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Puchheim

Hitlergruß kostet 3600 Euro

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Weil er auf dem Puchheimer Volksfest den Arm zum Hitlergruß erhoben hat, muss ein 45-Jähriger 3600 Euro Strafe zahlen. Eine Ausrede kam beim Amtsrichter nicht gut an.

Fürstenfeldbruck – Der aus Sachsen stammende Gerüstbauer war im April mit Freunden im Biergarten des Festzelts. Es war spät. Die Musik hatte bereits aufgehört. Einige Polizisten in Zivil beobachteten die letzten Gäste. Der 45-Jährige stand an der Stirnseite einer Bierbank und zeigte seinen Freunde einen Hitlergruß.

„Die Handbewegung war eindeutig. Der Arm war im 90-Grad-Winkel ausgestreckt“, sagte ein Polizist bei der Verhandlung wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Als der 45-Jährige sich von seiner Gruppe trennte, um auf die Toilette zu gehen, griffen ihn die Polizisten auf. Er trug ein Sweatshirt mit Landser-Aufdruck. Ein Schriftzug der eindeutig der rechten Szene zuzuordnen ist.

Bei der Verhandlung erklärte die Anwältin dennoch, die Polizei habe die Geste völlig falsch gedeutet. Ihr Mandant habe sich lediglich von Bekannten verabschiedet. Die rechte Szene habe er schon länger verlassen.

Der Gerüstbauer äußerte sich nicht zur Tat. Seine Freundin und ein Nachbar, von denen sich der 45-Jährige entlastende Aussagen versprochen hatten, waren ihm keine große Hilfe. Sie mussten zugeben, dass sie den 45-Jährigen an dem Abend im Bierzelt nicht ununterbrochen im Blick hatten. „Es ist ja verständlich dass man auf dem Volksfest auch mal mit anderen Leuten redet und nicht jemanden die ganze Zeit fixiert. Jedoch kann dann die Zeugenaussage so nicht als Entlastung dienen“, so Richter Johann Steigmayer.

Der Staatsanwalt war von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Er forderte 4400 Euro Strafe. Richter Steigmayer blieb beim Schuldspruch etwas unter dieser Summe – auch weil der Angeklagte an dem Abend getrunken hatte. Negativ wirkten sich dessen teils schwerwiegende und einschlägige Vorstrafen aus. Und die plumpe Ausrede mit der Verabschiedung. „Mit ausgestrecktem Arm ohne Winkbewegung verabschiede ich mich nicht“, sagte Steigmayer.  tel

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