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Das Grundwasser im Landkreis Fürstenfeldbruck wird immer knapper - Besserung ist nicht in Sicht

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Von: Tobias Gehre

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Der Entenbrunnen in Puchheim-Ort sprudelt nicht mehr. Dagegen ist auch Georg Schmid machtlos, der die Anlage seit 40 Jahren in Schuss hält.
Der Entenbrunnen in Puchheim-Ort sprudelt nicht mehr. Dagegen ist auch Georg Schmid machtlos, der die Anlage seit 40 Jahren in Schuss hält. © Tobias Gehre

Das Grundwasser geht vielerorts im Landkreis zurück. Mehrere offizielle Messpunkte melden sehr niedrige Stände. Daran wird sich so bald wohl auch nichts ändern.

Landkreis – Der Entenbrunnen ist sein Baby. Seit über 40 Jahren kümmert sich Georg Schmid darum, dass die Wasserspiele in Puchheim-Ort zuverlässig sprudeln. Doch heuer ist Schmid machtlos. Die Ente spuckt oft kein Wasser mehr. Grund dafür ist der sehr niedrige Wasserstand im nahen Gröbenbach. Das vom Nass aus dem Boden gespeiste Gewässer treibt normalerweise über ein Mühlrad die Pumpe an, die die Wasserspiele speist. Doch das Rad dreht sich seit Wochen nur noch sporadisch. „So etwas gab es früher nicht“, sagt Schmid.

Und so schnell wird sich an der Misere wohl auch nichts ändern. An vielen Stellen im Landkreis sind die Grundwasserpegel stark abgesunken. Der Niedrigwasser-Informationsdienst des Landesamtes für Umwelt meldet zum Beispiel in Germering, im benachbarten Gilching sowie in Mammendorf „sehr niedrige“ Stände. An vielen anderen Messpunkten in der Region sieht es nicht viel besser aus.

Zu wenige Regen in den vergangenen Monaten

Insgesamt habe es in den vergangenen Monaten einfach zu wenig geregnet, erklärt Christian Leeb, Leiter des für den Landkreis zuständigen Wasserwirtschaftsamtes. Vor allem flächiger Landregen sei Mangelware. Dabei wäre länger andauernder, nicht starker Regen sehr wichtig für die Bildung von Grundwasser, aus dem das Trinkwasser gewonnen wird. Gewitter oder Schauer würden dazu nicht beitragen. Der Boden könne den vielen Regen in kurzer Zeit nicht aufnehmen. Die Folge: Das Nass fließt an der Oberfläche in Gewässer – und ist dann weg.

Das kann auch Georg Schmid aus Puchheim-Ort bestätigen. Nach einem Gewitter mit viel Regen sprudle der Entenbrunnen für einige Zeit wieder, weil der Gröbenbach dann genug Wasser habe um die Pumpe anzutreiben.

Neubildung von Grundwasser wird weiter zurückgehen

Bessern wird sich die Situation wohl nicht. „Modelle zeigen, dass die Neubildung von Grundwasser in den nächsten Jahren um rund zehn Prozent zurückgehen wird“, sagt Christian Leeb vom Wasserwirtschaftsamt. Darauf müsse man reagieren. Deshalb sei es gerade in Kommunen wichtig, Flächen zu schaffen, auf denen das Wasser wieder versickern kann. Das Prinzip dahinter nennt sich Schwammstadt. Dadurch soll Regenwasser, das auf Häuser oder versiegelte Flächen trifft, nicht mehr in Kanälen abgeleitet, sondern vor Ort versickert werden. Umgesetzt wurde dieses Prinzip etwa beim kürzlich fertig gestellten Vorplatz des Bürgerhauses in Emmering.

Christian Leeb spricht sich dafür aus, dass Kommunen die Idee künftig in ihrer Bauleitplanung berücksichtigen. Das Wasserwirtschaftsamt biete den Rathäusern dabei seine Unterstützung an.

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