Anne Mischke-Jüngst ist neue Vize-Vorsitzendeim Historischen Verein.

Satzungsänderung auf der Mitgliederversammlung

Historischer Verein nimmt ganzen Landkreis ins Visier

Der Historische Verein (HVF) will seine Aktivitäten verstärkt auf den Landkreis ausrichten. Dazu gehört, dass auch Museen außerhalb der Stadt – etwa der Jexhof und die Furthmühle – mehr unterstützt werden sollen.

Fürstenfeldbruck – Das bedeute aber nicht, dass man das Engagement im Brucker Museum zurückfahren wolle, wie die Vorsitzende Anna Ulrike Bergheim bei der Mitgliederversammlung betonte. Im Gegenteil – zusätzlich zu den jährlichen 500 Euro, mit denen der HVF das Bildungsprogramm des Museums unterstützt, will sich der Verein heuer auch an der Renovierung der museumspädagogischen Räume beteiligen. Dort finden unter anderem die Archäologie-Workshops statt, die der HVF für Kinder anbietet. Darüber hinaus sollen aber auch Projekte im Jexhof und der Furthmühle gefördert werden. Das war zwar auch früher schon der Fall, aber nicht unbedingt satzungsgemäß, so Bergheim. Eine entsprechende Änderung wurde von den 64 im Säulensaal des Veranstaltungsforums anwesenden Mitgliedern in der Satzung verankert.

Stolz ist man beim HVF auf das erste gemeinsame Projekt mit Stadt und Landkreis: die Zeitzeugen-Befragung zur Geschichte des Fliegerhorsts und zum Olympia-Attentat. 13 Interviews haben laut Bergheim bereits stattgefunden. Insgesamt stehen 70 Personen auf der Liste derer, die man ansprechen will. Die Betreffenden müssen nicht selbst auf dem Fliegerhorst gearbeitet haben – Beziehungen dorthin genügen.

Erstaunliches hat die Arbeitsgruppe für Vor- und Frühgeschichte bei ihren jährlichen Feldbegehungen entdeckt. In Jesenwang fanden sich Spuren der jungsteinzeitlichen Chamer Kultur, die an der heutigen tschechischen Grenze ihren Schwerpunkt hatte. Jesenwang ist der bisher westlichste Ort, an dem Überreste dieser Kultur entdeckt wurden. In den nächsten Wochen soll die Fundstelle genauer untersucht werden, wie Bergheim ankündigte.

Erst vor einem Jahr war die komplette Führungsmannschaft neu gewählt worden, doch nun wurde bereits eine Nachwahl notwendig, denn Vize-Vorsitzender Jürgen Horbach hat nach fünf Jahren im Vorstand sein Amt niedergelegt. Die Suche nach einem „neuen Zweiten“ sei äußerst schwierig gewesen, berichtete Bergheim. Denn das Amt ist anspruchsvoll und zeitaufwändig. Mit der Kandidatin, die die Vorsitzende präsentieren konnte, waren die Mitglieder jedoch hörbar zufrieden. Kunsthistorikerin Anne Mischke-Jüngst, Leiterin des Arbeitskreises Kloster und wohlbekannt für ihre Kirchenführungen im ganzen Landkreis, wurde mit 63 Ja-Stimmen und einer Enthaltung zur neuen Vize-Vorsitzenden gewählt.

Den dadurch freiwerdenden Sitz im HVF-Beirat übernimmt Barbara Kink, Landeshistorikerin und Schwiegertochter von Kreisheimatpfleger Sepp Kink. Durch den Tod von Wolfgang Wuthe war auch der Vorsitz des Arbeitskreises „Historische Vereinigung Mammendorf“ vakant geworden. Hierfür fand sich als Nachfolger ein prominenter Mammendorfer: Hans Dobner, langjähriges früheres Gemeinderatsmitglied und ehemaliger Zweiter Bürgermeister.  Ulrike Osman

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