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Zehn Jahre KIM

Hilfe für junge Opfer sexueller Gewalt

 Seit zehn Jahren gibt es das landkreiseigene Beratungsangebot KIM. Es ist eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche bis 21 Jahren, die Opfer sexueller Gewalt oder anderer Formen von Gewalterfahrungen geworden sind. 

Fürstenfeldbruck –Bei der Jubiläumsveranstaltung im Landratsamt wurde deutlich: Es fällt vielen Betroffenen schwer, Anzeige zu erstatten oder überhaupt über das Erlebte zu reden. Was maßgeblich daran liegt, dass etwa ein Viertel der sexuellen Übergriffe auf Schutzbefohlene innerhalb des engsten Familienkreises geschehen.

Die Fachberatung KIM ist ein 2008 vom Landkreis ins Leben gerufenes Kooperationsprojekt der Träger „kibs“ für männliche und „IMMA“ für weibliche Opfer sexueller Gewalt sowie deren Angehörige. „Das ist beispielhaft für ganz Bayern“, lobte Isabella Gold, Ministerialrätin des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Es sei vor allem das weitreichende Netzwerk vom KIM und die Hand in Hand gehende Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, die eine qualifizierte Jugendhilfeplanung ermöglichten, so Gold. „Nur dann ist eine umfassende Prävention möglich.“

Eigens aus Hamburg reiste die Hauptreferentin der Veranstaltung, Diplom-Pädagogin Carmen Kerger-Ladleif, an. Sie arbeitet direkt mit Betroffenen sexueller Gewalt und gibt selbst Workshops. Die Zahlen, die sie aus der Kriminalstatistik für das Jahr 2016 präsentierte, sind alarmierend: Über 12 000 Strafverfahren allein für sexuellen Kindesmissbrauch gab es im fraglichen Jahr. Rund 75 Prozent der Opfer waren weiblich. Statistisch gesehen sind somit ein bis zwei Schüler in jeder Schulklasse von sexueller Gewalt betroffen. Besonders schlimm: „Die meisten, die Kinder sexuell missbrauchen, sind diesen bekannt und vertraut“, so Kerger-Ladleif.

Was auch erklärt, dass sich nur etwa ein Drittel der Opfer jemandem mitteilt. Oft seien Scham- oder Schuldgefühle der Grund, und: Die Täter sind „Meister der Manipulation“. Die Hemmschwelle sei groß, sich einer Beratungsstelle anzuvertrauen.

Das weiß auch Dietmar König, Referatsleiter des Jugendamts des Landkreises, aus seiner vielfältigen Erfahrung. Er vermutet deshalb auch eine hohe Dunkelziffer bei sexuellen Übergriffen, gerade bei Buben beziehungsweise männlichen Jugendlichen: „Sie wenden sich seltener an Beratungsstellen.“ Doch genau um solche Tabus zu brechen, brauche es Anlaufstellen wie KIM, erläutert König.

Neben der direkten Beratung setzt die Beratung auf Prävention. Regelmäßig werden deshalb Fachkräfte in Einrichtungen wie etwa Kindergärten speziell geschult und für das Thema sensibilisiert. Kerger-Ladleif: „Kinder haben das Recht darauf, dass wir genau hinschauen.“

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