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So ganz kann Anton Hirschvogel noch nicht von der Krippe lassen, um die er sich jahrelang liebevoll gekümmert hat. Jetzt übernimmt Enkelin Marina Frustaci.

Weihnachtstradition

Fürstenfelder Krippe bleibt in Familienhand

Generationenwechsel an der Osterrieder-Krippe in Fürstenfeld: Anton und Anneliese Hirschvogl, die sich seit 1999 um das Kleinod kümmern, übergeben die Regie über das Prunkstück an ihre Enkelin und deren Ehemann. Ein Rückzug auf Raten – denn so ganz wollen sich die Hirschvogls noch nicht von „ihrer“ Krippe verabschieden.

Fürstenfeldbruck – Es geht halt alles nicht mehr so leicht von der Hand wie früher. Mit seinen 81 Jahren tut sich Anton Hirschvogl mittlerweile ein wenig schwer, die Krippe in der Klosterkirche in Schuss zu halten. Aber wie das so ist mit lieb gewonnenen Dingen: Der Abschied fällt schwer. Doch mittlerweile blicken Anton Hirschvogl und Frau Anneliese mit ruhigem Gewissen in die Zukunft. Denn die Verantwortung für die Krippe mit den Figuren des berühmten Münchner Bildhauers und Krippenkünstlers Sebastian Osterrieder (1864 bis 1932) bleibt in Familienhand. Enkelin Marina Frustaci und ihr Mann Andreas übernehmen das Kleinod. „Da ist sie in guten Händen“, sagt Anton Hirschvogl.

Noch aber hat der Opa das Kommando an der Krippe. Seine Leidenschaft für die knapp 50 Figuren, die modellierte Landschaft, den Stall und alles, was noch zu der Krippe hinter dem schweren Eisengitter-Tor im Schiff der Klosterkirche gehört, ist förmlich greifbar. Würde ihn seine Frau nicht ab und zu bremsen, die vielen Details über die Krippe würden ohne Ende aus ihm heraussprudeln.

Anneliese Hirschvogel zeigt Marinas Mann Andreas Frustaci die schön verarbeiteten Figuren. 

Dabei wussten die Hirschvogls anfangs gar nicht, mit welchen Schätzen sie es in Fürstenfeld zu tun haben. Die beiden hatten privat schon lange krippen gesammelt. Weil sie ihre Begeisterung auch in Vereinen und bei Ausstellungen lebten, wurde man in der Pfarrei St. Magdalena auf sie aufmerksam – und fragte, ob sie sich um die Krippe in Fürstenfeld kümmern wollten, die man dort 1999 wiederentdeckt hatte. Die war damals in einem schlechten Zustand. Anneliese Hirschvogl erkannte trotzdem schnell, dass sie etwas besonderes war. Sie hatte einen Verdacht Experten – unter anderem vom bayerischen Nationalmuseum – bestätigten dann die Vermutung. Es war eine Osterrieder-Krippe.

Anton Hirschvogl schrieb unzählige Briefe, um die nötigen Finanzmittel für die Restaurierung aufzutreiben. Der Kostenvoranschlag lag bei rund 18 000 Euro. Weitere Mittel wurden für die fachgerechte Aufbewahrung, einen neuen Krippen-Aufbau, zusätzliche Tiere und den Kauf einer originalen Kamelgruppe nötig.

Schaf und Esel dürfen bei einer Krippe natürlich nicht fehlen. 

Für das Ehepaar Hirschvogl ist die Osterrieder-Krippe ein Stück Kultur und Tradition. „Und es ist jedes Jahr aufs Neue schön, wenn sie dann fertig ist“, sagen beide. Und zum großen Glück von Oma und Opa teilt auch die Enkelin diese Leidenschaft. Die heute 25-Jährige verbindet mit dem Thema Krippe vor allem schöne Kindheitserinnerungen. Die Großeltern hatten schon früher mehrere Krippen daheim. „Mir wurde das sozusagen in die Wiege gelegt“, sagt Marina Frustaci.

Die Leidenschaft für die Krippen ist das eine. Die Fähigkeit zum richtigen Umgang mit den filigranen Figuren und der Landschaft das andere. Doch die Frustacis bringen auch noch das nötige Handwerkszeug mit. Marina kennt sich als Zahntechnikerin mit filigranen Handgriffen aus, ihr Mann Andreas bastelt in seiner Freizeit seit Jahren an Modelleisenbahnen – die Zukunft der Osterrieder-Krippe in Fürstenfeld ist also gesichert.

von Tobias Gehre

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