Auch Tote nach Einsturz der Autobahnbrücke in Italien

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Stimmung an der SPD-Basis

Den Genossen von der Amper graut es vor der GroKo

 Die Große Koalition hat bei der Brucker SPD kaum Befürworter. Bei einer Diskussion im Ortsvereins sprachen sich die meisten mit deutlichen Worten gegen eine Neuauflage der schwarz-roten Zusammenarbeit im Bund aus.

Fürstenfeldbruck –  „In die GroKo gehen wir mit den Personen, die uns reingeritten haben,“ sagte etwa Stadtrat Walter Schwarz. „Davor graut mir mehr als vor dem Risiko einer Neuwahl.“ Ähnlich formulierte es der Ortsvorsitzende Ludwig Sinzinger: „Eine schleichende Erneuerung ist unmöglich. Lieber verlieren wir noch mal zehn Prozent und erneuern dafür den Markenkern der SPD.“

Unterschiedliche Ansichten gab es über die Gründe für den Niedergang in der Wählergunst. Die Bundes-SPD als Regierungspartner vermittle Alternativlosigkeit gegenüber der Merkel-Politik und mache eine AfD stark, die sich als einzige wirkliche Alternative geriere, meinte ein Jungsozialist. Schon unter Gerhard Schröder habe die Partei ihre Unschuld verloren und vergessen, wie linke Politik gehe, urteilte Stadtrats-Fraktionschef Philipp Heimerl. „Für Leiharbeit und Hartz-IV waren wir verantwortlich.“

„Wir als SPD haben die soziale Marktwirtschaft abgeschafft und den Turbokapitalismus befördert,“ sekundierte Sinzinger. „Eier müsste die SPD halt mal haben, das Selbstbewusstsein, unsere Werte einzufordern,“ formulierte es die stellvertretende Kreisvorsitzende Svenja Bille.

Mehrfach wurde auch ein Glaubwürdigkeitsdefizit angesprochen. Zwischen Programm und Regierungsarbeit sei eine tiefe Kluft. Und die aktuelle Führungsriege scheint kaum Freunde in Bruck zu haben. Martin Schulz habe sich bis zum Wahltag „durchgeläppert“ statt Akzente zu setzen. Und seine Fraktions-Chefin kam ganz schlecht weg: „Ich will von der Nahles nichts mehr hören, mit solchen Leuten haben wir keine Zukunft,“ meinte ein Genosse.

Allein, was ist die Alternative? Nur wenige, wie Bille warnten vor einer Neuwahl, nach der man – nur weiter geschwächt – vor der gleichen Situation stehe: „Sagen wir dann wieder, ihr habt falsch gewählt?“ Sie erhalte in der Geschäftsstelle täglich Anrufe und Mails von parteifreien Bürgern, die von der SPD Vernunft forderten. Sinzinger warnte davor, die „Gestaltungsoption mit der Union“ grundsätzlich aufzugeben. Dann drohten Verhältnissse wie in Bayern. Heimerl plädierte immerhin dafür, den Koalitionsvertrag und seine etwaige sozialdemokratische Handschrift abzuwarten.

Die große Mehrheit wollte aber den Ausstieg aus der Regierung. „Wir brauchen Mut zur Niederlage, das generiert langfristig Glaubwürdigkeit,“ sagte ein Juso. Beifall gab es auch für einen älteren Genossen, der sich kurz fasste: „Ich hab die Merkel satt und die CSU doppelt.“  op

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