentlich anders als jetzt.

Es sei natürlich bequemer für die Kläranlagen-Betreiber, wie jetzt einfach einen Abnehmer zu suchen. Allerdings sei nie valide zu überprüfen, was dieser letztendlich mit dem Schlamm mache. Außerdem würde eine gemeinsame Anlage, die GfA wäre Manager derselben, Transportwege sparen. Stichwort: Klimaschutz. König ist überzeugt: Die Anlage wäre eine Chance für die Region Bruck und Dachau, das Thema Klärschlamm gemeinsam zu regeln.

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