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Sieben Tipps von Experten

Hier ist es im Winter besonders gefährlich

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Schnee und Schneeregen sind in den nächsten Tagen auch für unsere Region vorhergesagt. Vorsicht also auf den Straßen. Experten geben Tipps, wo es bei winterlichen Straßenverhältnissen im Landkreis für Autofahrer besonders gefährlich werden kann.

Fürstenfeldbruck – Aufmerksamkeit geboten ist im Winter momentan vor allem morgens und abends, wenn die Temperaturen um den Gefrierpunkt pendeln. Dann wird es gefährlich. „Autofahrer sollten sich darauf einstellen, dass es bei null Grad überall zu Glatteis kommen kann“, sagt Brucks Polizeisprecher Michael Fischer.

1. Auf der Brücke vom Gas gehen

Vom Gas gehen sollte man dort, wo es windig ist. „An einer Brücke weht es ja sozusagen drunter und drüber und die Fahrbahn ist dort kälter “, sagt Brucks Feuerwehrkommandant Michael Ott. Brenzlig sei es auf der Eisenbahnbrücke zwischen Mammendorf und Hattenhofen.

2. Tückische Windschneisen

Dem Wind ausgeliefert sind auch Straßen im offenen Gelände, wie die Staatsstraße 2054 bei Aich. „Da pfeift es oft ungebremst drüber“, sagt Walter Müller, Chef der Brucker Polizeiinspektion. Ungeschützt liegt auch die B 471 zwischen Schöngeising und Grafrath oder die B 2-Abfahrt nach Alling. Dort gibt es fast keine Bäume, die Schneeverwehungen verhindern könnten, sagt Germerings Polizei-Vize Andreas Ruch.

Dasselbe gilt für die B 2 zwischen Bruck und Mammendorf. Zwar stehen dort Schneefangzäune. Bei einem Schneesturm können sie die Straßen aber nicht immer freihalten, sagt Michael Hindahl, Dienststellenleiter der Straßenmeisterei in Dachau. Ein starker Westwind bläst in Olching oft auf der Roggensteiner Straße stadtauswärts, auf der Münchner Straße in Richtung Gröbenzell oder am Kreisverkehr an der Estinger Schloßstraße. „Dort gibt es keinen Wald, Schneeverwehungen sind daher nicht selten“, so Olchings Feuerwehrkommandant Josef Gigl.

3. Ganz langsamdurch die S-Kurve

Nicht sofort erkennbar und daher besonders heimtückisch ist überfrierende Nässe. Schon geringe Mengen Wasser gefrieren bei Frost rasend schnell und verwandeln Straßen in gefährliche Rutschbahnen. Besonders lang hält sich das Eis unter Bäumen, weiß Andreas Ruch. Zur größten Vorsicht rät er daher im Wald am Parsberg in der S-Kurve beim Germeringer Schusterhäusl.

4. Augen auf bei Fahrten über Land

Immer wieder unterschätzen Autofahrer die winterlichen Straßenverhältnisse. Im schlimmsten Fall bezahlen sie das mit dem Tod. „Zwischen Mammendorf und Hattenhofen gibt es auf der B 2 eine gefährliche Kurve“, sagt Andreas Drexl, Kommandant der örtlichen Feuerwehr. Wohl aufgrund einer Schneeverwehung verlor dort eine Frau im Januar 2017 die Kontrolle über ihr Auto. Den Crash mit einem Linienbus überlebte sie nicht. Viele denken, es wäre dort nicht rutschig, und landen im Graben, sagt Drexl. An der Abzweigung nach Mittelstetten kracht es ebenfalls öfter. „Immerhin ist dort die Geschwindigkeit auf 80 Stundenkilometer beschränkt“, sagt Drexl.

5. Nebenstraßen als Ruschbahnen

Tückische Strecken gibt es jedoch auch innerorts. In Germering etwa räumt der Winterdienst des Stadtbauhofs zuerst die Hauptstraßen. Für die Seitenstraßen ist erst später Zeit, erklärt Polizeisprecher Andreas Ruch. Wer morgens etwa in der Tulpen- oder Rosenstraße fährt, muss damit rechnen, dass sie erst am späten Vormittag geräumt und gesalzen werden.

6. Wo der Räumdienst noch nicht war

Problematisch ist es, wenn es durchgehend schneit und der Räumdienst nicht hinterherkommt. Dann fahren die Autos den Schnee zu einer Eisbahn fest. „In Olching passiert das an der Ecke Münchner- und Rebhuhnstraße oder an der Kreuzung Blumen- und Daxerstraße“, sagt Kommandant Josef Gigl.

7. Wenn die Sonne zum Feind wird

Neben Schnee und Glätte ist die tief stehende Sonne im Winter eine Gefahr. „Wenn man von Fürstenfeldbruck kommend auf die A 8 in Richtung München auffährt, dann blendet einen zwischen halb acht und acht bei klarem Wetter die Sonne“, berichtet Thomas Totzauer, Chef der Autobahnpolizei Bruck (VPI). „Sie steht um diese Zeit so tief über dem Horizont, dass sie genau durch die Windschutzscheibe einfällt.“ In der kalten Jahreszeit passieren dort häufig Auffahrunfälle. Egal ob bei Schneefall, Glätte, Nebel oder Sonnenschein: „Im Winter sollte jeder Autofahrer stets mit Vorsicht unterwegs sein“, sagt Totzauer. Sein Rat: Lieber ein paar Minuten früher losfahren. „So hat man einen zeitlichen Puffer, falls doch mal etwas passiert.“ (rm,kw)

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