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Höhepunkt jedes Hindernisrennens über 3000 Meter ist der Sprung über den Wassergraben

Olympia liegt in weiter Ferne

Zu hohe Hindernisse auf dem Weg nach Rio

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Fürstenfeldbruck – Wenn alles normal gelaufen wäre, würde Jannika John bald Koffer packen und sich gemeinsam mit der frischgebackenen Hindernis-Europameisterin Gesa Felicitas Krause auf den Weg zu Olympia nach Rio machen. Aber Sportkarrieren sind nicht planbar.

Jahrelang war die 23-jährige Bruckerin die ärgste Konkurrentin des neuen 3000-Meter-Champions aus Frankfurt. Noch vor zwei Jahren machte sich die oberbayerische Crosslauf-Spezialistin große Hoffnungen, mit Krause nach Rio zu reisen. Zahllose Rennen bestritten sie Seite an Seite, meist war Krause einen Tick schneller, oft waren die Duelle eine enge Kiste. Doch dann trennten sich die Wege. Heute hat John keinen Kontakt mehr zur EM-Königin von Amsterdam. Und auch nicht zu ihren einstigen Förderern beim Deutschen Leichtathletik-Verband.

Lange Zeit waren die Cross-Spezialistinnen auf Augenhöhe.

Dass es so still geworden ist um die einstige Nachwuchshoffnung, hat Gründe. Hauptsächlich war es eine Sprunggelenk-Operation, die John aus der Bahn geworfen hat. „Ich musste erst wieder normal gehen lernen. An Laufen war lange nicht zu denken.“ Noch immer laboriert sie an der Verletzung, hat aber mittlerweile mit dem Lauftraining wieder begonnen. Ob es ein Comeback auf gewohnt hohem Niveau gibt, ist unklar. „Ich investiere viel, der Wille ist vorhanden. Aber man wird ja nicht jünger“, sagt die 23-Jährige, die sich gerade für ein paar Wochen im Elternhaus an der Kellererstraße aufhält.

Viele Jahre Seite an Seite: Jannika John (l.) und Gesa Felicitas Krause.

Ansonsten hat sich der Lebensmittelpunkt der vielfachen bayerischen Cross-Meisterin, die ihre sportlichen Grundausbildung beim TV Emmering hatte und weiterhin für den Elite-Verein LAC Quelle Fürth startet, in die USA verlagert. An der texanischen Lamar-University in Beaumont hat sie gerade nach zwei Jahren ihren Master für Sportwissenschaften erfolgreich bestanden. Nun hängt sie demnächst noch ein Jahr dran und widmet sich der Ernährungswissenschaft. Weil sie sich für die Uni auch sportlich ins Zeug legt und die Hochschulmannschaft bei US-College-Meisterschaften vertritt, erhält sie ein Vollstipendium („Sonst könnte ich mir das finanziell gar nicht leisten“). John überlegt bereits, für immer in den USA zu bleiben und dort als Professorin zu unterrichten.

So weit weg von daheim ist sie irgendwie auch aus dem Blickfeld der Verantwortlichen beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Dort wird es – im Gegensatz zu den Schwimmern – ohnehin nicht gern gesehen, wenn sich deutsche Athleten in den USA nicht nur beruflich, sondern auch sportlich ausbilden lassen. Weshalb sich Olympia und Rio für die junge Bruckerin auch ohne Verletzung so oder so erledigt hätte. Und weshalb John auch anregt, dass sich „der DLV in dieser Richtung mal etwas bewegen“ sollte.

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