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Grund vom Bund: Initiative für Fursty zu früh

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Von: Ingrid Zeilinger

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Ein Reh vor einem Kampfjet: Noch herrscht auf weiten Teilen des Fliegerhorstgeländes fast Idyllische Ruhe. © Ritz-Burgstaller

Weiterhin werden dringend bezahlbare Wohnungen gebraucht. Der Bund will deshalb Flächen für Wohnbau vergünstigt an Kommunen abgeben. Das könnte für die zivile Nachnutzung des Fliegerhorstes relevant sein – könnte.

Fürstenfeldbruck – Die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) verwaltet und vermarktet große Flächen auf dem Areal des ehemaligen Fliegerhorstes. Die Stadt Fürstenfeldbruck hätte Interesse, Grund zu vergünstigten Konditionen zu kaufen. Aber sie kann nicht zuschlagen. Denn der Bund gibt derzeit keinen Meter des Fliegerhorst-Areals frei, vor der Standort nicht komplett geräumt ist. Nach derzeitigem Stand wird das im Jahr 2023 sein. Doch dann ist die Frist für das Angebot abgelaufen.

Auf Fursty soll ein Stadtviertel entstehen. Mit Maisach, Olching und Emmering soll ein Konzept entwickelt werden. Zumindest einen Teil des Areals würde die Stadt Bruck gerne erwerben. „Das haben wir auch frühzeitig zu verstehen gegeben“, sagt CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Lohde.

Zum einen geht es um Grund für Wohnungen, zum anderen um Sportstätten. Hier hat Walter Schwarz für die SPD-Fraktion erst kürzlich im Stadtrat beantragt, die Verwaltung möge sich dafür einsetzen, die Flächen zu erwerben. Die Vorgabe des Bundes, die Bima soll Grund für bezahlbaren Wohnraum oder Einheimischemodelle unter Marktpreis abgeben, sollte der Stadt in die Karten spielen. „Wir haben angefragt, ob wir einen Teilbereich schon jetzt für unsere Planungen haben können“, berichtet OB Erich Raff (CSU).

Die Antwort war ernüchternd. „Momentan werden keine Flächen verkauft, da die Bundeswehr bis 2023 da ist.“ Ein Grund dafür ist die Offizierschule der Luftwaffe, die dann ins fränkische Roth umziehen soll. General Michael Traut, Leiter der Offizierschule, habe berichtet, dass mehr Soldaten als im vergangenen Jahr ausgebildet würden, sagt Raff. „Die platzen aus allen Nähten.“ Derzeit sind 600 Schüler und 180 andere Lehrgangsteinehmer an der Offizierschule. Daher habe die Stadt keine Chance, Flächen zu nutzen.

So muss man sich in Fürstenfeldbruck wohl tatsächlich noch einige Jahre gedulden. Die CSU habe nochmal eine Anfrage in Berlin gestartet, sagt Lohde. Große Hoffnungen macht er sich nicht. „Das kategorische Nein lässt Raum für Spekulationen.“ Die Hängepartie ärgert ihn. „Eine Entscheidung wäre wichtig, für die Planung, aber auch personell.“ Immerhin hat die Stadtverwaltung mit den Planungen begonnen. Das kostet die Stadt Geld. „Das Risiko mussten wir eingehen“, sagt Raff. „Nichts zu tun wäre fatal.“ Gerade am Moratorium sehe man, wie lange diese Prozesse dauern würden. „Wir müssen weitermachen und die Pläne in die Schublade legen.“ Dann könne man sie nach dem Abzug rausziehen und loslegen.

Der Rathauschef glaubt, dass die Bima die Frist für den günstigen Kauf des Grundes verlängert oder erst startet, wenn die Militärs abgezogen sind. Lohde fordert: „Es muss einen Spezialfall Fürstenfeldbruck geben.“  

Gründung eines Zweckverbands kommt ins Spiel

Die Anliegerkommunen des Fliegerhorstes haben die Gründung eines Zweckverbandes zur Entwicklung des Areals nach Abzug der Bundeswehr ins Auge gefasst. „Es gibt konkrete Verhandlungen“, sagte Andreas Kieser, Leiter der Rechtsabteilung im Brucker Rathaus am Donnerstag im Konversionsausschuss. 

Ein Zweckverband könnte die Planungen und später den Grunderwerb übernehmen. Stadt- und Gemeinderäte könnten Entscheidungen an eine Verbandsversammlung delegieren, die mit Vertretern aus den vier Räten besetzt wäre. „Rechtlich ist es wohl möglich, die Planungshoheit an einen solchen Zweckverband zu übertragen“, sagte Emmerings Bürgermeister Michael Schanderl dem Tagblatt. Zwischen ihm und seinen Bürgermeisterkollegen aus Bruck, Maisach und Olching bestehe Einigkeit, dass ein Zweckverband oder eine andere Form einer gemeinsamen Projektgesellschaft grundsätzlich eine gute Idee sei. Es seien jedoch noch viele Details zu besprechen, etwa die Finanzierung. 

Für Schanderl sind die Gespräche über eine Zweckverbandsgründung eine „Nagelprobe für das weitere Vorgehen“ in Sachen Fliegerhorst. Emmering hat auf Wunsch Fürstenfeldbrucks Pläne für ein Gewerbegebiet südlich des Areals vorerst auf Eis gelegt, weil sie mit Brucker Plänen zur Entwicklung von Wohngebieten und Grünzügen konkurrieren. Im Gegenzug erwartet man, von zukünftigen Gewerbeflächen im östlichen Teil des Fliegerhorstes zu profitieren, entweder durch einen Flächentausch oder über ein interkommunales Gewerbegebiet

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