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„Es ist gar nicht so laut, wie man es vielleicht vermuten würde“: Lisa Kiener, 31, schaut von ihrer Wohnküche aus auf die Schöngeisinger Straße. 

Start der Serie: Die beste Straße der Welt 

„Ich bekomme hier alles“

Niemand kennt die Brucker Straßen so gut wie die Menschen, die in ihnen wohnen. Sie erleben sie bei Tag und Nacht. Sie wissen, wo die schönsten Ecken und gemütlichsten Läden sind. In der Serie „Die beste Straße der Welt“ erzählen Brucker, warum sie gerne in ihrer Straße leben. Heute: Lisa Kiener, 31, Erzieherin,Schöngeisinger Straße.

Fürstenfeldbruck – Niemand kennt die Brucker Straßen so gut wie die Menschen, die in ihnen wohnen. Sie erleben sie bei Tag und Nacht. Sie wissen, wo die schönsten Ecken und gemütlichsten Läden sind. In der Serie „Die beste Straße der Welt“ erzählen Brucker, warum sie gerne in ihrer Straße leben. Heute:

Lisa Kiener, 31, Erzieherin, Schöngeisinger Straße

Ich bin als Münchner Kindl in der Landeshauptstadt zur Welt gekommen, aber aufgewachsen bin ich in Bruck und Emmering. Vor sieben Jahren zog ich von Emmering nach Fürstenfeldbruck, weil sich meine Wohngemeinschaft auflöste.

In meiner schnuckeligen Dreizimmerwohnung in der Schöngeisinger Straße fühle ich mich rundum wohl. Ich wohne in einem Altbau mit netten Nachbarn, und es ist ein Zuhause mit einem gewissen Charakter: Die Böden knarzen ein bisserl, es ist nicht alles gerade. Ich will es mal so beschreiben: Das Haus hat ein paar Macken, Charme und Charakter überwiegen aber, und ich lebe einfach gerne hier.

Die Wohnung liegt sehr zentral – ich wohne hier nicht anonym – man kennt sich untereinander. Alle wichtigen Geschäfte – ob Supermarkt, Discounter oder Bioladen – sind fußläufig schnell erreichbar, hier bekomme ich alles, was ich zum täglichen Leben brauche.

Auf meinem Weg zum Einkaufen kann ich beim nahegelegenen Wertstoffhof auch gleich Papier oder Dosen entsorgen. Ich habe nie den Führerschein gemacht und vermisse ihn auch nicht – die Bushaltestelle ist direkt vor meiner Haustüre und falls ich den Bus mal verpasse, ist es zum Bahnhof auch nicht weit. Auch beim Arzt oder bei der Apotheke bin ich schnell – es ist quasi alles in greifbarer Nähe.

Wenn nicht gerade Altstadtfest ist, dann ist es auch gar nicht so laut und trubelig, wie man es vielleicht vermuten würde. Und die Geräuschkulissen von Markttagen aller Art haben ja auch Vorteile: Ich kann vom zweiten Stock aus ganz entspannt auf die Flaniermeile herunterschauen und brauche an diesen Tagen nicht mal meinen CD-Spieler einschalten, weil ich dann Livemusik hören kann, ohne von der Couch aufstehen zu müssen. Wenn es mir zur Straße hin doch mal zu laut wird, habe ich die Möglichkeit, vorne alles dichtzumachen, die Fenster Richtung Amper zu öffnen und mich quasi von der Schöngeisinger Straße abzuschotten. Über den rückwärtigen Innenhof kann ich meinen Blick bis zum Kloster schweifen lassen und bin, wenn ich will, in zehn Minuten zu Fuß beim Veranstaltungsforum.

Meine Lieblingskneipe ist übrigens das Musikpub Jeaney’s in der Münchner Straße, direkt am wohl ältesten Zebrastreifen Brucks. Viele meinen, das wäre nur eine abgehalfterte Zockerkneipe mit piepsenden Spielautomaten und entsprechendem Publikum. Aber das stimmt nicht. Dort treten jeden Freitag und Samstag Landkreisgruppen und auch Bands aus dem Münchner Raum auf – und das bei freiem Eintritt. Und die Wirtin ist eine ganz nette und bodenständige Frau.

Weil ich weder Terrasse noch Balkon habe, gehe ich gerne ins Eiscafé Al Ponte – das ist quasi zu meinem grünen Wohnzimmer geworden. Nach der Arbeit mit den Kindergartenkindern komme ich dort runter und zur Ruhe: Hier genieße ich das gemächliche Plätschern der Amper, bewundere immer wieder gern die majestätische und wohl mächtigste Trauerweide Brucks und treffe dort auch stets bekannte Gesichter.

Bei schönem Wetter gehe ich auch gerne in den Stadtbiergarten beim Unterhaus. Und falls ich mal keine Lust habe, mir was in meiner Küche zu brutzeln, dann muss ich rund um die Schöngeisinger Straße mit den vielen Italienern oder dem türkischen Lokal Myra nicht verhungern. Ich bin zu Fuß in fünf Minuten überall da, wo Bruck was zu bieten hat. Was will man mehr?

Protokoll:akk

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