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Bayerische Meisterschaft 

Hund gegen Schweinehund

Nur mit ihrem Liebling an der Leine spazieren gehen – das ist nichts für die Anhänger des Turnierhundesports. Sie sausen gemeinsam mit ihren Vierbeinern um Slalomstangen und über Hürden, messen sich in Gehorsamsübungen und legen beim Geländelauf 5000 Meter in kaum mehr als einer Viertelstunde zurück.

Fürstenfeldbruck – Nur mit ihrem Liebling an der Leine spazieren gehen – das ist nichts für die Anhänger des Turnierhundesports. Sie sausen gemeinsam mit ihren Vierbeinern um Slalomstangen und über Hürden, messen sich in Gehorsamsübungen und legen beim Geländelauf 5000 Meter in kaum mehr als einer Viertelstunde zurück.

Am Wochenende trafen sich die besten bayerischen Turnierhundesportler zu ihrer Landesmeisterschaft in Bruck. Es war das erste Mal, dass der Polizei- und Schutzhundeverein (PSV) Fürstenfeldbruck die Bayerischen Meisterschaften ausrichten durfte. Aus Anlass seines 95-jährigen Bestehens hatte sich der Verein um die Ehre beworben und ein kleines Heer an 64 Helfern aufgeboten, um die Gäste aus ganz Bayern gut zu betreuen. Weil das Vereinsgelände in Lindach für die 180 Starter zu klein gewesen wäre, fanden die Meisterschaften im Klosterstadion statt.

Und so standen auf dem grünen Rasen statt Fußballtoren und Eckfahnen zwei Tage lang die Geräte der Hunde-Leichtathletik. Slalomfahnen, die es so schnell wie möglich zu umkurven galt, und 30 Zentimeter niedrige Hürden, die Mensch und Hund synchron überspringen sollten – wobei die Herausforderung darin besteht, dass der Hund sich an das meist langsamere Tempo seines Besitzers anpasst, statt davonzupreschen.

Das Sommerwetter am Samstag spielte den Teilnehmern durchaus in die Karten. „Bei der Hitze schalten die meisten Hunde einen Gang zurück“, so PSV-Vizevorstand Erich Schlögl. Im kühlen Gras unter Pavillon-Zeltdächern konnten Menschen und Vierbeiner zwischendurch verschnaufen. Für Fans und Besucher gab es auch in den Pausen genug zu sehen – wer über das Gelände bummelte, entdeckte seltene Hunderassen wie den Beauceron Anaking, der trotz seines bulligen Aussehens „ein Sensibelchen“ ist, wie Besitzerin Siglinde R. versicherte. Hier und da balgten süße Welpen – die Sporthunde von morgen, die schon einmal Turnieratmosphäre schnuppern sollten.

Höhepunkt in Sachen Zuschauerspaß war sicherlich der Hindernislauf über einen 75-Meter-Parcours mit Gerätschaften wie Trapez und Tunnel, Tonne, Reifen und Weitsprung. Den Regeln zufolge nimmt der Hund die Hindernisse, während der Mensch nebenher sprintet. Da ist Fitness gefragt. „Wer in der Oberliga mitspielen will, muss auch an der eigenen Kondition arbeiten“, sagt Schögl.

Vom kleinen Terrier bis zur Deutschen Dogge, vom Teenager bis zum älteren Semester – Hundesport vereint alle Rassen und Generationen. Aus den Reihen des PSV hatten sich drei Mitglieder für die Meisterschaft qualifiziert: Mira Nordgerling mit ihrem Labrador-Pudel-Mix („Labradudel“) Lola, die erst 15-jährige Luisa Paulin mit der Australian-Shepard-Dame Jewel und Astrid Truth mit Jay-Jay. Die 49-Jährige und der weiße Schweizer Schäferhund nehmen jede Woche die Anfahrt aus München auf sich, um in Bruck zu trainieren. „Der PSV hat einen guten Ruf“, sagt Astrid Truth. Nachwuchssorgen hat der Verein tatsächlich nicht, wie Schlögl betont – 60 Neumitglieder in den letzten drei Jahren sprechen für sich. (os)

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