Beim Töpfermarkt 2020 konnte das Veranstaltungsforum Erfahrungen mit Hygienekonzepten sammeln. Es war die einzige größere Freiluftveranstaltung , die im vergangenen Jahr in Fürstenfeld stattfinden konnte.
+
Beim Töpfermarkt 2020 konnte das Veranstaltungsforum Erfahrungen mit Hygienekonzepten sammeln. Es war die einzige größere Freiluftveranstaltung , die im vergangenen Jahr in Fürstenfeld stattfinden konnte.

Veranstaltungsforum

Hoffnung für den Sommer in Fürstenfeld

  • Ingrid Zeilinger
    vonIngrid Zeilinger
    schließen

Wärmere Temperaturen, Sonnenschein, Treffen in der Natur: Die Hoffnungen der Kulturbetriebe liegen auf den Freiluftveranstaltungen. Denn bis auf Weiteres liegt alles brach - oder doch nicht?

Fürstenfeldbruck – In Fürstenfeld nutzt man die Zeit für anstehende Arbeiten. Und bastelt am Terminkalender, um zumindest einige große Veranstaltungen doch noch über die Bühne zu bringen.

Beim Töpfermarkt im Herbst konnte man mit der einzigen genehmigten größeren Outdoor-Veranstaltung Erfahrungen sammeln, berichtet Veranstaltungsforums-Leiter Norbert Leinweber. Hygienekonzept und Vorgaben – pro zehn Quadratmeter ein Besucher – liegen in der Schublade. Und die wird man auch brauchen. „Wir versuchen, gerade, die größeren Ereignisse in den Sommer und Herbst zu verlegen.“

Die Fürstenfelder Gartentage

Eines dieser Ereignisse sind die Fürstenfelder Gartentage, die normalerweise an Pfingsten stattfinden. Von einem verschwindend geringen Hoffnungsschimmer, sie heuer im Mai durchzuführen, spricht Organisator Martin Lohde. „Wir sträuben uns noch gegen die Absage“, sagt er. Allerdings müssten die Impfungen deutlich anziehen. Hygienekonzepte hat Lohde im vergangenen Jahr bereits erstellt und doch absagen müssen. Heuer fürchtet er aufgrund der Virusmutationen noch stärkere Hygiene- und Abstands-Vorschriften. Es sei ein Abwägungsprozess: Auf der einen Seite das Wirtschaftliche, auf der anderen Seite das Menschliche: Denn bis Pfingsten seien viele Aussteller und auch viele Mitglieder des Veranstaltungsteams – immerhin 50 bis 60 Personen – nicht geimpft. „Ich habe eine Verantwortung für Besucher, Aussteller, Mitarbeiter und die Familie, die auch mitarbeitet.“

Ende März will Lohde eine Entscheidung treffen. Bis dahin halte man sich mit der Planung zurück. Denn im vergangenen Jahr waren etwa Plakate schon gedruckt – ein schmerzlicher finanzieller Verlust. Falls man sich zur Durchführung entschließe, werde es ein abgespecktes Programm geben. Eine Verschiebung in den Herbst habe man mit dem Veranstaltungsforum bisher ergebnislos geprüft. Nach der Absage der Oldtimertage gebe es noch eine Lücke im September, ergänzt Leinweber. Hier wurde aber noch nicht abschließend gesprochen.

Die Fürstenfelder Naturfototage

Gelungen ist eine Verschiebung bei den Fürstenfelder Naturfototagen, die nun vom 29. Juli bis 1. August geplant sind. Die Erlebniswelt Fliegenfischen wandert vom April in den Oktober. Abgesagt sind unter anderem der Ostermarkt, die Animuc, die Tattoo Convention, der Ballettwettbewerb und die Modellbautage. Beim Töpfer- und Kunsthandwerkermarkt, dem Fürstenfeld Picknick und der Kirta sei man zuversichtlich, dass sie wie geplant stattfinden können. Die Finalrunde des Paulaner Solo steigt ebenfalls im Herbst – mit den Teilnehmern aus der Vorrunde 2020.

Im Sommer setzt Leinweber wieder auf Freiluftveranstaltungen. Den Auftakt macht der Klaviersommer im Juni und Juli. „Den haben wir ja schon unter Corona-Bedingungen durchgeführt.“ Auch der Kinosommer ist in Planung. Und für das „Kultur trotz(t) Corona“-Festival suche man noch den richtigen Partner. Selbst machen will es Leinweber nicht – zu groß ist das finanzielle Risiko für die Stadt, die das Defizit tragen müsste.

Fürstenfeld-Mitarbeiter in Kurzarbeit

Zumindest finanziell sieht Leinweber nicht ganz schwarz: Bis auf ihn selbst, der als berufsmäßiger Stadtrat nicht darf, sind alle Mitarbeiter in Kurzarbeit. Für November und Dezember wurden 75 Prozent der Umsätze übernommen. Für das laufende Jahr wird Überbrückungshilfe III beantragt – das wären 70 Prozent der Ausfälle und 90 Prozent der laufenden Kosten. „Wir haben alleine im Januar über 11 000 Euro für Räumen und Streuen gezahlt“, erklärt Leinweber. Außerdem hofft er auf Geld aus dem Programm „Neustart Kultur“, aus dem er 128 000 Euro beantragt hat. Der Bund zahle auch Künstlern ein Ausfallhonorar, wenn sie nicht auftreten könnten.

Die spielfreie Zeit nutzt man für Instandhaltungsarbeiten, die sonst den Betrieb stören würden. So wurden unter anderem technische Revisionsarbeiten, etwa an der fahrbaren Bühne, aus dem Sommer vorgezogen. Außerdem dringt durch das Dach über dem Stadtsaal Wasser. An den Folien wurde bereits etwas gemacht. Doch das reiche noch nicht, sagt Leinweber. 130 000 Euro soll das kosten. „Das Haus ist über 20 Jahre alt, da kommen die ersten größeren Sachen.“

Wann wieder Besucher nach Fürstenfeld kommen, kann Leinweber schwer sagen. Vielleicht im Mai, lautet seine Prognose. Wichtig ist ihm, dass er wieder mindestens mit 400 Gästen draußen und 200 drinnen rechnen kann und die stille Zeit vorbei ist. „Kultur ist kein Geschenk und Extra, es ist das, was unsere Gesellschaft ausmacht.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare