Sorgen um die Zukunft macht sich Marina Merk nicht. Mitten in der Corona-Krise und hochschwanger hat sie ihren Friseursalon in der Ludwigstraße erweitert. Die Freude über mehr Platz währte jedoch nur kurz, denn nur wenige Wochen nach der Eröffnung kam der nächste Lockdown.
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Sorgen um die Zukunft macht sich Marina Merk nicht. Mitten in der Corona-Krise und hochschwanger hat sie ihren Friseursalon in der Ludwigstraße erweitert. Die Freude über mehr Platz währte jedoch nur kurz, denn nur wenige Wochen nach der Eröffnung kam der nächste Lockdown.

Wagnis während der Krise

Größerer Friseursalon trotz Corona und Baby

  • Lisa Fischer
    vonLisa Fischer
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In der Ludwigstraße hat eine Bruckerin zu Corona-Zeiten Unvorstellbares gewagt. Im achten Monat schwanger nimmt die Friseurmeisterin Geld in die Hand und investiert in ihren Friseurladen.

Fürstenfeldbruck – In einer Branche, die von dem ersten Lockdown im Frühjahr betroffen war und nun erneut schließen musste, wagte Marina Merk Großes. Im Jahr 2016 hatte sie ihr Friseurgeschäft in der Ludwigstraße – im Gebäude des Hardy’s – eröffnet. Im September kam der Vermieter Reinhard Klinke auf die Friseurmeisterin zu und bot ihr eine weitere Fläche im Nachbarhaus zur Vergrößerung an. Die 35-Jährige, die bereits schwanger war, zögerte nicht lange. „Die Idee, den Friseurladen zu vergrößern, hatte ich schon letztes Jahr.“ Also habe sie sich gedacht: „Dann jetzt!“ Denn nach der Geburt des Babys wäre so ein Projekt nicht mehr möglich. „Da steht der Nachwuchs im Vordergrund.“ Kurzerhand schloss sie im November für zehn Tage das Geschäft, ließ die Wand zum Nachbarhaus einreißen und vergrößerte so die Ladenfläche.

Trotz Schwangerschaft und dem damals drohenden zweiten Lockdown „kam das Angebot zur richtigen Zeit“, meint die 35-Jährige. Denn zusammen mit ihren Mitarbeitern wurde Platz dringend benötigt. Die Nachfrage sei in letzter Zeit immer mehr gestiegen, Kunden hätten nach Terminen verlangt. Wegen der Corona-Maßnahmen und dem Sicherheitsabstand konnten jedoch bis zum Umbau im November nur fünf der neun Sitzplätze benutzt werden.

Also musste die Wand raus. Vermieter Reinhard Klinke organisierte Handwerker für die schweren Arbeiten, wie Abriss und Trockenbau. „Dafür bin ich ihm sehr dankbar“, sagt die werdende Mutter. Abwechselnd mit Freunden und Familie hat die 35-Jährige dann die letzten Schliffe erledigt. „Ich habe jeden Tag gehofft und gebetet, dass alles klappt.“

Am 30. November wurde der neue Salon wieder geöffnet. „Durch den Umbau können wir an sieben Plätzen arbeiten“, zwei weitere seien noch geplant, erklärt Marina Merk. Trotz des zweiten Lockdowns ist die 35-jährige Bruckerin optimistisch: „Ich muss es ja akzeptieren.“

Ob sie Angst hatte, sich und den Nachwuchs mit dem Coronavirus anzustecken? „Gedanken macht man sich immer“, sagt Merk. „Ich habe aber immer nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet, um mich zu schützen“, erzählt die gelernte Arzthelferin.

Offiziell geht sie ab Januar in den Mutterschutz. Wenn das Friseurhandwerk dann wieder öffnen darf, kann sie sich beruhigt auf die anstehende Geburt konzentrieren: Das Team in der Fürstenfeldbrucker Filiale sowie im zweiten Salon in Odelzhausen sei gut aufgestellt. „Ich habe vollstes Vertrauen.“

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