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Landtag

Gestrichene Zughalte: Bahn unter Druck

Weil die Bahn immer wieder Zughalte ausfallen lässt, um Verspätungen auszugleichen, bekommt sie Gegenwind. So jetzt auch im Wirtschaftsausschuss des Landtags.

Fürstenfeldbruck/München– Der Ausschuss folgte einem Antrag des CSU-Stimmkreisabgeordneten Reinhold Bocklet. Sein Papier verurteilt die Praxis der S-Bahn, bei Verspätungen von S-Bahn-Zügen einzelne Halte ausfallen zu lassen. Dies sei kein probates Mittel zur Wiederherstellung der Fahrplanstabilität, heißt es in dem vom Ausschuss beschlossenen Text. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) als Auftraggeberin wird darin aufgefordert, bei der Bahn als beauftragtem Verkehrsunternehmen darauf hinzuwirken, die vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen, wozu insbesondere auch die pünktliche Bedienung der Halte gehöre.

Reinhold BockletDer Abgeordnete will Verbesserungen bei der S-Bahn.

Der Verspätungsabbau und die Systemstabilisierung nach Störfällen muss danach, soweit betrieblich möglich, durch Ersatzzüge, notfalls durch ältere Fahrzeuge vom Typ ET 420, die zwischen den Außenästen und dem Hauptbahnhof beziehungsweise dem Ostbahnhof verkehren können, sichergestellt werden. Als Mindestleistung fordern die Abgeordneten, dass im Fall des Auslassens einer Station die Fahrgäste im Zug und auf dem Bahnsteig rechtzeitig über Durchsagen informiert werden.

In der Aussprache im Ausschuss habe sich gezeigt, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt, Verspätungen abzubauen: Zugausfälle oder das vorzeitige Wenden beziehungsweise Auslassen einzelner Halte, berichtet Bocklet weiter. All diese Mittel seien aus Sicht des Fahrgastes unangenehm. Die Bahn verwies darauf, dass das Gesamtsystem angesichts weiter steigender Fahrgastzahlen und stetig wachsender Fahrplanangebote beherrschbar gehalten werden müsse. Die Ausschussmitglieder seien sich einig gewesen, dass es keinen Königsweg zur Lösung des Problems gibt, solange nicht die 2. Stammstrecke zur Verfügung steht. Die Bahn verwies in der Sitzung auch darauf, dass beispielsweise im Juni 2016 bei über 20 000 Zugfahrten im Gesamtnetz die S-Bahn in weniger als 20 Fällen an Halten durchgefahren sei.

Bocklet verwies dagegen auf Aufzeichnungen der Rechtsanwältin und CSU-Ortsvorsitzenden von Egenhofen, Gabriele Dietrich, denen zufolge allein im Januar 2017 an zwölf Tagen im Berufsverkehr auf der S 3 vormittags und spätnachmittags 53 S-Bahnausfälle stattgefunden hätten. Bocklet hält dies für nicht hinnehmbar. Es gilt als wahrscheinlich, dass der Landtag dem Votum des Ausschusses folgt.  st

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