Das Maisacher Rathaus

Treffen im Landkreis

Grüne bewerten Volksbegehren gegen Flächenfraß unterschiedlich

Sind die bislang 46 000 Menschen, die in Bayern das Grünen-Volksbegehren zur „Eindämmung der Betonflut“ unterstützen, ausreichend viele? Bei den Landkreis-Grünen, die das Thema dieser Tage bei einem Treffen in Eichenau besprachen, waren die Ansichten darüber geteilt.

Fürstenfeldbruck – Die Leute hätten in „Nullkommanichts“ unterschrieben, der Anklang sei immens gewesen, meinte Kreisvorsitzender Alexander Reichert. Der Landtagsabgeordnete Martin Runge äußerte sich dagegen wesentlich zurückhaltender. Eigentlich habe es lange gedauert, bis die Unterschriften zusammen waren. Die bayerischen Zahlen runtergerechnet auf Gröbenzell, hätten in seiner Heimatgemeinde 80 Leute unterschrieben. So viele Unterstützter habe man beim Bürgerbegehren gegen die Stadterhebung „in einer halben Stunde“ beisammen gehabt.

Runge empfahl außerdem, lokale Bündnisse zu schließen. Schließlich zählten zwar ÖDP und Landesbund für Vogelschutz (LBV) zu den Initiatoren, nicht aber der große Bund Naturschutz (BN). Das solle zwar durch ein Votum einer Landesdelegierten-Konferenz im April nachgeholt werden, vor Ort halte man den Grünen allerdings vor, das Thema im Schweinsgalopp angegangen zu haben.

„Da sind sie vorgeprescht und haben versäumt, Zustimmung einzusammeln“, kritisiert die Brucker BN-Vorsitzende Eugenie Scherb gegenüber dem Tagblatt die Grünen. Die Naturschützerin hält das Volksbegehren sogar für „inhaltlich schwach“ und „zu wenig radikal“. Gerade geschützte Flächen vor der Versiegelung zu bewahren, sei beispielsweise überhaupt kein Thema.

Durch das Volksbegehren soll der tägliche Flächenverbrauch in Bayern auf maximal fünf Hektar beschränkt werden. Derzeit sind es nach unterschiedlichen Schätzungen zehn bis 13 Hektar. Zahlen für den Landkreis gibt es nicht. Hier klagen die Naturschützer aber vor allem über die Ausweisung immer neuer Gewerbegebiete, ohne die alten maximal zu nutzen. Die Versiegelung in Bayern pro Minute versuchten jüngst, die Maisacher Grünen darzustellen, indem sie 90 Quadratmeter Fläche vor der Gemeindeverwaltung mit Pappedeckeln belegten. Der dortige Rathaus-Vorplatz sei ja auch ein „besonders scheußliches Beispiel“ für die Versiegelung, meinte Runge. (Olf Paschen)

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