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Stiefmütterlich behandeltes Juwel: Der Gröbenbach fließt durch das Ortszentrum, die Wirkung versiegt aber. 

Entwicklung

Gröbenzell werkelt an schönerem Ortsbild

Wie soll Gröbenzell in Zukunft aussehen? Ein Jahr lang haben sich politische Vertreter, Vereinsmitglieder und Bürger Gedanken darüber gemacht. Die Erkenntnisse wurden gesammelt, um ein städtebauliches Entwicklungskonzept zu entwerfen. Die Planer haben die Ergebnisse nun vorgestellt.

Gröbenzell – Sigrid Hacker und Constanze Bock, die Mitarbeiter des Münchner Stadtplanungsbüros Dragomir, sehen im Gröbenbach großes Potenzial für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde. Dass der Bach durch das Ortszentrum plätschert, sei toll. Allerdings gehe man mit diesem Juwel der Natur sehr stiefmütterlich um. Der Bach fließt an der Rückseite der Häuser der östlichen Kirchenstraße vorbei, Parkplätze und große Mülltonnen seien als Kulisse eher wenig idyllisch. Laut den Städteplanern wäre es viel besser, hier einen Aufenthaltsbereich zu schaffen, zum Beispiel ein Café.

Hacker und Bock haben den Gemeinderäten das städtebauliche Entwicklungskonzept präsentiert, an dem seit einem Jahr unter Einbeziehung der Bürgerschaft gearbeitet wird. Es folgen noch ein offizieller Abschlussbericht und eine Abschlussveranstaltung für die Bürger. 2016 ist Gröbenzell in das Städtebauförderprogramm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren aufgenommen worden, das bis zu 60 Prozent der Kosten für Maßnahmen in einem festgelegten Sanierungsgebiet übernimmt. Das betreffende Areal ist die Ortsmitte entlang der Bahnhof- und Kirchenstraße.

Natürlich haben sich die Mitarbeiter des Münchner Stadtplanungsbüros nicht nur mit dem Gröbenbach beschäftigt. So mancher Missstand wurde den Gemeinderäten vorgetragen – darunter auch die bereits seit Jahren diskutierte bessere Überquerungsmöglichkeit im Bereich der Kreuzungen Augsburger-, Puchheimer- und Rathausstraße und der Bahnhof-/Schubertstraße. Für die Bahnunterführung Kirchenstraße regten die Planer ebenso Verbesserungen an.

Insgesamt wurden 120 Maßnahmen vorgeschlagen. Dabei handelt es sich lediglich um Empfehlungen. Was davon umgesetzt wird, entscheidet letztlich der Gemeinderat. Gedacht ist nun, bereits im kommenden Jahr mehrere Vorschläge zur Förderung anzumelden. Die Fördertöpfe sind voll, erläuterten die beiden Mitarbeiterinnen des Stadtplanungsbüros.

Sozialdemokrat Peter Falk wunderte sich, dass für weitere Maßnahmen Geld und Kapazität im Rathaus vorhanden sind. Immerhin seien nicht einmal neue Kindertagesstätten und die Bebauung des Züblinzwickels, die bei ihm oberste Priorität hätten, durch die Finanzen der Gemeinde abgedeckt. Zudem fragte er sich: „Wie oft sollen wir die Unterführung noch umbauen?“

Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) erläuterte, in den Maßnahmen sei so manche enthalten, die sowieso gemacht werden würde und für die nun Zuschüsse beantragt werden könnten. „Wenn wir den Bedarf nicht anmelden, bekommen wir auch kein Geld dafür“, fügte Anita Rieger (CSU) hinzu.

So war bereits im Vorschlag für das Investitionsprogramm der Gemeinde bis 2021 vorgesehen, die Schaukästen in der Unterführung zu erneuern. Das war eine der Anregungen von Dragomir, um die Bahnhofsunterführung aufzuwerten. Das Gleiche gilt für ein Wegweisekonzept für Radler und Fußgänger, ein Konzept zur Ermittlung des Bedarfs von Kindertagesstättenplätzen sowie für die Aktualisierung einer Studie zur Aufwertung von Kirchen- und Bahnhofstraße. Dazu kommen noch ein Citymanager, der sich um die Geschäfte in Gröbenzell, deren Schaufenstergestaltung und deren Engagement in der Gemeinde kümmern soll, und ein Sanierungsarchitekt, der das Ganze begleiten soll. Beschlossen wurde jedoch noch nichts.

Brigitte Böttger (CSU) wollte außerdem wissen, welche weiteren Förderungsmöglichkeiten es gibt. Sie erhielt die Antwort, dass darunter auch die Sanierung eines bestehenden Gebäudes, beispielsweise für soziale Zwecke, fällt. Da käme die Musikkneipe Hexe ins Spiel. Derzeit laufen Verhandlungen mit deren Eigentümern, dieses und das benachbarte Grundstück gegen Grundstücke in der Bahnhofstraße einzutauschen.

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