Graf-Rasso-Gymnasium

Gute Schokolade ein Renner

„Mit Fürstenfeldbruck Stück für Stück Gutes tun“ steht auf der Verpackung der fairen Stadtschokolade. Die süße Versuchung einer AG des Graf-Rasso-Gymnasium will etwas für den Naturschutz tun. Die Nachfrage ist so groß, dass die Schoki ausverkauft ist.

Fürstenfeldbruck – Schon optisch unterscheidet sich die Stadtschokolade von einer herkömmlichen Tafel der süßen Verführung. Allerdings dürften wohl nur Kenner herausschmecken, dass es sich um echte „Schweizer Schoki“ handelt. Sechs Bilder zieren die Oberfläche der Vollmilch-Tafel, die erklären, warum dort „100 Prozent Gute Schokolade“ drinsteckt und deren Bedeutung auf der Innenseite der Verpackung genauer erläutert wird.

„Die Schokolade ist fast schon aus“, sagt Lehrerin Elisa Glufke, die zusammen mit Grit Mühlwitz die AG der „SchulFAIRbesserer“ am Graf-Rasso-Gymnasium leitet. Sie ist zufällig bei einer Fortbildung auf das Projekt von „Plant for the Planet“ gestoßen, das sich für fairen Handel und gegen den Klimawandel einsetzt. Die Schüler der AG musste sie nicht großartig überzeugen, denn: „Schokolade weckt immer Begeisterung.“

12 000 Tafeln der Vollmilch-Schokolade hat die Schule bezogen. Sie wurden von einem Supermarkt an der Kurt-Schumacher-Straße finanziert und auch hauptsächlich dort zum Preis von einem Euro angeboten. „Wir haben aber auch andere Vertriebswege gesucht“, erklärt Glufke. Zum einen wurden Hofläden angesprochen. Zum anderen habe die Stadt einige Tafeln abgenommen.

Sie waren ein Geschenk für die Teilnehmer des Stadtradelns. Die „Gute Schoki“ wurde zum Erfolgsmodell: Alle Tafeln sind schon weg.

In den Herstellungsprozess sind die Schüler zwar selbst nicht eingebunden, aber sie durften die Motive der Stadt-Edition gestalten. Dazu fand im Vorfeld ein Wettbewerb am Gymnasium statt, bei dem die fünf besten Fürstenfeldbruck-Motive ausgewählt wurden. So zieren nun die Amperbrücke, die Leonhardikirche und das Kloster die Wickel der Schokolade. „Die Schüler sind glücklich, dass sie sich mit der Süßigkeit identifizieren können“ sagt Grit Mühlwitz.

Insgesamt acht Jugendliche von der Unter- bis zur Oberstufe gehören der zu Beginn dieses Schuljahres gegründeten Fairtrade-AG am Graf-Rasso an. Dazu kommen auch Mitglieder des Fördervereins, des Elternbeirats und der offenen Ganztagsbetreuung.

Einen Gewinn macht die Schule nicht mit der verkauften Schokolade. Doch darum geht es bei dem Projekt auch nicht. Pro fünf verkauften Tafeln wird irgendwo auf der Welt ein neuer Baum gepflanzt. Zudem fließt ein Teil der Erlöse in die Akademien von „Plant-for-the-Planet“, in denen sich die Kinder gegenseitig zu Botschaftern für die Klimagerechtigkeit ausbilden.

Ob es im Winter eine Nachlieferung der schnell vergriffenen „Guten Stadtschokolade“ geben wird, kann Elisa Glufke noch nicht endgültig sagen. Gestorben ist das Projekt nicht. „Aber eventuell gehen wir im nächsten Jahr auf Bio-Schokolade über.“

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