Eine Hand mit einem USB-Stick
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Der USB-Stick ist ein beliebtes Speichermedium.

Amtsgericht FFB

Schulbegleiter muss Geldstrafe wegen Kinderpornographie auf USB-Stick zahlen

  • Lisa Fischer
    VonLisa Fischer
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Ein 46-Jähriger aus dem Landkreis wurde vor dem Amtsgericht angeklagt, kinderpornographische Schriften verbreitet oder besessen zu haben. Entgegen der Unschuldsbeteuerung des Angeklagten, der sich selbst als pädophil bezeichnet und ohne Anwalt erschien, befand ihn der Richter für schuldig und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe.

Fürstenfeldbruck – Eine ehemalige Freundin des Angeklagten hatte im Juli 2019 auf einem USB-Stick, den ihr der Bekannte ausgeliehen hatte, Dateien mit kinderpornographischen Inhalten gefunden. Vor Gericht sagte die 43-Jährige aus, dass sie den Fund sofort der Polizei gemeldet habe – auch, weil sie gewusst habe, dass der Angeklagte täglich mit Kindern zusammenarbeitet.

Er sei als Schulbegleiter tätig gewesen, sagte der 46-Jährige. Nach seinem Lehramtsstudium habe er eine Ausbildung zum Erzieher gemacht und habe danach in Schulen gearbeitet. Dort habe er als Schulbegleiter meist einen Schützling zugeteilt bekommen, der unterstützt werden sollte. Momentan sei er jedoch arbeitslos und lebe von Erspartem.

In seinen weiteren Erklärungen schilderte der Angeklagte, dass er sich wegen seiner pädophilen Neigung ein „Sicherheitssystem“ aufgebaut habe. Er habe „schon einmal Mist gebaut“ und das sollte nicht mehr passieren. Zum einen konsumiere er täglich 40 bis 50 Minuten Pornographie. Zum anderen gehe er offen mit seiner Pädophilie um und erzähle Freunden und Familie davon.

Neben den Schilderungen beteuerte der Angeklagte immer wieder, die rund 50 Dateien auf dem USB-Stick nicht zu kennen. Auch die Herkunft vier weiterer kinder- und jugendpornographischer Dateien, die die Polizei im Rahmen einer Hausdurchsuchung Ende 2019 auf seinem Computer fanden, könne er sich nicht erklären. Sexualisierte Bilder, wie die gefundenen, sehe er sich sowieso nicht an. Stattdessen bezieh er beziehe über die Internet-Plattform „ebay“ Fotos mit „elfenhaften“ Personen darauf, meist Kinderfotos aus den Jahren 1900 bis 1950. „So sieht meine Pädophilie aus“, erklärte er dem Richter.

Der Richter hielt den Angeklagten für schuldig. Eine Freiheitsstrafe, wie sie die Staatsanwaltschaft forderte, sei aufgrund der Menge der gefundenen Dateien nicht gerechtfertigt, erklärte der Richter. Er verhängte eine Geldstrafe. Aufgrund der Höhe – 150 Tagessätze zu je 20 Euro – wird die Verurteilung nicht nur im erweiterten, sondern auch im normalen Führungszeugnis eingetragen. lif

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