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Grüne Damen der ersten Stunde sind Heidi Göbel (l.) und Heidemarie Donath. 

Kreisklinik Fürstenfeldbruck

Die guten Seelen aus dem Krankenhaus

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Viele fühlen sich im Brucker Klinikum erstmal fremd. Den Weg zur Untersuchung oder Station, eine Besorgung vom Kiosk – all das erledigen die Grünen Damen. Sie sind seit mittlerweile zehn Jahren ehrenamtlich im Dienst der Patienten, besorgen Blumensträuße, Babykleidung und mehr.

FürstenfeldbruckHeidi Göbel und Heidemarie Donath stehen gemeinsam an ihrem Pult im Foyer des Krankenhauses an der Dachauer Straße. Es ist ein normaler Arbeitstag für die beiden Damen, seit einer Stunde sind sie im Dienst. Und in dieser einen Stunde war auch schon gut was los. Gerade kommt wieder ein älterer Herr auf die beiden zu, rückt sich mit einer Hand die Brille zurecht, hält die Papiere in der anderen Hand. „Ich muss auf die Station 3“, sagt er. „Aber doch zuerst zur Anmeldung oder“, fragt Heidemarie Donath nach. „Nein, heute ist nur Beratung“, erwidert er.

Die 76-Jährige nickt und weist ihm den Weg zum Aufzug. Ein paar Minuten später ist er wieder da. „Ich muss doch erst zur Anmeldung“, sagt er. Dabei lächelt er, weil er weiß, dass die grüne Dame doch recht hatte. Als er einige Zeit später von der Station zurückkommt, bleibt er nochmal stehen, bedankt sich, erzählt ein wenig von sich und geht wieder.

Viele Geschichten aus zehn Jahren

Dies ist nur einer der vielen, kleinen Dienste, die in den Tätigkeitsbereich der Grünen Damen fallen. Geschichten aus zehn Jahren gibt es viele, die zu erzählen wert sind. Schöne und Traurige. Heidi Göbel und Heidemarie Donath (beide 76) sind von Anfang an dabei, sozusagen Grüne Damen der ersten Stunde. Auf eine Zeitungsannonce hin hatten sie sich im Klinikum gemeldet. Beide dachten, das sei eine schöne Idee und wäre etwas für sie.

Eine spezielle Schulung gab es damals nicht – wie heute auch. Neben den üblichen Sachen wie den Weg weisen oder jemanden zu einer Untersuchung begleiten, gibt es noch viele andere Dienste, die die Grünen Damen erledigen. Kleine Besorgungen machen etwa. Einmal hat jemand Socken gebraucht – die wurden prompt besorgt. Einmal wurde ein Gebiss vergessen – und auf die Station gebracht. Oder jemand hätte gerne eine Zeitschrift oder ein Eis vom Kiosk. Auch als Begleitung bei Spaziergängen oder zum Vorlesen werden sie gerne gerufen.

Kleine Feier zum Jubiläum

In den ersten Jahren war es jedoch schwierig für die Grünen Damen. „Es war oft nichts zu tun“, erinnert sich Heidi Göbel. „Wir haben schon eine gewisse Zeit gebraucht, um uns hier zu akklimatisieren.“ Inzwischen sind die Grünen Damen aus der Klinik aber nicht mehr wegzudenken. Zum Jubiläum gab es eine kleine Feier mit Buffet und Blumen für jede der insgesamt 13 Grünen Damen. „Sehr schön“, sagen sie.

Eine Lieblings-Station haben sie natürlich auch: die Säuglingsstation. „Das ist einfach schön, wenn man so was Kleines zwischendrin mal sehen kann“, sagt Heidemarie Donath. Von dort stammt auch eine der schönen Geschichten aus zehn Jahren Einsatz. Eine russische Patientin war gerade Mama geworden und hatte aber keine Babykleidung dabei. Sie drückte einer Kollegin 500 Euro in die Hand und bat sie, etwas einzukaufen. „Wir waren alle neidisch auf diesen Dienst“, sagen Heidi Göbel und Heidemarie Donath.

Einmal konnte ein Mann, dessen Frau im Klinikum lag, nicht an deren Geburtstag kommen. Er bat die Grünen Damen darum, für 50 Euro Blumen zu besorgen. Wieder ein sehr schöner Auftrag: „Wir sind zu zweit gegangen und haben einen wunderschönen Strauß besorgt.“

Ein eher kurioser Fall

Ein Fall der eher kuriosen Sorte war der eines Mannes, der Hilfe beim Packen für die Reha brauchte. Heidemarie Donath war gerade im Dienst und sollte mit dem Patienten nach Hause fahren und ihm zur Hand gehen. Als die beiden im Taxi saßen, ging es aber nicht sofort in die Brucker Wohnung des Mannes. Wir waren bei der Bank, beim Handyladen, bei der Post, am Parkplatz am Bahnhof“, erinnert sie sich.

Bei ihm Zuhause verschlug es ihr die Sprache. Überall Kartons gestapelt, Berge von Zeitungen und allerlei Gerümpel. Donath war bei einem Messie gelandet, einem Menschen, der krankhaft alles sammelt und nichts wegwerfen kann. Schließlich fand man einen Koffer, konnte Kleidung packen und es ging zurück in die Klinik. Dort hatte Heidi Göbel sich schon große Sorgen um die Kollegin gemacht und war kurz davor gewesen, die Polizei zu rufen. „Sie war ja schon drei Stunden weg und wir wussten nicht, wo sie war.“ Endlich tauchten die beiden auf, und der Patient konnte auf Reha gehen.

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