Vor der Kreistagssitzung

Grüne lehnen Sparkassen-Fusion weiter ab

Die Entscheidung über die Fusion der drei Sparkassen Fürstenfeldbruck, Dachau und Landsberg-Dießen rückt näher. 

Fürstenfeldbruck/Gröbenzell Heute um 15 Uhr steht im Kreistag die Auflösung des Zweckverbandes Kreis- und Stadtsparkasse Fürstenfeldbruck und der Beitritt des Landkreises zum Zweckverband Sparkasse Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg-Dießen auf der Tagesordnung. Gestern stellte Martin Runge (Grüne) klar, dass seine Fraktion im Kreistag die Auflösung des Zweckverbandes und den Beitritt zum Zweckverband Sparkasse Dachau Bruck Landsberg-Dießen und die Fusion der drei Sparkassen einhellig ablehnt.

Die Grünen sehen weder die Notwendigkeit noch den Vorteil einer solchen Fusion. Vielmehr befürchten sie, dass Sparkassenaufgaben wie Bedienung in der Fläche, Örtlichkeit und Unterstützung der Kommunen im wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bereich ins Abseits geschoben werde. Und sie befürchten, dass in Verbandsversammlungen und Verwaltungsratssitzungen Vertreter, die eher kritische Fragen stellen und für Transparenz sorgen würden, nicht mehr vertreten sein werden.

Wie Runge betont, könnte sich die Fusion sogar als „Eigentor“ erweisen. Denn ein immer wieder für die Fusion genannter Grund seien wachsende regulatorische Anforderungen, die strukturelle Änderungen erforderten. Doch im Vertrag der jetzigen Bundesregierungskoalition seien regulatorische Erleichterungen für kleinere Geldhäuser in Aussicht gestellt worden. Eine nach einer Fusion viertgrößte Sparkasse Bayerns mit einer Bilanzsumme von gut acht Milliarden Euro sei aber ein nicht ganz kleines Bankhaus.

Sollte es aber zur Fusion kommen, haben die Grünen einige Forderungen. So wünschen sie sich einen fachlich kompetenten Verwaltungsrat und nicht, dass „verdiente Bürgermeister a.D. oder Landräte a.D.“ wie es in Dachau praktiziert werde, in dem Gremium vertreten sind. Vielmehr sollten auch Belegschaftsvertreter dem Verwaltungsrat angehören. Sie erwarten zudem den Wegfall von Arbeitsplätzen, rund 140 durch „Eigenoptimierung“ und weitere knapp 100 als Folge der Fusion.

Zwar werde versprochen, dass dies durch natürliche Fluktuation geregelt werden solle. Doch die Grünen fürchten, Mitarbeiter der dann zentralen Verwaltung könnten gezwungen werden, über weite Strecken anzureisen. Sie fordern daher, dass der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen eingehalten und auf schwer zumutbaren Versetzungen, wie etwa über zwei Landkreisgrenzen hinweg, verzichtet wird.

Sie fordern weiter ein gutes Beispiel des Verwaltungsrates. Da die geplante Fusion unter anderem mit der Notwendigkeit, Kosten zu sparen begründet werde, wünschen sie, dass das Gremium sich nicht die höchtsmögliche Bezahlung gewährt. Wie Runge erläutert, zählen die Verwaltungsratsmitglieder in Dachau und Fürstenfeldbruck derzeit zu den 18 von 65 bayerischen Sparkassen, die sich die höchstmögliche Bezahlung gönnten.  sus

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