Nach fettem Jahr 

Haushalt 2018: Bruck macht Miese

2017 lief es finanziell ganz gut für die Große Kreisstadt. 2018 istdagegen vorerst ein Minus im Haushalt eingeplant. Zwei Gründe: Steigende Personalkosten und sinkende Grundstückserlöse.

Fürstenfeldbruck – Ähnlich wie im vergangenen Jahr kann sich die Stadt über die finanzielle Situation im bald ablaufenden Haushaltsjahr nicht beklagen. Bei den Vorberatungen am Dienstagabend präsentierte Kämmerin Susanne Moroff den Stadträten gute Zahlen für 2017. Das Gewerbesteueraufkommen wird zum Beispiel mit rund 19,5 Millionen Euro erwartet – das sind eineinhalb Millionen Euro mehr als vorgesehen.

Die geplante Kreditaufnahme in Höhe von 6,28 Millionen Euro fiel daher deutlich niedriger aus, die Stadt macht nur 1,4 Millionen Euro neue Schulden. Gleichzeitig konnte man den Schuldenberg abbauen: Zum Jahresende wird Fürstenfeldbruck voraussichtlich mit 29 Millionen Euro in den Miesen sein. Angesetzt waren eigentlich rund fünf Millionen Euro mehr.

Allerdings sind die Zahlen mit Vorsicht zu genießen: Die Hälfte der Mehreinnahmen der Gewerbesteuer wird durch Gewerbesteuerumlage und Rückstellungen für die Kreisumlage aufgebraucht. Auch der Umstand, dass geplante Baumaßnahmen sich verzögern, trägt zu der derzeitigen guten Liquiditätslage der Stadt bei.

Grundsätzlich boomt die deutsche Wirtschaft. Die Kommunen können mit stabilen Steuereinnahmen rechnen. In Fürstenfeldbruck rechnet man aber in 2018 mit einem Haushalts-Minus von rund 1,2 Millionen Euro. Die Ausgaben der Stadt etwa für ihr Personal wachsen stetig. Rund 1,2 Millionen Euro kommen nächstes Jahr hinzu, so dass insgesamt 20,5 Millionen Euro an Personalkosten zu Buche stehen. Gleichzeitig schrumpfen die Einnahmen, zum Beispiel aus Grundstücksverkäufen. Heuer habe man ein Areal weit über dem Buchwert veräußert, so Kämmerin Moroff. Da ist 2018 nichts mehr drin.

In den Vorberatungen werden nun fortlaufend über die nächsten Wochen die Planungen durchgesprochen. Die Stadträte können ihre Anmerkungen oder Fragen zu einzelnen Posten vorbringen. Hermine Kusch (BBV) erkundigte sich zum Beispiel nach einer Neugestaltung des Rathaus-Reports, die 5000 Euro kosten soll. Man werde bei der Verwaltung nachfragen, versprach OB Erich Raff (CSU), der zu diesem Punkt anmerkte, man könne auch den Rotstift ansetzen: „Ich bin da leidenschaftslos.“

SPD-Fraktionschef Philipp Heimerl fragte nach den Kosten für die Versendung von Stadtrats-Unterlagen. Er bekomme sie immer noch per Papier, obwohl er die Unterlagen online einsehe. Ladung und Tagesordnung müsse verpflichtend per Papier an die Mandatsträger zugestellt werden, erklärte Verwaltungschef Roland Klehr.

Schon im vergangen Jahr war bei den Haushalts-Vorberatungen der Unterhalt des Alten Schlachthofes in den Fokus geraten. Für 2018 ist eine größere Maßnahme eingeplant, die schon seit längerer Zeit angedacht ist: Die Erstellung eines Nutzungskonzepts für das gesamte Lände-Areal. Heimerl wollte wissen, ob das Konzept im nächsten Jahr endlich durchgezogen werde. Es herrsche zwar Personalnot im Bauamt, antwortete Raff, doch „wenn alle Stricke reißen“, könne man das Projekt auch extern vergeben. (fd)

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