Modenacht, Autoschau und Rad-Ausstellung

Hunderte Besucher in der Innenstadt

Die neusten Automodelle und die aktuelle Mode konnten die Brucker am Wochenende in der Innenstadt bewundern. Autoschau und Modenacht zogen bei Sonnenschein viele Besucher an. Etwas abseits, aber nicht weniger sehenswert, ging es im Foyer des Rathauses um die nicht-motorisierte Form der Fortbewegung.

Fürstenfeldbruck Bei der Ausstellung „200 Jahre Fahrrad – von der Draisine zum E-bike“ konnten die Besucher über die Historie des Drahtesels lernen. Angeblich war ein Klimawandel schuld an der Erfindung des Fahrrads, meint Stefan Simoneit, Mit-Organisator der Ausstellung. Der Ausbruch des indonesischen Tambora-Vulkans 1815 bescherte der gesamten Nordhalbkugel im folgenden Jahr einen kalten, nassen Sommer mit Ernteausfällen, Hungersnot und Pferdesterben. Letzteres hatte zur Folge, dass ein neues Transportmittel gebraucht wurde.

„Damals hat Karl von Drais das Zweirad-Prinzip erfunden“, so Stefan Simoneit. Deshalb hatte er den Nachbau der Draisine auch in einer exotischen Kulisse platziert. Das hölzerne Gefährt, das noch keine Pedale hatte, stand in einer Art Bast-Hütte.

Nur zwei Schritte weiter fanden die Besucher Infos zu einem originalen Adler-Dreirad von 1915. Es stammt aus der Sammlung Seifert, kommt aber ursprünglich aus Wolfratshausen. Sein langjähriger Besitzer hatte es nach dem Ersten Weltkrieg gebraucht gekauft. „Er hat es landwirtschaftlich genutzt und ist bis zum Alter von über 90 damit gefahren“, sagte Simoneit, den viele auch nur „Radl-Stefan“ nennen. Bis zu den Brucker Oldtimer-Tagen im Herbst will er die Rarität restauriert haben.

Etliche der weiteren 13 Exponate stammen aus der Sammlung der ursprünglich in Puch beheimateten Familie Scherer, die seit mehreren Generationen im Fahrradbau tätig ist. Natürlich durfte auch ein Hochrad nicht fehlen, zu seiner Zeit sündteures Statussymbol und lebensgefährliches Vergnügen. Da der Fahrer direkt am Schwerpunkt des hohen Vorderrads thronte, stürzte er im schlimmsten Fall mit Wucht zu Boden und zog sich schwere Verletzungen, wenn nicht gar einen tödlichen Genickbruch zu.

Und wer schon immer wissen wollte, wie man auf so ein Hochrad überhaupt hinauf kommt, der erhielt hier die Antwort. Ein unscheinbarer Metallsporn hinten am Rahmen diente als Aufsteighilfe, während das Absteigen im kühnen Sprung vollzogen werden musste.

Das interessierte auch Besucher Rüdiger Heinrich. „Die älteren Modelle gefallen mir besser als so ein Hightech-Teil“, befand er mit Blick auf ein unglamouröses Damenrad aus den 1950er- Jahren und ein modernes E-Bike. Je teurer der Drahtesel ist, desto mehr neige man dazu, ihn in der Garage stehen zu lassen, damit ihm ja nichts passiert, weiß der Brucker aus Erfahrung.

Und bei manchen cleveren Konstruktionen fragt man sich tatsächlich, warum sie aus der Mode gekommen sind. Der „Wirtshauslenker“ zum Beispiel, den man abschrauben und mitnehmen konnte – als Diebstahlsicherung. Oder der „Feststeller“, eine Steuersperre, die das angelehnte Rad vor dem Umfallen schützte. (os)

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